"Termine stehen schon im Kalender": Kommt 1860 doch noch in den großen Erfolgs-Stress?

"Wollen zeigen, dass wir es besser können": 1860 will im Totopokal-Halbfinale in Regensburg am Samstag Revanche üben und die Chance auf den DFB-Pokal-Einzug wahren. Kommt es zu einer kuriosen Terminkollision?
von  Matthias Eicher
Will gegen Wehen Wiesbaden den sechsten Sieg in Folge mit dem TSV 1860: Markus Kauczinski.
Will gegen Wehen Wiesbaden den sechsten Sieg in Folge mit dem TSV 1860: Markus Kauczinski. © IMAGO

Herr Kauczinski, was treiben Sie eigentlich von 22. bis 26. Mai 2026? "Meine Frau fragt schon immer: ‘Wann ist Urlaub?’ Aber die Termine stehen schon in meinem Kalender", scherzte Markus Kauczinski, Cheftrainer des TSV 1860, auf AZ-Nachfrage und ergänzte über eine mehr als ernsthafte Rechnung: "Das wäre keine schlechte Konstellation, denn das würde bedeuten, dass wir morgen gewinnen und auch andere Sachen gut gemacht haben. . ."

Jenes Szenario, bei der sich Kauczinskis Frau Christiane entweder noch gedulden oder ohne ihren Mann verreisen muss, geht wie folgt: Am Freitag, den 22. Mai und Dienstag, den 26. Mai, steigt die Relegation zwischen Zweiter und Dritter Liga, die 1860 im Falle des Erreichens des dritten Drittliga-Platzes gegen den Tabellen-16. des Fußball-Unterhauses bestreiten müsste – oder angesichts des jüngsten Rückschlags gegen den MSV Duisburg (1:2) und aktuell Rang sieben eher dürfte, schließlich ist der Aufstiegstraum in weitere Ferne gerückt.

Wohl auch deshalb hat der (bisher untätowierte) Kauczinski kürzlich im Interview mit Sport1 ein Tattoo-Versprechen abgegeben. Am Freitag erklärte er nochmal über diesen (beschwörenden?) Schachzug: "Ich habe das gesagt, weil ich immer noch glaube, dass was geht! Wir haben, seit ich hier bin, schon zwei Serien gestartet." Ob alle guten Sechzger-Serien drei sind, wird sich im Liga-Endspurt zeigen.

1860 könnte im Totopokal-Finale auf Würzburg treffen

Und damit zurück zur Rechnung: Am Samstag, den 23. Mai, findet in Deutschland nämlich auch der "Finaltag der Amateure" statt, in dessen Rahmen auch das Endspiel des bayerischen Totopokals ausgetragen wird: Hier wartet mit Regionalligist Würzburger Kickers genau jener Gegner, den 1860 2020 beim einzigen Totopokal-Triumph im Elfmeterschießen besiegt hatte. Wenn das kein gutes Omen ist?

Viel steht also auf dem Spiel für 1860 Mitte Mai, das auch vorher verspielt werden kann.

Und zwar angefangen mit dem kommenden Samstag, wenn der TSV 1860 und Jahn Regensburg im zweiten Halbfinal-Duell erst einmal den zweiten Finalteilnehmer ermitteln (14 Uhr, AZ-Liveticker). Bevor sich 1860 also über die große Rechnung den Kopf zerbrechen muss, braucht’s im Jahnstadion das Final-Ticket. Kauczinski dazu: "Wir wollen unbedingt zeigen, dass wir es besser können!"

Der TSV-Trainer denkt dabei mit Grauen an die 0:4-Klatsche im Drittliga-Hinspiel zurück, als 1860 beim Jahn versagte. "Regensburg ist eine kompakte Mannschaft, die uns vom Tempo her fordert und als Team homogen und geschlossen auftritt", lobt Kauczinski den Kontrahenten, um hinterher zu schieben: "Unser Anspruch ist, zu zeigen, dass wir es besser können als im Ligaspiel. Es war die schlechteste Saisonleistung, die wir geboten haben." Übrigens: Das Debakel könnte auch dazu beigetragen haben, dass 1860 die Kurve bekommen hat: "Danach haben wir uns durchgeschüttelt und gemerkt, dass es nicht der richtige Weg ist."

AZ-Info: Totopokal-Finale würde wohl nach hinten verschoben

Jetzt steht 1860 erneut am Scheideweg: Schafft man den Finaleinzug, um die Chance auf den lukrativen Einzug in den DFB-Pokal zu wahren, der alleine für die Erstrundenteilnahme über 200.000 Euro in die klammen Giesinger Kassen spülen würde? Zudem wäre es ein gutes, legales Doping im Aufstiegskampf, bevor es in der Liga ans Eingemachte geht. "Es war erwartbar, dass wir irgendwann wieder verlieren. Die Frage ist nur, wie wir da rauskommen", so Kauczinski über die Duisburg-Pleite in dem Wissen, dass sich 1860 nun im Pokal wie in der Liga keine Pleiten mehr erlauben darf.

Eventuell kommen die Sechzger ja exakt so dabei heraus, dass Kauczinski bis Ende Mai immer noch nicht urlauben kann, die Verbände zu einer Terminkollision zwingt – und nach AZ-Infos wohl das Pokalfinale nach hinten verschoben werden würde.

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