"Bringt bisschen Bruch": TSV-1860-Trainer Kayabunar sieht Verletzungen als Grund für Pleite

Michael Eberwein und Lasse Faßmann schon im Vorfeld verletzt, kurzfristig kam auch noch Torhüter-Routinier Vitus Eicher dazu, zu allem Überfluss mussten Abwehr-Recke Felix Weber und Mittelfeld-Abräumer Damjan Dordan jeweils verletzt ausgewechselt werden. Und fertig war die Premieren-Pleite?
TSV 1860 muss zwei Mal verletzungsbedingt wechseln
Hörte man Cheftrainer Alper Kayabunar nach der 1:3-Niederlage des TSV 1860 am Samstag beim SV Wacker Burghausen zu, konnte man glatt den Eindruck bekommen, als wären die Verletzten Schuld an Sechzigs erster Nullrunde in der Regionalliga Bayern gewesen.
"Wir müssen leider zwei Mal verletzungsbedingt wechseln, was dann in dem Augenblick vielleicht auch ein bisschen den Bruch bringt und wir mit einem Umschaltmoment einfach das Tor kassieren, das 2:1", sagte der 40-jährige TSV-Trainer am Samstagnachmittag in einem Video, in dem Pressesprecher Rainer Kmeth die Fragen stellte und Kayabunar für die Antworten sorgte – eine Pressekonferenz fand nicht statt.

Kayabunar: "Wir sind nicht so gut ins Spiel reingestartet"
Mit Blick auf den Anspruch der Blauen, auf die immer noch vorhandene Qualität auf dem Rasen und die phasenweise gezeigte Leistung muss man sich schon fragen. Waren es wirklich die Verletzten? Immerhin analysierte auch Coach Kayabunar, dass 1860 zwar "nicht so gut ins Spiel reingestartet" wären und "ein bisschen Probleme hatten, nicht in die Zweikämpfe gekommen sind, trotzdem das Tor sehr einfach kassiert" hätten.
Junglöwen-Torhüter Paul Bachmann, der anstelle von Eicher den Kasten hüten durfte, sah es ein bisschen anders. Der 21-Jährige sei "niemand, der Schuldzuweisungen sucht" und meinte über Sechzigs Dreierpack an Gegentreffern: "Es fühlt sich scheiße an. Ich hinterfrage mich natürlich trotzdem immer und will hier zu Null spielen, das ist mein Anspruch."

Bachmann: "Wir haben Moment verpasst, Spiel in unsere Hände zu bringen"
Das 1:0 war ein wie am Schnürchen gezogener Angriff über Sechzigs rechte Abwehrseite, das 1:2 ein Alleingang und das 1:3 ein Traumtor in den Winkel. Von daher musste Bachmann zugestehen: "Aber in der Art, wie die Tore fallen, ist einfach auch gut gemacht."
Am Ende hätte 1860 die Tore "als Mannschaft kassiert" – und zwar als eine, die auch in der Besetzung locker hätte gewinnen können, wenn nicht müssen: "Wir haben den Moment verpasst, das Spiel in unsere Hände zu bringen. Wenn es nach 70 Minuten 3:1 für uns steht, beschwert sich niemand und sagt niemand, dass das zu hoch ist."
Fazit: Auch die ersatzgeschwächte 1860-Elf hatte Chancen ohne Ende.