Die Einknick-Löwen: Schon wieder eine Führung verschenkt – Spieler ratlos

Mit gesenkten Mienen trotteten Dennis Dressel und Co. nach dem 1:1 bei der Zweitvertretung von Greuther Fürth in Richtung Kabine. Jedes aufmunternde Wort war nach dem fünften Remis im achten Regionalligaspiel willkommen. Die gab es am Dienstagabend von Lukas Reich.
TSV 1860 hadert mit der zweiten Hälfte gegen Fürth II
Der Ex-Löwe, der mittlerweile bei den Profis der Mittelfranken spielt, empfing die Giesinger im Innenraum des Sportparks Ronhof und umarmte einen nach dem anderen. Wichtig. Der TSV 1860 hatte nach einer dominanten ersten Halbzeit den Sieg nach dem Seitenwechsel mehr oder weniger verschenkt.
"Es fühlt sich blöd an, dass wir nicht als Sieger vom Platz gehen", sagte ein enttäuschter Michael Eberwein in der Mixed-Zone. "Wir hatten eine gute erste Hälfte", resümierte Sturmkollege Florian Niederlechner: "Fürth hatte da überhaupt keinen Zugriff und wir hätten eigentlich das 2:0 oder 3:0 machen müssen."

Sechzig ging schon viermal nach Führung mit Remis vom Platz
Doch das gelang bekanntlich nicht. Im Gegenteil. Nach einem unnötigen Dressel-Foul im eigenen Strafraum kassierte Sechzig den Ausgleich vom Punkt. Schon wieder. Dreimal lagen die Münchner in dieser Spielzeit schon in der ersten Halbzeit in Führung, gingen aber am Ende nicht als Sieger vom Platz.
Im ersten Heimspiel verspielte man eine 2:0-Pausenführung gegen den FC Augsburg II, gegen Landsberg lag man ebenfalls mit 1:0 vorne. Und im Auswärtsspiel bei der DJK Vilzing kassierte man sogar zweimal den Ausgleich. Nun der nächste Rückschlag nach dem Seitenwechsel. Die verflixte zweite Löwen-Hälfte.
Systemumstellung von Fürth wurde TSV 1860 zum Verhängnis
"In den 15 bis 20 Minuten nach der Halbzeit hatten wir keinen Zugriff", gestand Niederlechner ein. Ähnlich sah es Eberwein, der den TSV 1860 in der 6. Minute in Führung gebracht hatte: "Wir waren bis auf diese Phase nach der Pause die bessere Mannschaft und hatten mehr Chancen. Wir schenken es wieder her."
Eine Systemumstellung der Mittelfranken brachte den Löwen diesmal aus dem Tritt. Und um wichtige zwei Punkte. Wie es dazu kommen konnte? Eine wirkliche Erklärung fanden die Giesinger dafür nicht. "Im Spiel fühlt es sich nicht danach an, dass wir in der zweiten Halbzeit weniger machen", so der Offensivspieler auf AZ-Nachfrage.

Löwen finden keine Erklärung für Leistungsabfall
"Ich kann nicht sagen, warum es so ist", meinte auch Niederlechner. An der Fitness der Münchner liegen die Leistungsabfälle laut dem 35-Jährigen aber nicht: "Wir müssen aber schon daran arbeiten, dass wir nach der Halbzeit mehr da sind und uns nicht mehr so blöde Dinger fangen."
Dabei nimmt Niederlechner die Leitlöwen in die Pflicht. Er selbst habe noch unter dem Spiel mit Tunay Deniz gesprochen. "Wir Führungsspieler müssen vorangehen, auch wenn es nicht so gut läuft", so der Stürmer, der gegen Fürth mehrere Chancen vergab und das Kleeblatt nicht wenden konnte.
Eberwein: "Wir müssen konsequenter werden"
"Aber auf dem Platz ist es nicht einfach, auch wenn man schon viele Bundesligaspiele hat", verteidigte sich Niederlechner: "Wir müssen einfach schauen, wenn wir 10 bis 20 Minuten nicht den Zugriff haben, dass wir das überstehen und kein Gegentor bekommen. Wenn wir das schaffen, haben wir viel gewonnen."
Und mindestens zwei Punkte mehr auf dem Konto. "Wir müssen konsequenter werden, dann gewinnen wir auch wieder die Spiele", formulierte Eberwein die Marschroute für Sechzig. Ob man das so einfach in den Griff bekommt, wie es klingt?
TSV 1860 bekommt es am Sonntag mit Nürnberg II zu tun
Klar ist: Dass der TSV 1860 nun die richtigen Schlüsse gezogen hat und nicht wieder einen eingeschenkt bekommt, kann er am Sonntag (15 Uhr) gegen den 1. FC Nürnberg II zeigen. Ein Sieg wäre nicht nur für das Punktekonto, sondern auch für die Stimmung wichtig. Denn einen Reich, der zum Aufmunterer werden kann, haben die kleinen Cluberer nicht im Team.