Die Löwen-Glorie: 66, 94, 98, 2010

1860-Sportdirektor Miroslav Stevic hat für die Zukunft große Pläne – und orientiert sich an der Vergangenheit der Löwen.
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Die Meister-Löwen von 1966
dpa Die Meister-Löwen von 1966

1860-Sportdirektor Miroslav Stevic hat für die Zukunft große Pläne – und orientiert sich an der Vergangenheit der Löwen.

MÜNCHEN Nein, mit dieser Zuneigung hatte Miroslav Stevic bei seiner Rückkehr zum TSV 1860 nicht gerechnet. „Es ist ein Traum“, sagt der neue Löwen-Sportdirektor, „wie mich die Leute nach über zehn Jahren empfangen haben. Es war so, als wäre ich nie weg gewesen.“ Am vergangenen Sonntag in der Allianz Arena, kurz nach dem 2:1 gegen Ahlen, habe ihn oben im VIP-Bereich sogar ein Fan spontan umarmt. „So etwas lässt mich nicht kalt“, sagt Stevic.

Und genau darin sieht der 39-jährige Serbe seine größte Herausforderung bei den Blauen: die Fans glücklich und stolz zu machen. Der Anfang ist gemacht, doch der ehrgeizige Stevic will mehr. Viel mehr. Mit 1860 zurück in die Bundesliga. „Nur daran lasse ich mich messen“, erklärt er. Und Stevic macht klar, wie er sich die blaue Zukunft vorstellt: „Wir brauchen wieder die richtige Löwen-Mentalität, das Löwen-Gen. Wir müssen so spielen wie die Helden von einst: Wie die Meistermannschaft von 1966, die Aufstiegshelden von 1994 oder wir 1998.“

66, 94, 98 – 2010?

Stevic erklärt vor dem Zweitliga-Duell in Duisburg am Sonntag (14 Uhr, Liveticker bei abendzeitung.de), was er vom jeweiligen Legenden-Team des TSV 1860 übernehmen will.

DIE KAMERADSCHAFT

„Die Meistermannschaft von 1966 ist das Fundament des Vereins. Wenn man 1860 sagt, spricht man vor allem von den tollen 60er Jahren, von Radenkovic bis Brunnenmeier, Grosser oder Heiß – die großen Namen sind endlos. Was diese Mannschaft auch heute noch auszeichnet, ist diese geniale Kameradschaft. Sie waren Freunde in jungen Jahren und sind es geblieben. Die treffen sich heute noch zumindest einmal im Jahr. Diese persönlichen Bande können der Schlüssel zum Erfolg sein.“

DER WILLE

Stevic erinnert sich: „Das Aufstiegsteam von 1994 hatte zwar nicht die beste Qualität, aber eine unglaubliche Willenskraft. Das beste Beispiel ist doch Thomas Miller, er war kein großer Fußballer, aber eine Persönlichkeit mit Herz und Ausstrahlung. Die Fans lieben ihn heute noch. Aber auch Bernhard Winkler, Peter Pacult oder Bernhard Trares waren echte Kerle. Und noch dazu hatte diese Mannschaft mit Werner Lorant einen Trainer, der diese Sieger-Mentalität Tag und Nacht vorgelebt hat. Er war der Vater des Erfolges. Ich habe es dieser Mannschaft zu verdanken, dass ich bei 1860 in der Bundesliga spielen durfte.“

DIE SPIELFREUDE

„Die Truppe von 1998 war eine der spielstärksten Mannschaften, die 1860 je gehabt hat. Da spielten Gerald Vanenburg, Daniel Borimirow und Abedi Pele – oder Jens Jeremies. Davor war noch Peter Nowak dagewesen. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, in dieser Mannschaft spielen zu dürfen. Wir spielten im Uefa-Cup, in der Bundesliga gab's Fußball-Feste. Einmal haben wir nach 20 Minuten 4:0 gegen den damaligen Champions-League-Sieger Borussia Dortmund (Endstand 4:2, d. Red.) geführt. Das waren Spiele nach dem Geschmack der Fans."

Oliver Griss

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