Die Löwen Volz und Osako: Man spricht japanisch

Moritz Volz, der Integrationsexperte der Löwen, teilt sich im Trainingslager ein Zimmer mit Osako – und will auch dessen Sprache lernen. „Wir können gemeinsam üben und uns gegenseitig helfen“
| Patrick Strasser
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Moritz Volz, der Integrationsexperte der Löwen, teilt sich im Trainingslager ein Zimmer mit Osako – und will auch dessen Sprache lernen. „Wir können gemeinsam üben und uns gegenseitig helfen“

München - Yuya Osako hätte es weitaus schlimmer treffen können beim Erben. Erst bekam die neue Sturmhoffnung der Löwen von Rob Friend die schon daheim in Japan bei den Kashima Antlers getragene Rückennummer 9, dann übernahm er auch noch das bislang von Friend und seiner Familie bewohnte Haus in Bogenhausen. Nun erbt der 23-Jährige auch noch den bisherigen Zimmerkollegen von Friend, der auch wegen Osakos Verpflichtung zu Los Angeles Galaxy in die MLS gewechselt ist.

 

Video: Moritz Volz über seinen Zimmergenossen Osako

In der Nacht vor dem ersten Testspiel der Löwen 2014 in Hoffenheim am Donnerstag (14 Uhr, Liveticker bei az-muenchen.de) sollten Osako und Volz zum ersten Mal gemeinsam in einem Zimmer nächtigen, während des Trainingslagers in Belek ab Montag können die zwei sich dann richtig kennen lernen.

 

In Volz, der einst schon als 15-Jähriger nach England zu Arsenal ging, trifft Osako auf den Integrationsexperten der Löwen – und dazu noch auf den wohl vielseitigst interessierten Kollegen im Kader. Der begeisterte Hobbykoch und Buchautor („Unser Mann in London“) Volz freut sich auf das Zusammenleben auf Zeit mit Osako – auch aus Eigennutz. „Bis jetzt ist es um meine Japanischkenntnisse nicht wirklich gut bestellt, aber das wird sich jetzt hoffentlich ändern“, kündigt er an.

Volz will Japanisch lernen! Und am liebsten mehr als Keeper Gabor Kiraly, der mittels einer Handy-App schon die wichtigsten Fußballerbegriffe auf Japanisch gelernt hat, um Osako auf dem Platz Anweisungen zurufen zu können. Volz aber, der während des Trainingslagers 31 wird, findet die japanische Kultur und die Sprache interessant und würde sie gerne etwas genauer kennen lernen. „Ich weiß, dass die Sprache für uns Europäer unheimlich schwer zu lernen ist, allein schon wegen der Schriftzeichen. Aber vielleicht können Yuya und ich gemeinsam üben und uns gegenseitig helfen. Ich sage ihm die Wörter auf Deutsch und er sagt mir dann die japanischen Begriffe“, sagt Volz, „ich freu mich auf die Zeit.“

Zwar wird auch Osakos Dolmetscher Kim Dämpfling mit den Löwen nach Belek reisen, dennoch soll Osako sich so schnell wie möglich in die Mannschaft integrieren und nicht immer nur mit oder über Dämpfling mit den Mitspielern kommunizieren. Zumal der Dolmetscher bei Spielen ja auch nicht auf den Platz kann.

Angst, dass die Verständigung zwischen den Zimmergenossen aber doch mal mal hapern könnte, hat Volz nicht. „Verständigung geht immer irgendwie. Zur Not mit Händen und Füßen. Sollten wir uns mal nicht einigen können bei der Frage, wer zuerst ins Bad darf oder ob wir das Fenster schließen sollen, dann entscheide am Ende einfach immer ich“, sagt Volz lachend.

An den Volz-Humor, der in England sogar ein Markenzeichen des gebürtigen Westfalen war, wird sich Osako wohl – ob er will oder nicht gewöhnen müssen. Ebenso wie an die Schlafgewohnheiten des Außenverteidigers. „Mir wurde schon viel nachgesagt, was meine nächtlichen Aktivitäten betrifft“, sagt Volz: „Angeblich schrecke ich nachts schon mal schreiend auf oder ich soll irgendwelches Zeug sprechen. Auch dass ich schnarchen würde, wurde mir schon mal vorgehalten.“

Ob Ironie oder Ernst wird hier aus Volz’ Lächeln nicht ganz klar. Vielleicht sollte Osako aber Oropax mitnehmen. Vorsorglich.

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