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"Dienstag um 18 Uhr": Mail enthüllt den Insolvenzplan des TSV 1860

Wenn nicht ganz kurzfristig noch ein Wunder geschieht, meldet die KGaA am Dienstag um 18 Uhr die Insolvenz am Amtsgericht an. Damit wäre für den e.V. der entscheidende Dominio-Stein gefallen.
Matthias Eicher,
Krischan Kaufmann
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Wird am Dienstag Insolvenz anmelden: Löwen-Geschäftsführer Manfred Paula.
Wird am Dienstag Insolvenz anmelden: Löwen-Geschäftsführer Manfred Paula. © IMAGO

Lange schwebte es bedrohlich über den Köpfen der Löwen. Lange hing es an einem dünnen, seidenen Faden. Nun scheint es zu fallen – das Schwert der Insolvenz. Nach exklusiven AZ-Informationen wird – vielmehr muss – Manfred Paula, Geschäftsführer der ausgegliederten Profifußballabteilung des TSV 1860, am Dienstag am Amtsgericht in der Infanteriestraße Insolvenz anmelden.

Insolvenzanträge sollen am Dienstag eingereicht werden

Dies geht aus einer internen E-Mail an Verantwortliche der KGaA und die beiden Gesellschafter der Sechzger hervor, die der AZ vorliegt. "Sollten wir keine Rückinformation erhalten, wie eine belastbare Finanzierung des Spielbetriebs in der KGaA erfolgen soll, werden wir am kommenden Dienstag, 23.6.2026, Insolvenzanträge über das Vermögen der KGaA und deren Komplementärin um 18:00 Uhr am Amtsgericht München einreichen", heißt es in einem Schreiben, die KGaA-Boss Paula nach der Kündigung der Darlehensverträge durch Investor Hasan Ismaik aufgrund der daraus entstandenen existenzbedrohlichen Lage hinzugezogen hat.

Im Vorfeld der Mitgliederversammlung am Sonntag hatte es danach ausgesehen, als würden der Mutterverein um Präsident Gernot Mang und Geldgeber Ismaik nach wochenlangen Auseinandersetzungen eventuell doch noch eine gütliche Einigung erzielen und dadurch den Fortbestand der Profifußballabteilung sichern. "Unser letzter Eindruck war, dass sich die Gesellschafter über eine Finanzierungslösung in für die KGaA inklusive Beauftragung mit der Durchführung des Spielbetriebs in der 4. Liga und somit mit dem Ziel einer Insolvenzvermeidung für die KGaA konstruktiv verständigen", heißt es auch in dem Schreiben.

Kündigte die Insolvenz bereits auf der Mitgliederversammlung an: Präsident Gernot Mang.
Kündigte die Insolvenz bereits auf der Mitgliederversammlung an: Präsident Gernot Mang. © IMAGO

Einigung rückte in weite Ferne

Wie Oberlöwe Mang am Sonntag im Zenith verlauten ließ, sei eine Einigung allerdings in weite Ferne gerückt, weil die Ismaik-Seite auf das Angebot des eingetragenen Vereins (e.V.), die 60 Prozent seiner Anteile an der KGaA für einen einstelligen Millionenbetrag zurückzukaufen, nicht adäquat reagiert habe. Nach AZ-Infos handelt es sich um an die fünf Millionen.

Wie auch die Mail belegt, seien für das wahrscheinlichste Planungsszenario in der Regionalliga Bayern zwar "verschiedene Eckpunkte zwischen den Gesellschaften ausgetauscht" worden, über die man "sich annähern" wollte, doch leider habe man "keinen aktuellen Bericht über Fortschritte" erhalten: "Wir haben keine Signale, dass die HAM die Finanzierung der KGaA auf Grundlage des vorgestellten und mit dem Vertreter der HAM erörterten Budgets übernehmen wird."

Hier werden die Löwen, sollte kein Wunder mehr passieren, Insolvenz anmelden.
Hier werden die Löwen, sollte kein Wunder mehr passieren, Insolvenz anmelden. © Herbert Stolz/Amtsgericht München

Insolvenz für Teile der Fans kein Grund zur Trauer

Auch die e.V.-Seite habe zwar "signalisiert, dass er in diesem Gesamtkonzept die KGaA finanzieren wollen würde, allerdings uns gegenüber auch noch nicht die Leistungsfähigkeit erläutert". Für die Durchfinanzierung der Spielzeit 2026/27 seien 7,3 Millionen erforderlich. Nachdem zwischen den Gesellschaftern – Stand jetzt – keine Einigung erfolgt ist und wohl auch aus dem unwahrscheinlichen Szenario nichts mehr werden dürfte, dass ein anderer Geldgeber vom Wegfall des Vorkaufsrechts für den e.V. profitieren will und Ismaik die Anteile abkauft, bleibt lediglich der schwere Gang zum Amtsgericht nahezulegen.

Kurios: Wie sich im Zenith zeigte, war dieses Szenario für weite Teile der Fans kein Grund zur Trauer: Vielmehr brandete Jubel auf, weil man sich durch die Insolvenz auf der Zielgeraden wähnt, den Investor endlich loszuwerden. 

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