Christopher Schindler: „Das pusht mich“

1860-Kapitän Christopher Schindler spricht über das Papa-Dasein, die Pokalpartie gegen Hoffenheim, das Duell mit Kumpel Kevin Volland und die weiterhin fehlenden Neuzugänge: „Klar ist nicht alles super“
| Matthias Eicher
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Übernimmt Verantwortung: 1860-Kapitän Christopher Schindler.
sampics/Augenklick Übernimmt Verantwortung: 1860-Kapitän Christopher Schindler.

AZ: Herr Schindler, vor kurzem sind Sie Vater geworden. Wie geht’s der Familie?

CHRISTOPHER SCHINDLER: Gut! Ein bisschen wenig Schlaf (schmunzelt). Die Kleine muss noch ihren Rhythmus finden. Aber meine Frau Paulina versucht, mir soviel es geht abzunehmen, damit ich mich auf den Fußball konzentrieren kann.

Können Sie daraus Kraft schöpfen für den Job?

Es ist für mich privat das Beste, was ich je erlebt habe. Dann merkt man einfach, wo seine Prioritäten liegen. Ich denke, das kann jeder bestätigen, der Vater geworden ist. Natürlich pusht das einen und gibt mir entsprechend viel Kraft.

Wie ist die sportliche Stimmungslage nach den beiden Auftakt-Pleiten?

Wenn wir nach jedem Spiel feststellen: Heute war’s wieder ordentlich – das reicht nicht. Wir stehen nach zwei Spielen mit null Punkten da, also muss man schon sagen: Leute, jetzt muss dann auch mal was Zählbares dabei rauskommen.

Die Leistung gegen Freiburg dürfte ja Anlass zur Hoffnung geben.

Absolut. Man hat gesehen: Wenn die Offensive mitverteidigt, kann man auch eine solch spielstarke Mannschaft wie Freiburg im Schach halten. Wir müssen uns in der ein oder anderen Situation einfach cleverer verhalten, dann werden wir unsere Punkte holen. Trotzdem sind wir natürlich enttäuscht, dass wir zweimal verloren haben.

Am Samstag geht‘s in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen die TSG Hoffenheim. Was schoss Ihnen nach der Auslosung durch den Kopf?

Es ist eben so, dass wir durch die schlechte Platzierung in der Liga einen Gegner aus dem ersten Topf bekommen haben. Nichtsdestotrotz: Wir spielen am Samstag nicht, um für 1899 im erstem Pflichtspiel ein guter Trainingspartner zu sein. Unser Ziel ist, weiterzukommen.

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Gerade im späteren Saisonstart der Bundesliga könnte ja eine Chance liegen.

Hoffenheim hatte noch kein Pflichtspiel, ihnen fehlt noch diese Wettkampfhärte. Und wenn wir defensiv so auftreten wie gegen Freiburg, hat es jeder Gegner schwer gegen uns, egal wie er heißt und ob da Kevin Volland im Sturm spielt oder jemand aus der Zweiten Liga.

Wie sehr freuen Sie sich denn auf ein Wiedersehen mit Volland? Sie waren ja früher dicke Kumpels.

Das sind wir auch geblieben. Wir hatten damals in etwa die gleiche Entwicklung, sind beide vor fünf Jahren bei Sechzig zu den Profis gekommen. Letztes Jahr hat unser Kontakt etwas unter der schweren Saison gelitten. Aber auch das zeichnet die Freundschaft mit ihm aus: Wir haben uns in dieser Phase trotzdem nicht aus den Augen verloren. Jetzt freue ich mich drauf, endlich mal wieder mit ihm auf dem Platz zu stehen.

Wie lautet denn der Schlachtplan gegen Volland und Co.?

Es wird wichtig für uns sein, ihn auszuschalten. Wenn wir defensiv gut stehen, muss er auch erstmal ein Tor schießen. Aber nicht nur ihn, die sind ja durch die Bank stark besetzt: Wir müssen versuchen, mit unserer Kompaktheit und Geschlossenheit, die klar besseren Einzelspieler aufseiten des Gegners im Schach zu halten.

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Sie hätten vor der laufenden Saison auch den nächsten Karriereschritt in die Bundesliga gehen können – wie Volland 2012.

Kevin hatte in der Saison, als er ging über 20 Scorerpunkte (13 Tore, elf Assists Anm. d. Red.). Es ist ein Unterschied, ob einer geht, der sich nach so einer super Saison empfohlen hat oder ein Innenverteidiger, nachdem er gegen den Abstieg in die Dritte Liga gespielt hat. Das ist schwer zu vergleichen. Ich habe jetzt hier unterschrieben und bereue diese Entscheidung keine Sekunde. Das hat nichts damit zu tun, dass ich keine Lust habe, in der Ersten Liga zu spielen. Für mich war die Perspektive hier entscheidend und dass es für mich und für meine Laufbahn am besten passt.

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Die von vielen – auch Ihnen – geforderten Neuzugänge bleiben aber weiterhin aus.

Wenn Neuzugänge kommen, ist die richtige Qualität wichtig. Das ist zum einen eine finanzielle Frage, zum anderen ist es eben schwierig, wenn man nur von außen sieht, was hier los ist. Trotzdem: Bei allem, was nicht so läuft – es gibt auch deutlich schlechtere Adressen als Sechzig München. Der Verein hat richtig viel zu bieten. Klar ist nicht alles super, aber man darf nicht vergessen: Viele junge Spieler konnten sich zuletzt hier trotz des unruhigen Umfelds entwickeln. Wenn ich die Leistung sehe, muss ich sagen: Ich habe keine Angst vor den nächsten Spielen. Auch ohne Neuzugänge.

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