"Es reicht halt nicht": Warum Kauczinski auch nach dem Havelse-Sieg Kritik übt

1860-Coach Markus Kauczinski verbietet auch nach dem 5:0-Sieg gegen Havelse weiter jegliche Rechenspiele.
Ruben Stark
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Trainer des TSV 1860: Markus Kauczinski
Trainer des TSV 1860: Markus Kauczinski © IMAGO/STEINSIEK.CH

Der Rasen schlecht, das Spiel gut, der Sieg hoch. Ist das analog zum 5:0 in Havelse die Erfolgskombination der nächsten Wochen für den TSV 1860? "Wir müssen eh schnell und einfach spielen", sagte Trainer Markus Kauczinski am Dienstag.

Feinstes, akkurat geschnittenes und topfebenes englisches Grün braucht es dafür nicht. Rastelligleiche Einlagen und Kombinationen als Rezept für Punkte und Tore sind in der Dritten Liga ohnehin eher weniger gefragt, aber freilich hin und wieder auch mal gerne gesehen.

Über den "wahrscheinlich schlechtesten Platz der Liga" gibt es für Kauczinski "kein großes Gerede" mehr, wichtiger war dem Coach das aus Niedersachsen mitgenommene Gefühl des Triumphes gepaart mit einer Handvoll Treffer. "Man merkt, wie die Spieler gejubelt haben, wie befreit sie waren", erinnerte er.

Kauczinski-Kritik: "Das haben wir bisher zu wenig geschafft"

Und nun geht es eben darum, dieses Gefühl zu konservieren, um Überzeugung zu verstetigen, zu einem gewachsenen Selbstverständnis auszubauen. Das nämlich ist der erste Schritt, bevor es sich überhaupt lohnt, jedwede Rechenspiele zu beginnen.

"Es geht ja nur, wir haben das gesehen, nur über die Leistung und nicht nur über Willen. Du musst in die Verfassung kommen, gegen jeden Gegner gewinnen zu können. Das haben wir bisher zu wenig geschafft", schilderte Kauczinski und umriss damit auch die aktuelle Aufgabenliste seiner Löwen. Der 55-Jährige ordnete zudem ein: "Das heißt nicht, dass die Leistungen schlecht waren, die waren in Ordnung, aber es reicht halt nicht." 

Die durchschnittliche Quote an erzielten Toren muss genauso steigen, wie die Quote der Gegentreffer sinken muss. Sechzig steht da jeweils im oberen Mittelfeld, aber nicht in der Spitzengruppe, beide Bereiche sind aus Kauczinskis Sicht deshalb ausbaufähig: "Ansonsten brauchen wir eh über nichts reden. Das ist einfach ein Fakt. Es gibt einfach Benchmarks."

Pragmatismus und Realismus sind ja sowieso Bestandteil der Herangehensweise des gebürtigen Gelsenkircheners. Kauczinski ist kein Träumer, keiner, der Luftschlösser malt, kein Illusionist wie so manch anderer, der im Löwen-Kosmos schon herumfuhrwerkte. Und er wähnte seine Mannschaft schon weiter auf dem Weg, den Sehnsüchten vieler Fans zu genügen. Im Dezember. Aber: "Das war dann mit den Verletzungen nach Ingolstadt schon ein Schlag, der uns durchgeschüttelt hat."

Kapitän Verlaat macht weiter Fortschritte

Folgt man Kauczinskis Logik, dann ist der TSV noch in der Sich-davon-erholen-Phase, aber der Trainer hofft, dass die unter anderem mit der Schritt-für-Schritt-Rückkehr von Kapitän Jesper Verlaat ins Mannschaftstraining vor dem Abschluss steht.

Ob dem so ist, wird am Sonntag das Heimspiel gegen Hansa Rostock (13.30 Uhr/Magentasport) zeigen. Das Aufeinandertreffen des Tabellenachten mit dem -siebten ist ja auch das Duell der im Sommer prognostizierten Aufstiegsfavoriten.

"Da erwartet uns einfach auch nochmal eine andere Körperlichkeit, eine andere Erfahrung, ein anderes Niveau", blickte Kauczinski voraus und verwies etwa auf den aus Rosenheim stammenden Hansa-Stürmer Andreas Voglsammer.

Mal sehen, was das Gefühl danach so sagt.

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8 Kommentare
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  • shark am 20.02.2026 12:24 Uhr / Bewertung:

    Gegen Rostock erwarte ich mir einen echten Fight von 60- evt. ist auch Schröter wieder eine Option oder Philipps mit Volland.
    Niederlechner n.m.M: nicht,Verlaat auch nicht.
    Dieses Spiel wird zeigen wo 60 steht und wird auch richtungsweisend für diese Saison sein.
    Ich persönlich rechne mit einem Sieg

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  • Etty Buffmeyer am 19.02.2026 22:53 Uhr / Bewertung:

    ...und weil du den FCB als Vergleich heranziehst: der derzeitige Erfolg ist nicht nur auf die beiden außergewöhnlich guten Außenstürmer zurückzuführen, sondern der Homogenität der ganzen Truppe geschuldet. Da weiß jeder was seine Aufgabe ist und wohin er zu laufen hat. Bei uns ist viel zuviel auf Zufall ausgerichtet, und manche (z.B. Voet) agieren oft wie Fremdkörper.

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  • Benedikt am 18.02.2026 19:02 Uhr / Bewertung:

    "Es reicht halt nicht" - besser hätte der Trainer nicht argumentieren können. Konsequenz: Es spielen nur die schnellsten Spieler. Hobsch z.B. bringt 90 Minuten kaum etwas, man spielt mit zehn Leuten.
    Und trotzdem, ohne ihn fallen keine Tore. Ein Zweiter wie Haugen muss her, lieber dafür sechs, sieben
    Mitläufer abgeben. Aber das sagen wir jedes Jahr. Die sogenannten "Gstandtnen" bringen viel zu wenig, haben sich ein Engagement in der Drittliga anders vorgestellt.

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