Droht 1860 der Lizenz-Entzug? Es fehlen wohl Millionen

Ruhige Sommerpause? Nicht beim TSV 1860! Nur wenige Tage, nachdem sich die Mannschaft nach der enttäuschenden Totopokal-Niederlage bei den Würzburger Kickers in den Urlaub verabschiedet hat, herrscht große Aufregung um die Löwen. Der Grund: Die Lizenz für die kommende Saison soll in höchster Gefahr sein. Dies berichtet die "Bild" am Dienstag.
Demnach muss der Verein bis Mittwoch kommender Woche (3. Juni) um 12 Uhr seine Liquidität nachweisen. Gelingt das nicht, droht der Entzug der Lizenz für die kommende Saison. Aktuell sollen dazu laut dem Bericht aber 2,7 Millionen Euro fehlen. Das Finanzloch sei demnach unter anderem durch erhöhte Kaderkosten entstanden und bereits im Mai 2025 bekannt gewesen, von Investor Hasan Ismaik aber mitgetragen und genehmigt worden.
Finanzprobleme hatten sich zuletzt bereits angedeutet
An sich ist die Situation für die Löwen nicht neu. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Finanzlöcher zu stopfen gegeben, was in der Regel Investor Ismaik kurzfristig übernommen hatte. Nach dem geplatzten Verkauf seiner Anteile im Sommer vergangenen Jahres zeigt der Jordanier aber kein Interesse mehr an den Löwen, sein Investment würde er noch immer gerne loswerden.
Dass die Situation derzeit heikler ist als in den vergangenen Jahren, hatte sich zuletzt bereits abgezeichnet. Wie die AZ berichtete, sollen etwa die Ex-Löwen Dennis Dressel und Julian Guttau an die Grünwalder Straße zurückkehren. Aktuell befindet sich das Duo aber im Wartestand – ebenso wie Tim Danhof, bei dem sich die Verhandlungen über einen neuen Vertrag weiter hinziehen. Aus finanziellen Gründen?
Wie kann 1860 sein Finanzloch stopfen?
Auch die Äußerungen von Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, der gemeinsam mit Ex-Boss Markus Rejek Interesse an einer Übernahme von Ismaiks Anteilen zeigt, ließen Spekulationen um den finanziellen Zustand der Sechzger aufkommen. "Es geht jetzt um die neue Saisonplanung. Es ist vielleicht nicht der beste Zeitpunkt, um die wesentlichen Dinge zu verhandeln", sagte Hitzlsperger zuletzt im BR.
Stellt sich die Frage: Wie kann Sechzig das Finanzloch bis nächste Woche stopfen? Ein möglicher Anteilsverkauf an einen Geldgeber – der e.V. hält aktuell 40 Prozent, Ismaik deren 60 – müsste zwingend von den Mitgliedern abgesegnet werden. Nimmt man einen externen Kredit auf, verschlechtert sich die Eigenkapitalquote, was aber eine positive Fortführungsprognose im Herbst gefährden würde.