Benny Lauth: Seine nächste Niederlage

Erst setzt Trainer Schmidt den ehemaligen Nationalspieler als Kapitän ab, dann sitzt er gegen St. Pauli 75 Minuten lang nur auf der Bank. Doch auch seinem Ersatz gelingt wenig.
| Filippo Cataldo
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Benny Lauth (l.).
sampics Benny Lauth (l.).

Hamburg - 75 Minuten waren gespielt am Millerntor, als sich Daniel Adlung mit hochrotem Kopf an die Seitenlinie schleppte und das Martyrium beendete. Vor der 1860-Bank wartete auf seinen Einsatz schließlich: Benny Lauth, der Rekord-Torschütze der Löwen. Fast das ganze Spiel hatte der Ex-Nationalstürmer zusehen müssen, wie die Löwen zwar über weite Strecken das Spiel bestimmten, aber den Ball nicht ins Tor brachten. Dann kam Lauth endlich, vier Minuten später stand es 0:1.

Jetzt wäre die richtige Zeit gewesen für ein weiteres Kapitel der Legendenbildung. Doch Lauth gelang an diesem Abend nichts Legendäres mehr. Ihm gelang sogar kaum mehr was, ebenso wenig wie seinen Kollegen. „Benny hatte es schwer. Du kommst rein, sollst für noch mehr Belebung sorgen, dann fällt das Gegentor und die Linie geht verloren“, sagte Sportchef Florian Hinterberger.
So verloren die Löwen ein bis dahin sehr intensiv geführtes und durchaus gefällig anzusehendes Spiel doch noch unglücklich mit 0:1. Lauth dürfte an diesem Freitag aber weit mehr verloren haben als nur das Auftaktspiel.

Er musste den nächsten Nackenschlag verkraften. Lauth, immerhin mit 60 Toren der erfolgreichste aktive Knipser der Liga, ist nun seinen Stammplatz im Team los. Die Binde hatte er schon in der Vorbereitung an Guillermo Vallori verloren. Sogar aus dem Mannschaftsrat hatte ihn Trainer Alexander Schmidt genommen. Lauth hatte gut trainiert unter der Woche, es schien, dass Schmidt vielleicht noch ein paar Prozent herausgekitzelt hätte beim Ex-Nationalspieler durch die Degradierung. Mehr Leistung aus Ärger auf den Boss, das Sysyphos-Prinzip. Küchenpsychologie, aber manchmal funktioniert sowas ja.

Noch am Donnerstag schien es so, als ob Lauth von Beginn an spielen würde am Millerntor. Doch dann fand er sich erst mal – neben dem im Training ebenfalls sehr starken Bobby Wood – auf der Bank wieder. Statt ihm schenkte Schmidt dem aus Augsburg gekommenen Stephan Hain das Vertrauen. In der Vorbereitung war er von den vier Stürmern der Unauffälligste gewesen. Bei St. Pauli begann Hain sehr verhalten, hatte Mühe, ins Spiel zu kommen. Mit dem Pausenpfiff hatte er aber seine erste Chance, die Ex-Löwe Philipp Tschauner vereitelte. In der zweiten Halbzeit wurde Hain wuseliger, traute sich mehr, ohne freilich richtig torgefährlich zu werden. „Stephan war sehr aktiv, viel unterwegs, sehr spielstark“, sagte Hinterberger. Seinem Sturmpartner Rob Friend gelang wenig. „Rob hatte es schwer nach seiner frühen Gelben Karte“, sagte Hinterberger.

Und so offenbarten die neuen Löwen am ersten Spieltag der neuen Saison, dass sie die selben Probleme haben könnten wie in der letzten: Sie sind zu ungefährlich vor dem Tor. „Ich mache mir keine Sorgen, dass wir die nötigen Tore nicht machen werden“, sagte Schmidt aber. Vielleicht dann wieder mit Lauth? „Das war auf keinen Fall ein Signal für die gesamte Saison. Der Trainer hat sich viele Gedanken gemacht und heute auf Friend gesetzt. Aber das heißt nicht, dass im nächsten Spiel nicht vielleicht Lauth spielt“, sagte Hinterberger.

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