Das 100 000-Euro-Gelübde: 1860 droht eine Nachzahlung

Nach der 0:1-Niederlage in Augsburg können die Löwen am Saisonende auf einen zweistelligen Tabellenplatz abrutschen. Dann muss Geschäftsführer Stoffers ein Versprechen einlösen.
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Kampf um die Lufthoheit: Sascha Rösler und Mate Ghvinianidze  gegen Augsburgs Stephan Hain.
dpa Kampf um die Lufthoheit: Sascha Rösler und Mate Ghvinianidze gegen Augsburgs Stephan Hain.

AUGSBURG - Nach der 0:1-Niederlage in Augsburg können die Löwen am Saisonende auf einen zweistelligen Tabellenplatz abrutschen. Dann muss Geschäftsführer Stoffers ein Versprechen einlösen.

Jos Luhukay gilt als akribischer Trainer, der die Leistung seiner Mannschaft sofort auf den Punkt analysieren kann. Am Sonntag verzichtete der Niederländer aber auf Analysen. „Ich möchte einfach nur meiner Mannschaft zu dieser tollen Saison gratulieren“, sagte Luhukay. Sein FC Augsburg hat sich nämlich nach dem 1:0-Sieg gegen die Löwen den dritten Platz in Liga zwei gesichert, der zu den Relegationsspielen um den Bundesligaaufstieg berechtigt (13. und 16. Mai gegen den Drittletzten der Bundesliga).

Ewald Lienen dagegen hatte erneut wenig zu feiern. Zwar lobte der Löwen-Coach die Leistung seiner Mannschaft im Derby, die Kampf- und Laufbereitschaft seiner Jungs im ausverkauften Augsburger Stadion und sprach den Löwen sogar „ein riesengroßes Kompliment“ aus. Doch die Löwen fuhren wieder mal ohne Punkte zurück nach München.

Dabei hatte Lienen auch in Augsburg wieder einiges ausprobiert. Im Vergleich zum 2:2 gegen Oberhausen vergangene Woche hatte der Coach seine Startelf auf insgesamt fünf Positionen geändert – und Kapitän Benny Lauth wieder auf die Bank verbannt.

Heraus kam eine Systemumstellung auf ein defensives 4-1-4-1. Ein Experiment, um die starke Offensivabteilung der Augsburger in Zaum zu halten. Das klappte – bis aufs Kopfball-Gegentor durch Jens Hegeler (67.) – leidlich gut. Mittelfeldspieler Alexander Ludwig meinte gar, die Löwen hätten die Partie gegen den Aufstiegsaspiranten „eigentlich klar kontrolliert“.

Doch zeigte die Umstellung auch, dass die vor der Saison zusammengewürfelte Truppe sich auch am 33. Spieltag noch nicht wirklich gefunden hat. Das Ergebnis ist eine Saison, in der man trotz einiger ansprechender Spiele nie den Sprung in ganz obere Tabellenregionen geschafft hat – und an deren Ende Geschäftsführer Manfred Stoffers eine kostspieliges Wette mit dem Anhang zu verlieren droht.

Vor Saisonbeginn hatte Stoffers die Preise für die Dauerkarten erhöht, den Fans im Gegenzug aber versprochen, dass der Klub mindestens einen einstelligen Tabellenplatz belegen würde. Klappt das nicht, würden die Löwen den rund 12 000 Dauerkartenbesitzern fünf Prozent des Kaufpreises erstatten. Am Sonntag droht 1860, derzeit Neunter, beim Heimspiel gegen Union Berlin bei einer weiteren Niederlage der Absturz bis auf Platz 13 – und Stoffers die Nachzahlung. „Das würde ich nicht so hoch hängen", sagte Stoffers in Augsburg, „man muss der Mannschaft eher ein Kompliment machen, die Einstellung war vorbildlich. Wenn sie gegen Berlin so spielen, habe ich keine Sorgen.“

Verlieren die Löwen, würde es den Klub rund 100 000 Euro kosten. „Sie können ja den Trainer fragen, ob er das im Fall der Fälle übernehmen würde“, sagte Stoffers im Scherz. Zahlen würde Lienen das wohl nicht, den Ernst der Lage scheint er aber erkannt zu haben. Gefragt, ob er angesichts der finanziellen Situation davon ausgehe, in der nächsten Saison eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz bringen zu können, antwortete Lienen bei „sky“: „Ich glaub’ schon, aber wir können ja kein Geld kacken. Das bisschen, was wir haben, müssen wir ja dem FC Bayern geben.“

Filippo Cataldo, Marco Plein

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