"Bin sehr enttäuscht": Eberwein findet nach Remis klare Worte für die Leistung des TSV 1860

Der TSV 1860 kommt gegen den FC Augsburg II nicht über ein 2:2 hinaus. Nach dem Spiel hadern die Giesinger mit der Schiedsrichterleistung und der zweiten Halbzeit.
Matthias Eicher
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Nach dem Remis enttäuscht: Die Löwen um Lasse Faßmann.
Nach dem Remis enttäuscht: Die Löwen um Lasse Faßmann. © IMAGO

Kevin Volland. Sigurd Haugen. Thomas Dähne. 2025/26 war Sechzig als Top-Aufstiegsfavorit in die Drittliga-Saison gestartet, das bittere Ende ist bekannt. Eines hatten Volland und Co. in keinem einzigen Heimspiel der Löwen geschafft: ein ohrenbetäubendes "Einmal Löwe, immer Löwe" als Anheizer vor dem Anpfiff wie bei der Heimpremiere der Sechzger-Freiheitskämpfer, das Giesings Höhen zum Beben brachte – ohne Happy-End ...

Eberwein und Niederlechner sorgten für Führung

Mit einer leidenschaftlichen Leistung hat der TSV 1860 seine Premiere im weiß-blauen Wohnzimmer gegen den FC Augsburg II mit 2:2 (2:1) begangen. Nicht Volland, sondern Neuzugang Michael Eberwein (14.) und der dagebliebene Kurvenliebling Florian Niederlechner (21.) legten für furios startende Sechzger früh vor und verwandelten das Grünwalder in ein Tollhaus.

"Bis auf die Situation kurz vor der Halbzeit läuft das Spiel eigentlich gut. Aber insgesamt muss man sagen, es ist Wahnsinn, was hier für Stimmung ist im Stadion. Das spüren aber auch die Spieler", sagte 1860-Boss Manfred Paula zur Pause. Dummerweise gesellte sich zu dieser einen Situation, dem 1:2 durch Thomas Kastanaras (45.), auch noch das 2:2 durch Aris Malaj (74.). Nach demselben Ergebnis beim 1. FC Schweinfurt 05 und damit nur zwei Punkten aus zwei Spielen setzte es einen Giesinger Dämpfer.

Es sind verlorene Punkte. Wir waren in der ersten Halbzeit besser.

Felix Weber

Löwen hadern mit Gegentreffer vor der Pause

"Es sind verlorene Punkte. Wir waren in der ersten Halbzeit besser", konstatierte Felix Weber nach dem Spiel: "Wir waren in der ersten Halbzeit besser." Ähnlich sah es sein Teamkollege Eberwein: "Ich bin sehr enttäuscht, vor allem nach der ersten Halbzeit. Wir müssen 3:0 oder 4:0 führen und bekommen dann ein Gegentor. Ich glaube, dass das Tor irregulär war."

Die Löwen reklamierten ein Foul, doch Schiedsrichter Johannes Wagner sah es anders. Der Aufreger in der Partie! Dennoch gestand der Neuzugang vom BVB II ein: "Wir führen zur Halbzeit und dürfen es uns nicht nehmen lassen. In der zweiten Halbzeit haben wir zu wenig gemacht."

Traf für den TSV 1860 vom Punkt: Michael Eberwein.
Traf für den TSV 1860 vom Punkt: Michael Eberwein. © IMAGO

Mang bedankt sich bei den Fans des TSV 1860

"Mein Verein heißt Mitglied sein", warb die Westkurve mit einer weiß-blauen Choreografie vor Spielbeginn für den neuen Giesinger Weg ohne Investor Hasan Ismaik. Oberlöwe Gernot Mang nutzte die Steilvorlage des Crowdfundings der Kurve (über 350.000 Euro), um sich vor der aktiven Fanszene "zu verneigen". Ein Ultra-Sprecher dankte im Gegenzug für die enorme Giesinger, deutschlandweite und internationale Spendenbereitschaft, die das neue Motto "Football for the People" auf die Spieler-Rücken spülte.

