Der Ismaik-Schwur

Der Investor verspricht den Löwen zwei Dinge, an denen er sich jetzt messen lassen muss. Er will die 1,5 Millionen Euro für die Lizenz zahlen. Und er will sich nicht in die Präsidentensuche einmischen.
| Maximilian Wessing
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Sorgt bei 1860 für richtig Ärger: Investor Hasan Ismaik.
Rauchensteiner Sorgt bei 1860 für richtig Ärger: Investor Hasan Ismaik.

Der Investor verspricht den Löwen zwei Dinge, an denen er sich jetzt messen lassen muss. Er will die 1,5 Millionen Euro für die Lizenz zahlen. Und er will sich nicht in die Präsidentensuche einmischen

MÜNCHEN Noor Basha wiederholte sich häufig. Eines war ihm ganz wichtig: „Die Situation ist Hasan Ismaik und uns peinlich. Total peinlich!” Mit dem Ausdruck „Situation” drückte sich der Cousin von Investor Hasan Ismaik noch vorsichtig aus. „Dauerquerelen” oder „Eskalation” hätten besser gepasst. Seit Wochen, ach was, Monaten geht es nun hin und her. Ein Affront schlägt den anderen.


Das Lager von Ismaik ist nun bemüht, die Wogen ein wenig zu glätten und den Anhängern ein besseres Gefühl zu geben. Auch wenn es sicherlich nicht förderlich ist, dass die Kommunikation mit ihnen und dem Verein inzwischen nur via Rechtsanwalt möglich ist. „Die Vergangenheit macht uns traurig”, sagt Basha zur AZ. „Der Verein wollte nur das Geld von Hasan Ismaik, das muss sich ändern.” Darauf sind die Löwen schon wieder angewiesen. Bis zum 23. Mai müssen bei der DFL die Auflagen erfüllt sein, um die Lizenz für die kommende Saison zu bekommen. Doch Ismaik macht Hoffnung. Was er verspricht – und woran er sich nun messen lassen muss. Es ist der Ismaik-Schwur.


Versprechen 1: Der Jordanier wird den Löwen die benötigten 1,5 Millionen Euro überweisen, um grünes Licht von der DFL zu erhalten. „Er ist absolut gewillt zu bezahlen und er wird auch zahlen”, verspricht Basha, Ismaiks Sprachrohr und Berater. „Niemand wirft sein Geld freiwillig auf die Straße, das macht ein Robert Schäfer nicht, ein Otto Steiner nicht und auch Hasan Ismaik nicht.” Die Löwen arbeiten im Hintergrund schon fieberhaft daran, die Lizenz auch ohne finanzielle Unterstützung Ismaiks zu bekommen. Gerade seine Forderung nach der Rückzahlung der bereits gezahlten drei Darlehen in Höhe von fast zehn Millionen Euro war für die Löwen Warnschuss genug. Die Ankündigung, den Betrag für die Lizenz zu bezahlen, kommt daher überraschend. Bislang zahlte der Jordanier jedoch alle vereinbarten Summen, wenn auch auf den letzten Drücker.


Versprechen 2: Die größte Baustelle der Löwen ist zweifelsfrei die Suche nach einem geeigneten Präsidenten. Die Schlange der Kandidaten reicht allerdings von der Eingangstür der Geschäftsstelle nicht gerade bis zur Grünwalder Straße, nicht einmal bis auf den Bürgersteig. Es gibt gar keine. Aufsichtsratschef Otto Steiner, verantwortlich für die Nachfolge von Hep Monatzeder, der allerdings nie gewählt wurde, sagte der AZ, dass er einige Kandidaten im Kopf habe. Basha kündigt nun an, dass die Suche allein in der Hand der Löwen liege. „Hasan Ismaik wird sich nicht einmischen und keinen Kandidaten vorschlagen. Er vertraut dem demokratischen System und ist sich sicher, dass die Mitglieder bei der Versammlung den richtigen Kandidaten wählen.” Denn: „Hasans Vision ist die Vision der Fans.” Bis zur Mitgliederversammlung kann noch einige Zeit vergehen. Bevor diese einberufen werden kann, müssen erst einmal Kandidaten gefunden werden. Ohne Ismaik.


Bleibt nur die Frage, warum Ismaiks Anwalt, Dr. Michael Scheele, über das Wochenende schon wieder nach Abu Dhabi reist. „Wir müssen den Verein professioneller machen”, sagt Basha immer wieder. „Unser Anwalt kommt, um unsere Position klar zu bestimmen.” Scheele kündigte an, Anfang kommender Woche über die „ergebnisoffenen” Gespräche Auskunft zu geben. Um die zwei Versprechen werde es laut Basha dabei jedoch nicht gehen.

Die Reaktion der Löwen: Aufsichtsratsboss Otto Steiner: „Wenn diese Aussage bedingungslos so gilt, würde mich das sehr freuen. Das wäre ein konstruktiver Schritt aufeinander zu. Wir müssen wieder mehr zu Sachthemen kommen und nicht immer über Personalfragen diskutieren. Das könnte eine Brücke bauen. Aber ich muss auch zugeben, dass wir den Glauben zwischenzeitlich schon etwas verloren hatten, weil seine Forderungen immer wieder mit personellen Bedingungen verbunden waren.“ Ismaik muss sich jetzt an Bashas Versprechen messen lassen.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren