Drinks, Deals und Dressen: 1860 erlebt ein historisches letztes KGaA-Wochenende

Sechster Test, sechster Sieg: Der TSV 1860 feiert bei seiner Generalprobe in Aindling einen 3:1-Erfolg. Florian Niederlechner und Tunay Deniz trainieren individuell.
Matthias Eicher
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Die Löwen um Finn Fodor jubelten in Aindling.
Die Löwen um Finn Fodor jubelten in Aindling. © IMAGO

Es riecht nach Freiheit in Giesing. In Sechzigs Vereinsheim "Bamboleo", wo sich im Rahmen der Aktion "Giesing hält zam" wie in einigen weiteren Boazn am Samstag jede Menge Fans und Unterstützer nur so tummelten, um unter dem inoffiziellen Motto "Saufen für Sechzig" 60 Prozent des Umsatzes des überwiegend alkoholhaltigen Stoffes für den e.V.-Neustart ohne Investor Hasan Ismaik zu sammeln, ging schon um 22 Uhr das Bier aus. Die neue, lautstark zelebrierte Giesinger Freiheit gilt es nun, rund um diverse Fußballplätze zu beschwören.

Testspiel war formal kein Auftritt der neuen Fußballfirma

Ob der TSV 1860 beim mühsamen 3:1 beim 80-jährigen Vereinsjubiläum von Landesligist TSV Aindling am Sonntag auch einen kleinen Kater oder die Giesinger Spendierhosen der Fans geliehen hatte? Kleiner Scherz am Rande, eher waren die Blauen wohl gedanklich schon beim anstehenden Pflichtspielauftakt.

Das Aindling-Festspiel war zudem nach AZ-Informationen formal kein Spiel der neuen Fußballfirma, sondern wohl der endgültige Abgesang des vorinsolventen Profifußball-Unternehmens, da der Vertrag vor langer Zeit vom KGaA-Boss (und Aindlinger Ex-Coach) Manfred Paula geschlossen worden war. Sei’s drum, Sechzigs junge Serientäter (Tore: Lance Fiedler, Finn Fodor und Loris Husic) waren auch im sechsten Test siegreich.

Alper Kayabunar bleibt Cheftrainer des TSV 1860.
Alper Kayabunar bleibt Cheftrainer des TSV 1860. © IMAGO

Kayabunar bleibt Cheftrainer des TSV 1860

Entscheidender für die Zukunft: Kurz vor dem Duell verkündete Sechzig, dass Alper Kayabunar und Assistent Vincent Saller die Mission Regionalliga leiten werden. Damit sind jegliche Gerüchte um eine Rückkehr des bei Haching abgesprungenen Ex-Löwen Sven Bender beseitigt.

"Ich bin glücklich, dass uns der Verein die Möglichkeit gibt, unseren Weg fortzuführen", sagt der Nachfolger von Markus Kauczinski: "Als gebürtiger Münchner erfüllt es mich mit großem Stolz, in meiner Heimatstadt die erste Mannschaft dieses traditionsreichen Vereins trainieren zu dürfen."

Deniz durfte ersten Vertrag der neuen Spielbetriebs-GmbH unterschreiben

Kurvenliebling und Torjäger Florian Niederlechner (35) sowie Spielmacher Tunay Deniz (32), der als erster Akteur den geschichtsträchtigen ersten Spielervertrag der neuen Spielbetriebs-GmbH unterschreiben durfte ("Von mir aus kann’s losgehn!"), sollen dieses junge Team nun im Ernstfall zum Erfolg führen: gleich im Erstrundenduell am Dienstagabend beim SV Eintracht Berglern (18.30 Uhr) – via Totopokal vielleicht sogar wieder in den DFB-Pokal.

Und ab Sechzigs Regionalliga-Auftakt am zweiten Spieltag bei Absteiger 1. FC Schweinfurt 05 (1. August, 14 Uhr) erst recht zum schnellstmöglichen Wiederaufstieg in die Dritte Liga. Eine bange Frage mancher Anhänger über den körperlichen Zustand beider Routiniers kann trotz ihres Fehlens im Test (sie trainierten vor Ort nur individuell) optimistisch beantwortet werden: Deniz steigt nach AZ-Infos nach seinem Kreuzbandriss demnächst ins Teamtraining ein, Niederlechner hat am Samstag bereits wieder Giesinger Trainingsplatz-Luft geschnuppert.

Trainierten individuell: Die Löwen Tunay Deniz und Florian Niederlechner.
Trainierten individuell: Die Löwen Tunay Deniz und Florian Niederlechner. © IMAGO

U21 gewinnt mit 5:1 gegen Geretsried

Bleiben sie fit, dürften sie aufgrund ihrer Qualitäten und ihrer höherklassigen Erfahrung durchaus zum erhofften Anführer-Duo taugen. Übrigens: Bereits am Freitagabend wurde, gewiss begleitet von dem ein oder anderen Feierabend- und Siegerbierchen, Geschichte geschrieben auf Giesings Höhen: Die U21 legte in den kürzlich vorgestellten, ausrüsterfreien Übergangstrikots einen furiosen 5:1-Auftaktsieg gegen die TuS Geretsried hin.

Besonders ist dies auch deshalb, weil es das erste Duell nach der erfolgreichen Miete der KGaA-Strukturen durch die neue Fußballfirma des e.V. war, das nicht nur von Kayabunar gecoacht wurde, sondern bei dem auch einige Regionalliga-Cracks um Kapitän Lasse Faßmann, der das zwischenzeitliche 2:1 köpfte, auf dem Rasen standen.

Raphael Wach (l.) und Rron Gosalci nach dem Tor zum zwischenzeitlichen 3:1
gegen den TuS Geretsried in den weißen Übergangstrikots.
Raphael Wach (l.) und Rron Gosalci nach dem Tor zum zwischenzeitlichen 3:1 gegen den TuS Geretsried in den weißen Übergangstrikots. © sampics

Kayabunar freut sich auf emotionsgeladenes Heimspiel gegen Augsburg

Schlag auf Schlag geht’s nun weiter für die jungen Wilden und alten Profi-Recken der Sechzger. "Am Dienstag steht unser erstes Pflichtspiel im Pokal auf dem Programm und danach geht unser Fokus auf den schwierigen Auftakt in Schweinfurt und das erste, sicherlich sehr emotionsgeladene Heimspiel gegen Augsburg", sagte Kayabunar.

Danach wird sich zeigen, wie sich die neu gewonnene Giesinger Freiheit nach dem ersten, richtungsweisenden Pflichtspiel-Dreierpack anfühlt.

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