"Das ist eine Extramotivation": 1860-Trainer Kayabunar berichtet von Kabinenbesuch
Einen sportlichen Energieschub hat der TSV 1860 gerade nötig – und vielleicht helfen die Sechzger Befreiungsnachrichten aus dieser Woche dabei. "Der Präsi (Gernot Mang, d. Red.) war in der Kabine", berichtete Trainer Alper Kayabunar von der Überbringung der frohen Übernahme-Botschaft der werthaltigen KGaA-Anteile für alle blauen Neustarter und setzte hinzu: "Das ist eine Extramotivation."
Schaden kann das auf keinen Fall vor dem zu erwartenden kernigen Oberpfalz-Gastspiel am Freitag bei der DJK Vilzing (19 Uhr, AZ-Liveticker), denn die positiven sportlichen Schwingungen verlieren gerade an Energie, weswegen Kayabunars Mahnungen langsam an Deutlichkeit zunehmen.
"Wir betreiben sehr viel Aufwand, um zu Torchancen zu kommen, da tut jeder krasse Fehler weh, das müssen wir unbedingt abstellen", forderte der 41-Jährige. Denn davon gab es gegen Landsberg (1:1) und vor allem beim Toto-Pokal-Aus gegen Buchbach (1:3) zu viele.
"Wir müssen es schaffen, mehr Kontrolle zu haben"
Kayabunar weiß, dass es einem jungen Konstrukt wie diesem Löwen-Kader ohnehin noch an Stabilität mangelt, also sind Erfolgserlebnisse umso wichtiger. Der Coach baut darauf, dass die Schultern von Führungsspielern wie Kapitän Dennis Dressel, Tunay Deniz, Florian Niederlechner und anderen mehr Last tragen – und die der jungen Wilden so leichter werden. Er sagt aber auch: "Wir haben keine Zeit zu jammern. Wir müssen es schaffen, mehr Kontrolle zu haben, daran arbeiten wir."
Denn im ländlichen Ortsteil von Cham und dem kleinen, 2500 Personen fassenden Manfred-Zollner-Stadion wartet am Waldesrand alles andere als ein Abendspaziergang, sondern eine hart-herzliche Regionalliga-Prüfung. "Vilzing steht für robusten Fußball, sie arbeiten körperlich, wir können uns auf einige Zweikämpfe vorbereiten", stellt Kayabunar heraus.

Zudem hat das Team um Ex-Löwe Markus Ziereis zuletzt in Burghausen beim wilden 5:4 Selbstvertrauen getankt und könnte auf eine gewisse Unsicherheit der Giesinger spekulieren.
TSV 1860 wohl mit Deniz und Uhlmann gegen Vilzing
"Es ist wichtig", verdeutlicht Sechzigs Coach daher, "die Fehler nicht zu wiederholen." Sie könnten sonst weitere Energie rauben, nachdem gegen clevere Buchbacher "krasse Ballverluste" auffielen und "falsche Entscheidungen" sowie "technische Mängel, die stören". Das könnte sich mit der Rückkehr von Mittelfeldstratege Deniz ändern, der bekannt ist für seine feine Klinge und am Donnerstag ebenso trainierte wie der neueste Neu-Löwe Eric Uhlmann, der von Erzgebirge Aue kam und schon am Freitag für mehr defensive Stabilität sorgen könnte."
Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass er dabei sein wird", sagte Kayabunar auf die Frage, ob der 23 Jahre alte gebürtige Leipziger in Vilzing zum Kader gehört. Was hingegen beim zuletzt angeschlagenen Ex-Vilzinger Felix Weber unwahrscheinlich ist.
"Wer kein Ticket hat, kann sich den Weg zum Stadion sparen"
Generell stellt sich die Oberpfälzer Gemeinde für ihre Verhältnisse auf ein Großereignis ein und sollte zumindest abseits des Spielfeldes mit einem 1860-Ansturm rechnen. "Wer kein Ticket hat, kann sich den Weg zum Stadion sparen", sagt DJK-Abteilungsleiter Roland Dachauer und erwartet "einen reibungslosen Ablauf. Wir stehen im Austausch und sind uns sicher, dass auch die Gästefans zu der guten Stimmung, die in unserem Stadion herrscht, beitragen werden."
Man darf davon ausgehen, dass die Löwen-Fans zur Stimmung nicht nur beitragen, sondern sie dominieren werden. Denn die Unterstützung für die Sechzger dürfte sich nicht allein auf die Menge des überschaubaren Auswärts-Ticketkontingents beschränken. Erst recht in Zeiten des Kampfes um die viel beschworene Giesinger Freiheit. Deren Befürworter würden sich aber auch mal wieder über Tore und Punkte freuen, schließlich will der TSV auch im sechsten Saison-Ligaspiel ungeschlagen bleiben.
In Vilzing veritas. In Vilzing liegt des Löwen Wahrheit.

