Bülow: "Ich bin nicht so der typische Fußballer"

Kai Bülow ist der Mr. Zuverlässig beim TSV 1860. Der Defensivspezialist kümmert sich um die Mannschaftskasse, steht auf Basketball – und er liebt die Münchner Museen
| Interview: Marco Plein
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Trainingspause: Kai Bülow
sa,pics/Augenklick Trainingspause: Kai Bülow

AZ: Herr Bülow, seit Sie letzten Sommer nach München gekommen sind, stand 1860 nie so weit oben in der Tabelle wie jetzt.

KAI BÜLOW: Na klar, es macht schon richtig Spaß, oben zu stehen. Letztes Jahr waren wir ja, wenn überhaupt, nur im oberen Mittelfeld, in Rostock musste ich auch meistens nach unten gucken, um uns zu finden. Also könnte es gerne länger so bleiben, wie es jetzt ist. Aber zum jetzigen Zeitpunkt sagt eine Tabelle sowieso noch nichts aus. Wichtiger ist, dass unser Mannschaftsklima stimmt.

Sie haben erst hinten gespielt, dann im Zentrum, jetzt wieder hinten und standen in 33 der letzten 34 Pflichtspiele in der Startelf. Sind Sie der Mister Unverzichtbar bei 1860?

Das sollen andere beurteilen. Bis jetzt bin ich mit meinen Leistungen für die Löwen aber grundsätzlich zufrieden und werde versuchen, das beizubehalten.

Auffällig ist, wie schnell Sie in der Hierarchie aufgestiegen sind. Vor einem Jahr waren Sie frisch dabei, jetzt sind Sie Verantwortungsträger.

Dadurch, dass ich oft spiele und auch in zentralen Positionen eingesetzt werde, ist das ja meine Pflicht. Ich bin zwar ruhig, aber auf dem Platz kann ich laut sein und Anweisungen geben. Wenn man sich den Respekt und das Vertrauen der Mitspieler erarbeitet, etabliert man sich auch automatisch intern. Ich bin dieses Jahr zum Kassenwart gewählt worden, das ist ja auch eine große Wertschätzung.

Nicht eher lästige Pflicht?

Ich übernehme gerne Verantwortung. Manchmal kann’s zwar etwas nervig sein, den Strafen hinterherzulaufen, aber alles in allem haben wir eine ziemlich gute Zahlungsmoral bei uns im Team.

Was war denn die höchste Strafe, die Sie kassiert haben?

Glauben Sie ernsthaft, dass ich das jetzt verraten würde?

Einen Versuch war’s wert.

Ne, ich werde den Teufel tun. Sonst hätte ich ein Problem.

Reden wir über was anderes: Auf der Homepage Ihres Fanklubs sind Sie bei einem Basketballspiel in Rostock zu sehen. Sind Sie doppelt talentiert?

Na ja, ich kann ganz gut werfen und wurde schon für meine Defense gelobt. Das Match in Rostock war ein All-Star-Spiel zu einem guten Zweck. Angetreten sind bekannte Rostocker gegen die U20 von Alba Berlin. Das war großer Spaß. Gerade für mich, ich bin ja großer Fan und habe zum Beispiel auch bei einigen NBA-Finalspielen mit Dirk Nowitzki nachts mitgefiebert.

Stimmt es, dass Sie in einen Jahr in München schon fast jedes Museum der Stadt besucht haben?

Ich würde sagen, ich war in sehr vielen, aber nicht allen. Das kann man gar nicht schaffen. Ich habe mich schon immer für Kunst begeistert, wenn ich ein Bild von Rembrandt oder Rubens sehe, das finde ich einfach beeindruckend. Erst letztes Wochenende war ich im Residenzschloss, das war auch unglaublich schön. Ich war zwar nicht von allem begeistert, was ich bis jetzt hier gesehen habe. Generell bin ich kulturell total angetan von München. Besser geht’s kaum. Alte und Neue Pinakothek sind großartig, in der Modernen Pinakothek begeistern mich nur die Surrealisten und Impressionisten.

Für einen Fußballer ist das Kultur-Interesse ja eher untypisch.

Das große Gesprächsthema in der Kabine ist es sicher nicht. Und ja, es kann schon sein, dass ich nicht so ganz der typische Fußballer bin. Aber ich kann Sie beruhigen: Ich habe daheim auch eine Playstation.

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