Bierofka: Comeback geplatzt

Nach fast zehn Monaten Pause muss Löwen-Profi Daniel Bierofka seine Rückkehr erneut verschieben. Sogar Sohn David (5) wundert sich schon: "Papa, spielst du?" Trainer Lienen jedoch sagt: „Für ihn ist immer ein Platz frei.“
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Kein nachträgliches Ermittlungsverfahren gegen Daniel Bierofka
Rauchensteiner/Augenklick Kein nachträgliches Ermittlungsverfahren gegen Daniel Bierofka

Nach fast zehn Monaten Pause muss Löwen-Profi Daniel Bierofka seine Rückkehr erneut verschieben. Sogar Sohn David (5) wundert sich schon: "Papa, spielst du?" Trainer Lienen jedoch sagt: „Für ihn ist immer ein Platz frei.“

MÜNCHEN Daniel Bierofka hatte dieses Jahr für Weihnachten nur einen Wunsch: Endlich wieder fit zu werden. Beim Trainingsauftakt des TSV 1860 am 28. Dezember wollte der 30-Jährige endlich wieder auf dem Fußballplatz stehen. Doch daraus wird nun doch nichts. „Im Moment“, sagte Ewald Lienen am Mittwoch, „kann ich mir nicht vorstellen, dass Daniel dabei ist. Es ist immer noch ein bisschen Sand im Getriebe.“ Allerdings fügte der Löwentrainer tröstend hinzu: „Wenn ein Spieler schon so lange weg ist, ist es normal, dass es immer wieder zu Rückschlägen kommt.“

Zwar arbeitet Bierofka, der inzwischen 17 Operationen, davon allein drei in diesem Jahr (Schambein, Bandscheibe, Leiste) über sich ergehen lassen musste, seit Wochen im Rehazentrum „Consports“ im Fasangarten an seinem Comeback, doch spielfähig ist der ehemalige Nationalspieler noch lange nicht. Zuletzt hatte er für den TSV 1860 im Februar, also vor über zehn Monaten, auf dem Platz gestanden – beim 1:4 in Duisburg.

Seitdem ist Bierofka verletzt. Und dies zu akzeptieren fällt dem Mittelfeldspieler schwer. Die hartnäckigen Fragen seines fünfjährigen Sohnes David machen die Sache auch nicht leichter. „Wenn wir ins Stadion fahren, fragt er mich immer: ,Papa, spielst du heute?’“ Doch statt in die Kabine geht’s für Bierofka – samt Sohn – mit der Rolltreppe hoch in den VIP-Bereich.

"Es geht nur darum, dass er irgendwann wieder Fußball spielt“

Von der Tribüne aus muss er untätig mitansehen, wie sich seine Kollegen („Die meisten sind mir fremd“) auf dem Rasen schlagen. „Da muss man stark sein“, sagt er.

Kontakt zur Mannschaft hat Bierofka nur noch selten – und wenn dann meist nur übers Telefon. Benny Lauth oder Michael Hofmann sind seine besten Informanten. Aber die Gespräche werden seltener. Doch auch wenn ihm viele das baldige Karriereende prophezeien, aufgeben will er nicht. „Ich will wieder Fußball spielen“, sagt Bierofka.

Tatsächlich erhält er vom Verein hierfür alle Zeit der Welt. Druck gibt es seitens des TSV 1860 nicht. Im Gegenteil. Coach Lienen macht ihm Mut: „Egal wie der Plan ist, bei seiner Historie kommt es nicht auf die ein oder andere Woche an. Es geht nur darum, dass er gesund wird und dass er irgendwann wieder problemlos Fußball spielen kann.“

Selbst eine Verlängerung seines im Sommer 2011 auslaufenden Vertrages sei denkbar. „Ich glaube“, sagte Lienen am Mittwoch, „dass für Bierofka immer ein Platz bei 1860 frei sein wird.“ Und Sportdirektor Miki Stevic ergänzt: „Wir werden Daniel nicht fallen lassen und immer hinter ihm stehen, weil er einfach super zu 1860 passt.“

Oliver Griss

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