Der nächste Löwe mit berühmten Eltern: Kiefersauer soll bei TSV 1860 zum Regisseur werden

Der Papa dreht Filme, der Sohn hat laut Chefcoach Kauczinski "gut Regie geführt" – das 20-jährige Junglöwen-Juwel Xaver Kiefersauer freut sich "unendlich" auf seine Karriere als Sechzger-Spielmacher.
von  Matthias Eicher
Soll der neue Regisseur beim TSV 1860 werden: Xaver Kiefersauer.
Soll der neue Regisseur beim TSV 1860 werden: Xaver Kiefersauer. © IMAGO

Stockfinster ist es schon, als ein Mann im Anzug aus einem MVG-Bus steigt. Ein Auto rollt heran, der Mann dreht sich um, winkt – und wird überfahren. In dieser Episode der Krimi-TV-Reihe "München Mord" untersucht das Ermittler-Team Ludwig Schaller, Angelika Flierl und Harald Neuhauser einen vermeintlichen Unfall, der sich als Mord herausstellt. Was das Ganze mit den Löwen zu tun hat? Der Macher dieser 2022 gedrehten Folge namens "Dolce Vita" heißt Matthias Kiefersauer, ist ein bekannter Regisseur – und dessen Sohn zelebriert auf Giesing Höhen auch gerade Dolce Vita (übersetzt aus dem Italienischen: "süßes Leben").

Kauczinski: "Er hat Regie geführt"

"Servus liebe Löwenfans – hat mich riesig gefreut für euch zu spielen. Leider haben wir nicht gewonnen, aber es hat Spaß gemacht, ich habe Lust auf mehr und dann sehen wir uns in der neuen Saison wieder – bis dann!", durfte Xaver Kiefersauer nach der 1:2-Heimniederlage des TSV 1860 gegen den FC Ingolstadt 04 in einem Video auf den Kanälen der Löwen in den Sozialen Medien sagen – ganz ohne Drama. Im Gegenteil: Der 20-jährige Teenager hatte eben ein starkes Startelfdebüt als Taktgeber gefeiert (AZ-Note 2).

Cheftrainer Markus Kauczinski nahm die Steilvorlage des Berufes vom Papa gekonnt auf, als er nach dem mal wieder enttäuschenden Heim-Finale der Sechzger den jungen Mann hervorhob, der das 1:0 des TSV durch Kollege Samuel Althaus eingeleitet hatte: "Xaver Kiefersauer hat es bei seinem Startelf-Debüt toll gemacht, hat Regie geführt." In diesem Sinne wollen wir den Steilpass verwerten: Und Action, Herr Kiefersauer!

Kiefersauer-Weg wurde von kleinem Drama gestoppt

Der nächste Junglöwe dieses scheinbar niemals endenden Reservoirs an talentierten Nachwuchsspielern legte ein blitzsauberes, fast filmreifes Debüt hin auf Giesings Höhen. "Startelfdebüt hier im Grünwalder – es hat Riesenspaß gemacht, war ein richtig geiles Gefühl, erstmal einzulaufen mit den Einlaufkindern und hier die ganze große Atmosphäre auch während des Spiels. Der Support war super, das ist ein großer Unterschied zur Bayernliga und hat richtig Spaß gemacht", jubilierte der junge Mann, der beim 1:1 in Schweinfurt seine ersten Drittliga-Minuten erhalten hatte, nach der Premiere. Klappe, die Erste.

Nach AZ-Informationen war der Weg des Juwels unter den Junglöwen schon früher vorgezeichnet, wurde aufgrund eines kleinen Dramas aber fast gestoppt: Der Kapitän des TSV 1860 II in der fünftklassigen Bayernliga, wo er aufgrund seines Spielwitzes, seiner technischen Fertigkeiten und seines Tempos als Sechser in 19 Saisonspielen sechs Treffer und zwei Assists sammeln konnte, wurde im September 2025 von einem Knöchelbruch aus der Bahn geworfen, just als er verstärkt Profi-Luft schnuppern sollte.

Sieht seinem Sohn durchaus ähnlich: Matthias Kiefersauer.
Sieht seinem Sohn durchaus ähnlich: Matthias Kiefersauer. © IMAGO

Kiefersauer spielt mit Dulic schon seit der U10 zusammen

Anfang März, als Kiefersauer sein Comeback gegen den FC Schwaig (3:0) gegeben und doppelt getroffen hatte, meinte Kauczinski: "Ich habe ihn jetzt zum ersten Mal gesehen. Er war ja länger verletzt. Vorher haben schon alle gesagt, das ist ein Guter, den müssen wir im Blick haben." Gesagt, getan – und gebunden: Vor Anpfiff des Ingolstadt-Duells hat 1860 den Mann, der laut Kauczinski "natürlich ein Kandidat, sowohl kurz-, mittel-, als auch langfristig" sei, wie Paul Bachmann und Damjan Dordan mit einem Profivertrag ausgestattet.

"Definitiv ist das ein Traum", schwärmte der Youngster, von dem der Verein ein süßes Bild als kleiner Junge im Sechzger-Dress postete und erzählte über seinen Spezl Sean Dulic: "Man hat die anderen Spieler gesehen, mit dem Sean spiele ich schon seit der U10 zusammen." Kiefersauer weiter: "Es war immer geil zu sehen, dass er hier ist. Ich war oft im Stadion und habe mit seinem Vater zusammen geschaut, das war immer sehr schön zu sehen – jetzt das selber zu erleben, ist richtig geil!"

Ich war oft im Stadion und habe mit seinem Vater zusammen geschaut, das war immer sehr schön zu sehen – jetzt das selber zu erleben, ist richtig geil!

Xaver Kiefersauer

Löwen-Youngster hat Lust auf mehr 

Kiefersauers Worte beinhalten gleich eine ganze Reihe von Superlativen, die von Herzen zu kommen scheinen. Vielleicht auch deshalb, weil der junge Bursche seine Sechzger-Felle mit einem angedachten Wechsel zum FV Illertissen, der sich allerdings zerschlagen hat, schon davonschwimmen sah? Auf AZ-Anfrage, ob er Lust auf mehr habe, meinte Regisseur-Sohn, der künftig selbst Regisseur der Blauen werden könnte: "Unendlich! Es ist wie eine Sucht!"

Nicht der schlechteste Stoff für einen neuen Streifen über Sechzig und sein neustes Spielmacher-Talent, oder? Die Folge "München Mord: Ausnahmezustand" aus dem Jahr 2020, allerdings ohne den Papa, widmete sich der Löwen-Fanszene. Die Herren Kiefersauer, bitte übernehmen!

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