Der neue Löwen-Liebling: Das ist das Geheimnis hinter Fiedlers Surfer-Jubel

Youngster Fiedler ist mit seinem Doppelpack beim ersten Heimsieg der gefeierte Löwen-Matchwinner. Die Identifikation des Berliners mit den Giesingern ist groß: "Richtig Gänsehaut gehabt beim Jubel."
von  Matthias Eicher
Junglöwe Fiedler feierte seine Tore gegen Augsburg mit einem Surfer-Jubel.
Junglöwe Fiedler feierte seine Tore gegen Augsburg mit einem Surfer-Jubel. © IMAGO/Heike Feiner

Diesen Auftritt hatte sich der junge Löwe verdient. Kaum war das Duell der Sechzger gegen Schwaben Augsburg abgepfiffen, kaum war die Ehrenrunde im Stadion beendet, schritt Lance Fiedler trotz des gerne von den Löwen praktizierten Welpenschutzes zum ersten Mal im Sechzgerstadion in die Mixed Zone. Kein Wunder, schließlich avancierte der Linksverteidiger zum Matchwinner.

"Unglaublich! Vor allem hier im Stadion, mit den Fans - nicht in Worte zu fassen, dieses Gefühl", sagte der breit grinsende Doppeltorschütze des TSV 1860 mit leisen und bedächtigen Worten nach seinen beiden umso gewaltigeren Streichen gegen den Schwaben Augsburg (3:0): "Da krieg’ ich Gänsehaut!"

Auf AZ-Nachfrage beschrieb der gebürtige Berliner, der als Jugendlicher ins Nachwuchsleistungszentrum der Blauen ging, seinen eiskalt eingeschobenen Führungstreffer und das Traumtor in den Winkel zum 2:0 wie folgt: "Beim ersten Tor habe ich versucht, platziert ins Eck zu treffen. Beim zweiten hab’ ich einfach drauf gehalten und dann richtig Gänsehaut gehabt beim Jubel, bei den Fans - geil!"

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Das Geheimnis hinter Fiedlers Surfer-Jubel

Ach ja, dieser Jubel: Fiedler hat sich da was abgeguckt. Und zwar einen Torjubel im Stile eines Surfers, den er beim Führungstreffer ebenso auspackte wie bei seinem ersten Saisontreffer in Memmingen. Und von wem? "Den habe ich mir von Mateus Cunha abgeschaut, von Manchester United. Ich fand das einfach echt cool!" Der brasilianische Weltstar mit einem Marktwert von 75 Millionen, den deutschen Fußballfans vielleicht bekannt von Hertha BSC oder RB Leipzig, jubelt ebenfalls gerne mit einem kleinen Surfer-Tänzchen.

Es ist nicht das einzige Merkmal, das Fiedler mit einem weltbekannten Sportler verbindet: Da wäre auch noch sein Name, konkreter: sein Vorname. "Das kommt tatsächlich so ein bisschen von Lance Armstrong", klärt Fiedler über seine radsportbegeisterten Eltern auf, schiebt aber im Hinblick auf den Weltklasse-Fahrer, aber später des Dopings überführten Athleten aus Texas hinterher, mit dem er dann doch nicht so viel gemein hat: "Radsport ist nicht so meins, ich schau’ lieber Fußball!" Der Lance der Löwen.

Nicht nur wegen seiner zwei Tore - da hat einer das Zeug zum neuen Publikumsliebling bei den Löwen: Lance Fiedler.
Nicht nur wegen seiner zwei Tore - da hat einer das Zeug zum neuen Publikumsliebling bei den Löwen: Lance Fiedler. © IMAGO/Ulrich Wagner

Zum Glück für die Löwen schaut der Youngster nicht nur Spiele an, er zählt auch höchstselbst zu den Gewinnern des Neustarts, als im Sommer 2026/27 kaum ein Stein auf dem anderen geblieben war auf Giesings Höhen. "Ich durfte schon mal mittrainieren", erzählte Fiedler, "ich glaube, das war im Mai." Er hätte vermutlich selbst nicht gedacht, wie sich sein Weg und wie sich Sechzigs Weg danach fortsetzen würde.

Fiedler über das Löwen-Beben: "Es war natürlich viel auf einmal"

Investor Hasan Ismaik weg, fast die gesamte Mannschaft sowie das Trainerteam um den inzwischen beim SV Sandhausen gelandeten Coach Markus Kauczinski weg.

Ein radikaler Neustart des Muttervereins, mit einem neuen Spielbetrieb, einer einflussreichen Fankurve und viel Basisdemokratie. Was sagt Fiedler zum Giesinger Beben, das eine geordnete Vorbereitung unmöglich machte und gerade dem ein oder anderen Junglöwen wie ihm die Tür öffnen konnte? "Es war natürlich viel auf einmal, aber ich denke, wir haben das ganz gut gemacht, die Mannschaft hat das gut gemacht - und wir machen einfach weiter."

Bei seiner Vertragsverlängerung, die 1860 im Dreierpack mit Flügelflitzer Emre Erdogan und Torjäger Arian Calderon verkündete und die seine perfekte Woche einleitete, habe er nicht einmal eine Nacht drüber schlafen müssen: "Ich habe mit meiner Familie geredet, aber es war eigentlich schon vor dem Schlafengehen klar."

Kayabunar lobt Fiedler: "Das macht er überragend"

Zum krönenden Abschluss gab es von Coach Kayabunar nach Schlusspfiff und nach Fiedlers ersten Worten auf dem Presse-Podium ein dickes Lob. "Wir wissen, dass er einen guten Schuss hat. Das zweite Tor macht er überragend", stellte der 40-Jährige fest, wollte aber auch Fiedlers Kernkompetenz in der Außenverteidigung abseits von Glanz und Gloria nicht vergessen: "Und wie er am Ende auch alles wegfightet, und wie er sich darüber freut - das gefällt mir."

Geht es nach seinem Trainer, darf der Lance der Löwen mit kampfstarker Defensivarbeit genauso weitermachen, wie er es selbst ankündigt - und das ein oder andere Surfer-Siegertänzchen tanzen sowieso.

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