Das Lovin-Aus: „Alles kaputt! Er hat geweint“

Der rumänische 1860-Stratege erleidet beim 3:1 gegen Fürth einen Kreuzbandriss und fällt sechs Monate aus. Die Löwen leiden mit ihm – und müssen doch erwägen, Ersatz zu verpflichten. Kommt Hamann?
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Will nicht länger die Bank drücken bei den Löwen: Florin Lovin
sampics/Augenklick Will nicht länger die Bank drücken bei den Löwen: Florin Lovin

Der rumänische 1860-Stratege erleidet beim 3:1 gegen Fürth einen Kreuzbandriss und fällt sechs Monate aus. Die Löwen leiden mit ihm – und müssen doch erwägen, Ersatz zu verpflichten. Kommt Hamann?

MÜNCHEN Es war eine Halbzeitpause, die den Löwen-Profis in Erinnerung bleiben wird. 0:0 stand es gegen Fürth, als sie in die Kabine gingen und dort ihren früh ausgewechselten Mitspieler Florin Lovin vorfanden. Trainer Ewald Lienen schilderte das Szenario später so: „Flo lag in der Halbzeit in der Kabine und hat geweint. Er hat da schon gespürt, dass alles kaputt ist im Knie. Er war am Boden zerstört.“ Und die Mannschaft bestürzt.

In der 5. Minute hatte Lovin, der rumänische Mittelfeldstar der Löwen, die Verletzung bei einem Pressschlag mit dem Fürther Youssef Mokthari erlitten. Im linken Knie riss das vordere Kreuzband und das Innenband. 1860-Profi Alexander Ludwig erzählte später: „Ich hab’s von hinten gesehen. Flo hat den Fuß hingehalten und dann ganz laut geschrien.“

In der Kabine, wo sich Lovin noch unter Schmerzen wand, erfuhren sie dann von der Diagnose. Torwart-Routinier Gabor Kiraly befahl dann: „Wir gehen jetzt raus und gewinnen nicht für uns, nicht für die Fans, sondern heute ganz allein für Flo Lovin.“ Der Appell kam an; die Löwen gewannen das Derby schließlich mit 3:1.

Doch ihren wohl wertvollsten Strategen haben sie verloren. „Normalerweise fällt man mit so einer Verletzung sechs Monate aus“, sagte Trainer Lienen deprimiert. „Das ist ein Schlag ins Kontor, das hat der Junge nicht verdient. Wir haben einen hohen Preis für diesen Sieg bezahlt. Flo war unser Dreh- und Angelpunkt.“

Lovin, vor dieser Saison von Steaua Bukarest gekommen, ist am Sonntagmorgen bereits operiert worden. Mannschaftsarzt Dr. Alois Engelhard nahm den Eingriff in der Gräfelfinger Wolfartklinik vor: „Die OP hat anderthalb Stunden gedauert und ist gut verlaufen.“ Bis Freitag soll Lovin im Krankenhaus bleiben.

Mit Lovins Comeback in dieser Saison sollten die Löwen eher nicht planen. Wie kompensiert 1860 nun diesen Ausfall? „Wir haben mehrere Möglichkeiten“, sagte Trainer Lienen. Eine davon hat er gegen Fürth schon mit Erfolg ausprobiert: Mathieu Beda, der eigentlich an der Grünwalder Straße schon als aussortiert galt, übernahm als Einwechselspieler nach dem Lovin-Aus die Rolle im zentralen Mittelfeld – und überzeugte. „Er hat seine Sache gut gemacht“, lobte Lienen den Franzosen.

Es gibt bei 1860 aber auch die Überlegung, personell nachzubessern. Zwar beginnt die nächste Transferperiode erst am 1. Januar. Aber vertragslose Spieler können auch jetzt verpflichtet werden. „Ich gehe davon aus“, sagt Lienen, „dass sich jetzt eine Vielzahl von Spielerberatern bei uns melden werden. Es sind ja nicht nur blinde Spieler auf dem Markt.“ Ob Ex-Bayer Didi Hamann (36) erneut ein Thema für 1860 wird? Der bei Manchester City aussortierte Münchner sucht noch einen neuen Klub.

Oliver Griss, Alexander Neumann

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