Die blaue Reifeprüfung

Am Montag beim Zweitliga-Hit in Lautern haben die 60er Platz 3 im Visier: Wie gut sind die Löwen-Bubis wirklich?
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Timo Gebhart (l.) feiert zusammen mit Mate Ghvinianidze.
Rauchensteiner/Augenklick Timo Gebhart (l.) feiert zusammen mit Mate Ghvinianidze.

Am Montag beim Zweitliga-Hit in Lautern haben die 60er Platz 3 im Visier: Wie gut sind die Löwen-Bubis wirklich?

MÜNCHEN Michael Hofmann trug gestern Mittag einen Marmorkuchen in den Mannschaftsbus, der bereit stand zur Abfahrt nach Kaiserslautern. Schließlich hat der Torwart-Oldie was zu feiern: Der Rekord-Löwe wird heute 36, und mit ihm feiert ausgerechnet sein Nachfolger im Löwen-Tor, Philipp Tschauner. Auch er wird ein Jahr älter, 23. „Das ist einmalig im deutschen Fußball“, sagt Hofmann: „Der Vorgänger und sein Nachfolger haben am gleichen einem Tag Geburtstag. Das hat schon was.“

Doch vor der Doppel-Torwartparty haben die Löwen heute nur ein Ziel – bloß nicht verlieren beim Zweitliga-Hit in Kaiserslautern (20.15 Uhr, Liveticker bei abendzeitung.de). „Das wird ein großer Abend“, verspricht 1860-Mittelfeldantreiber Mathieu Beda, „der Tabellenführer gegen den Ersten des Oktobers.“

Für die Kurz-Elf wird die Fahrt in die Pfalz auch zur Reifeprüfung: Wie gut sind die Löwen-Bubis wirklich? Mit einem Altersdurchschnitt von 23,5 Jahren sind Timo Gebhart & Co. die jüngste Mannschaft im deutschen Fußball (zum Vergleich: Hoffenheim kommt auf 23,6 Jahre) – aber sind sie auch schon fit für die Aufstiegsplätze? „Unser Lauf ist kein Zufall“, sagt Trainer Marco Kurz.

Zuletzt haben die Blauen viermal hintereinander gewonnen und sich von Platz 18 der Zweiten Liga auf Rang 8 hochgekämpft, die Aufstiegsplätze sind wieder in Reichweite. 1860 hat im goldenen Oktober die sportliche Wende geschafft. Deswegen sagte Stefan Reuter gestern schmunzelnd: „Schade, dass wir den Oktober nicht verlängern können. Aber wir wollen auch im November unsere Serie ausbauen und in Lautern punkten.“ Mit einem Sieg in Lautern wären die Löwen erstmals Zweitliga-Dritter in dieser Saison. Eine Position, die zu den Relegationsspielen zur Bundesliga berechtigen würde.

Übergangskapitän Benny Lauth hofft jedenfalls, dass 1860 den Fünf-Siege-in-Serie-Rekord aus der Saison 2004/2005 einstellt, um „die Tuchfühlung“ zur Spitze zu halten: „Jetzt können wir endlich zeigen, dass wir aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben.“

Die Löwen und ihr neues Selbstbewusstsein. Mit einer Verlegenheits-Elf um die unerfahrenen Talente Sven Bender, Timo Gebhart oder auch Manuel Schäffler (alle erst 19) mischt 1860 die Liga auf. Nun soll der nächste Schritt kommen: Die Eroberung des Betzenbergs. Zwar haben die Lauterer ihre letzten neun Heimspiele alle gewonnen, doch Angst jagt das den Löwen nicht ein. „Lautern ist eine gute Mannschaft“, weiß der Ex-Pfälzer Beda, „aber nicht so stabil. Die kriegen viele Gegentore.“

Das hat natürlich auch Trainer Kurz registriert. Er will seine erfolgreiche Mannschaft nicht verändern – auch als kleines Dankeschön, schließlich hat sie ihm den Arbeitsplatz bei 1860 gerettet. Kurz: „Ich denke, dass die Mannschaft, die zuletzt gespielt hat, mein Vertrauen verdient hat.“

Oliver Griss

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