Der Fan-Support war, mit der Ausnahme einer fiesen Partycrasher-Aktion der ungeliebten FCA-Anhängerschaft mitten hinein in die Giesinger Danksagungen, ungebrochen. Alles war angerichtet im Giesinger Festzelt.

Stand in der Startelf des TSV 1860: Loris Husic.
Stand in der Startelf des TSV 1860: Loris Husic. © IMAGO

Husic ersetzte Leone in der Startelf

Coach Alper Kayabunar tauschte im Vergleich zum 2:2-Auftakt in Schweinfurt auf einer Position: Loris Husic ersetzte Cristian Leone, rückte aber ins Zentrum und Raphael Wach von dort auf die rechte Seite. Von Beginn an zeigten sich Wach und Co. alles andere als schläfrig, drückten direkt aufs Gas. Der erste Giesinger Festakt ließ nicht lange auf sich warten: Schiedsrichter Johannes Wagner zeigte nach einer Flanke von Julian Bell an die Hand seines Gegenspielers auf den Punkt – Eberwein vollendete eiskalt.

Was der Neulöwe kann, kann ich schon lange, dachte sich Oldie Niederlechner und nickte eine sehenswerte Außenrist-Flanke von Emre Erdogan ein. Das Team von Ex-Bayern-Profi Markus Feulner und Ex-Löwe Lukas Aigner als Kapitän hatte aber auch auf dem Rasen weiter Lust, die Sechzger zu ärgern: Erst das bittere 1:2 ungünstig vor dem Pausenpfiff, trotz einiger guter Sechzger-Chancen auch noch dieses vermaledeite 2:2, von dem sich nach dem ordentlichen Auswärts-Punkt gewiss viele dachten: "Nicht schon wieder!"

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14 Kommentare
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  • Wolfi Oberlöwe am 10.08.2026 11:24 Uhr / Bewertung:

    Ob wir wollen oder nicht. Wir müssen erkennen, dass wir nach dem Absturz in die 4. Liga ganz ganz kleine Brötchen backen müssen. Die Treue der Löwenfans ist geblieben und das ist nach den vielen Tiefschlägen der letzten Wochen einmalig. Vor drei Wochen hatten wir noch gar keine Mannschaft und jetzt braucht es einfach Geduld und die Hoffnung, dass sich die Truppe einspielt und sich findet.Warten wir mal ab und bleiben realistisch.

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  • Benedikt am 09.08.2026 07:06 Uhr / Bewertung:

    Zurecht sind alle Schwachstellen angesprochen. Das ist 4. Liga und da ist der Ballberrschen ein Problem. Es ist mir immer unbegreiflich, warum man den Doppelpass nicht spielen kann.
    Ich habe auch gedacht, dass das vorhandene Spielerpotential reichen müsste, den echten Amateuren
    und Halbprofis Paroli bieten zu können. Dazu kommt, dass jeder Dorfverein das Spiel seines Lebens gegen Sechzig macht, ein Highlight bieten will. Urteilen wir noch milde, schauen wir ernsthaft erst nach den nächsten drei Spielen, was möglich ist.

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  • Stifler am 08.08.2026 19:26 Uhr / Bewertung:

    Man muß nach zwei Spieltagen die Kirche auch mal im Dorf lassen.
    Einen Durchmarsch wie 17/18 wird's nicht geben, dazu sind die Voraussetzungen völlig andere.
    Alleine von Spielern wie Karger, Gebhart, Ziereis und natürlich Mölders kann man nur träumen.

    Abgesehen davon machen es vor allem die "Jungen" gar nicht mal schlecht. Wach, Husic oder Erdogan zeigen daß Potenzial vorhanden ist.
    Gerade die Erfahrenen mit Ausnahme von Eberwein hinken noch hinterher. Bei Niederlechner hoffe ich daß er wieder in die Spur findet.

    In der Anfälligen Abwehr würde ich mir Reinthaler wünschen, einen der besten Spieler der letzten Saison.
    Unglaublich daß dieser noch vereinslos ist und 60 angeblich kein Interesse bekundet.

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