Berhalter und das Bubi-Bollwerk

Schon drei Spiele hintereinander ohne Gegentor: Der TSV 1860 stellt die beste Abwehr der Liga. Wie Coach Kurz und sein Kapitän es geschafft haben, die „brutalen Fehler“ von einst abzustellen.
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Alle Macht dem Bollwerk: Gregg Berhalter gegen Lauterns Srdjan Lakic.
MIS Alle Macht dem Bollwerk: Gregg Berhalter gegen Lauterns Srdjan Lakic.

Schon drei Spiele hintereinander ohne Gegentor: Der TSV 1860 stellt die beste Abwehr der Liga. Wie Coach Kurz und sein Kapitän es geschafft haben, die „brutalen Fehler“ von einst abzustellen.

MÜNCHEN Freiburg, Mainz, Ahlen. Drei Spiele, drei Niederlagen. Schlusslicht mit null Punkten – so was nennt man Fehlstart. Jetzt, gut zwei Monate später sind die Löwen nicht mehr wiederzuerkennen. Der TSV 1860 hat dem Sturmlauf auf dem Betzenberg standgehalten, die Serie des 1. FC Kaiserslautern von neun Heimsiegen in Folge gebrochen. Ein 0:0 mit Ausrufezeichen. „Zu Saisonbeginn haben wir noch brutale Fehler gemacht. Jetzt funktioniert die Truppe“, sagt Trainer Marco Kurz, „jeder Sieg hat Sicherheit gegeben. Die Mannschaft wächst.“

Vor allem in der Abwehr. Die Löwen sind seit drei Spielen ohne Gegentor, das letzte ist 357 Minuten her (0:1 beim 3:1 gegen Greuther Fürth). Der Lohn: Die Löwen stellen die beste Abwehr der Liga – nur neun Gegentreffer in elf Spielen.

Die Mannschaft wächst – um Abwehrboss Gregg Berhalter. „Er kann unseren Abwehrverbund dirigieren“, sagt sein Trainer, „Gregg ist derjenige, der aufgrund seiner Erfahrung und seiner Art Hilfestellungen gibt. Das macht er sehr gut.“

Berhalter ist mit seinen 35 Jahren der älteste Löwe in der Startelf, spielte 44 Mal für die USA und seit 2006 für den TSV 1860. „Er hat viel erlebt“, sagt Kurz, „er ist ein Spieler, an dem sich die jungen Spieler orientieren können in allen Bereichen.“ Das tun sie. Allen voran seine Kollegen in der Viererkette. Markus Thorandt (27). Mate Ghvinianidze (21). Fabian Johnson (20). Dahinter steht im Tor Philipp Tschauner (23). Davor räumt immer wieder Sven Bender ab (19). Berhalter und das Bubi-Bollwerk.

„Ich bin jetzt 35, ich kann jetzt meinen Wert zeigen. Ich bin wie eine Speiche in einem Fahrrad“, sagt Berhalter. Sein Motto: „Arbeit, harte Arbeit. Ich gehe mit Beispiel voran, zeige Leidenschaft, ich spreche viel mit den Jungs. Sprechen, sprechen, immer wieder sprechen.“

Positiv denkend, typisch amerikanisch halt, spielt Berhalter seine beste Saison im Löwen-Trikot. „Alles Potenzial ist nichts“, sagt er, „wenn man es nicht ausnutzt. Jetzt glauben wir an uns.“

Das hat er ihnen eingeimpft. Fabian Johnson zum Beispiel, in Kaiserslautern speziell zur Halbzeit. „Er hat danach keinen Kopfball mehr verloren“, sagt Berhalter. Auch Thorandt, über den er sagt: „Er kam vor zwei Jahren als Mittelfeldspieler. Er hat sich super rein gespielt. Jetzt kann er in der Viererkette innen wie außen spielen. Super!“ Und natürlich Ghvinianidze. Der Georgier war oft verletzt, ist jetzt nicht mehr wegzudenken aus dem Bubi-Bollwerk. Kantig, drahtig, kompromisslos – ein unangenehmer Gegenspieler. Berhalter: „Der hat ein grenzenloses Potenzial.“

Potenzial, das spielt auch Tschauner aus. Endlich. Er spielt so gut, dass sein Konkurrent Michael Hofmann sagt: „Im August hat Philipp ja gewackelt. Jetzt ist er sehr sicher. Es macht derzeit richtig Spaß, mit ihm zu trainieren.“ Tschauner treibt auch ein besonderer Rekord an. Hobby-Statistiker Hofmann sagt: „Viermal zu Null in der Liga – das hat es bei den Löwen selten gegeben. Das habe ich nicht geschafft, Simon Jentzsch nicht und Bernd Meier auch nicht. Vielleicht schafft es Philipp.“

T. Klein

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