Daniel Halfar: Hatte keine Lust, auf der Tribüne zu sitzen

Der Ex-Löwe spricht über seinen Wechsel nach Köln: „Ich bin nicht nachtragend”.
| Interview: Filippo Cataldo
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Ex-Löwe Daniel Halfar spricht über seinen Wechsel  nach Köln: „Ich bin nicht nachtragend”.

AZ: Herr Halfar, Sie werden vermisst in München! Zuletzt nannte Präsident Gerhard Mayrhofer Ihren Verkauf nach Köln einen Fehler. Verfolgen Sie noch die Situation bei 1860?

DANIEL HALFAR: Hin und wieder lese ich, was Ihr über die Löwen schreibt. Außerdem stehe ich noch in regem Kontakt mit Benny Lauth und ein paar anderen. Ich bekomme schon noch mit, was bei 1860 passiert. Aber das ist doch klar: Ich hatte eine gute Zeit bei den Löwen. Es ist auch schön, dass der Präsident dieser Meinung ist.

Sportchef Florian Hinterberger könnte Ihr Verkauf sogar zum Verhängnis werden.

Es steht mir nicht zu, die Lage bei 1860 zu kommentieren. Aber manchmal ist es so, dass auch den Verantwortlichen die Hände gebunden sind oder dass sie Dinge tun müssen, die sie vielleicht gar nicht tun wollen. Ich bin jedenfalls nicht nachtragend, habe gute Erinnerungen an meine Zeit in München und ein gutes Verhältnis zu den Löwen. Ich wünsche 1860 alles erdenklich Gute. Nach dem Spiel bei uns dürfen sie gerne eine Serie starten.

Und das, obwohl Ihr Abschied nicht wirklich harmonisch verlief. Der damalige Trainer Alexander Schmidt hatte Sie sogar ohne Trainingsplan in die Sommerpause geschickt.

Der Verein hat sich klar positioniert, für mich war klar, wo die Reise hingeht. Nachdem wir uns nicht auf einen neuen Vertrag einigen konnten...

Hinterberger sagt, man habe Ihnen ein für 1860-Verhältnisse gutes Angebot gemacht, aus Ihrem Umfeld war zu hören, es sei ein Alibi-Angebot gewesen.

Jedenfalls standen im schriftlichen Angebot andere Dinge, als vorher mündlich vereinbart worden war. Wir haben das Angebot zurückgewiesen, aber uns grundsätzlich offen gezeigt für neue Gespräche. Aber der Verein hat mir die Entscheidung abgenommen. Der Abschied war dann eine logische Konsequenz. Ich hatte keine Lust, mich ein halbes oder ganzes Jahr auf die Bank oder die Tribüne zu setzen. Oder bei den Amateuren zu spielen. Und dann hat sich ziemlich bald schon Köln gemeldet.

Auch Braunschweig soll interessiert gewesen sein. Wieso haben Sie sich für ein weiteres Jahr Zweite Liga entschieden?

Es stimmt, dass mein Berater Gespräche geführt hat mit Braunschweig. Aber nach meinen Gesprächen mit Jörg Schmadtke (Geschäftsführer Sport beim 1. FC Köln, die Red.) und Jörg Jakobs (Leiter der Lizenzspieler-Abteilung) war für mich klar, dass ich unbedingt nach Köln will. Die beiden haben mir klar gemacht, dass sie mich unbedingt haben wollen und dass sie mit mir unser gemeinsames Ziel erreichen wollen – wieder in die Bundesliga zu kommen. Das tat gut.

Dem Ziel Bundesliga scheinen Sie mit Köln jetzt schon näher zu sein als jemals mit 1860...

Klar, im Moment läuft es gut. Und der FC ist eine tolle Marke, der Verein strebt nach oben. Aber: Wir sind noch nicht in der Bundesliga, wir können die Situation schon realistisch einschätzen.

Es heißt, Schmadtke hätte den FC diszipliniert...

Ich kann schwer beurteilen, wie es vorher war. Aber Schmadkte, Jakobs und unser Trainer Peter Stöger mit seinem Team sind eher ruhige Zeitgenossen, die wissen, was sie tun und wie sie das Umfeld beruhigen können. Wir spielen stark nach vorne – was natürlich auch mir entgegen kommt.

 

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