„Benny, du bist für die Tore zuständig!“

Das ist der Satz, den Lauth unter Lienen so vermisst hat. Jetzt soll alles wieder besser sein.
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„Ich weiß, wo das Tor steht“: Benny Lauth (l.), hier im 1860-Training gegen Mate Ghvinianidze, wünscht sich mehr Offensivgeist.
dpa „Ich weiß, wo das Tor steht“: Benny Lauth (l.), hier im 1860-Training gegen Mate Ghvinianidze, wünscht sich mehr Offensivgeist.

Das ist der Satz, den Lauth unter Lienen so vermisst hat. Jetzt soll alles wieder besser sein.

AZ:Herr Lauth, Sie haben in Reiner Maurer einen neuen, alten Trainer bei 1860. Mit welchem Gefühl sind Sie in die Vorbereitung auf die neue Saison gegangen?

BENNY LAUTH: Die ersten zweieinhalb Wochen mit Maurer haben Spaß gemacht. Ich bin froh, dass er jetzt hier ist. Es ist aber auch noch ein bisschen schwierig, weil der Kader noch nicht komplett ist.

Für Sie war die vergangene Saison eher unbefriedigend. Welche Ansprüche haben Sie selber an sich?

Wenn ich meine Leistung bringe, dann kann ich auch vorneweg marschieren. Dazu braucht man aber auch das Vertrauen vom Trainer. Das ist jetzt wieder so.

War's vorher anders?

Es war schwierig. In der vorletzten Saison (unter Trainer Marco Kurz, d. Red.) hieß es: „Du bist für die Offensive zuständig, du machst das da vorne“. Das ist etwas anderes, als wenn man wie letztes Jahr dauernd kritisiert wird und immer hören muss: „Das ist nicht gut, und das ist nicht gut.“

Ein Seitenhieb gegen Ihren Ex-Trainer Ewald Lienen.

Das haben Sie gesagt. Ich habe in der Saison zuvor gezeigt, dass ich Tore machen kann. Ich habe letzte Saison nicht gespürt, dass man sagt: „Benny, du bist für die Tore zuständig.“ Unser ganzes Spiel war zu defensiv. Nur wenn man ein Tor schießt, kann man drei Punkte holen.

Was lief denn schief zwischen Lienen und Ihnen?

Es gehören immer zwei dazu. Ich weiß selber, dass ich letzte Saison nicht so gut gespielt habe. Es gibt genügend Beispiele: Auch Mario Gomez hat jahrelang ein Tor nach dem anderen gemacht, und jetzt trifft er nichts mehr. Wenn man nicht das Gefühl hat, für Tore zuständig zu sein, tut man sich eben schwer.

Wie arbeiten Sie konkret an sich, damit Sie wieder besser treffen?

Seit ich wieder bei 1860 bin, habe ich über 20 Tore gemacht. Ich weiß, wo das Tor steht. Das Spiel nach vorne muss wieder intensiver werden. Ich habe in der Sommerpause körperlich an mir gearbeitet, bin topfit, muss aber auch Vertrauen spüren.

Glauben Sie, dass das alles leichter wird mit der Geburt Ihres Sohnes im September?

Ich glaube nicht, dass ich deswegen mehr Tore schieße. Wenn der Kopf, das Herz und das Gefühl stimmen, dann ist das aber wichtig und gut.

Kommen Sie denn wieder mit Freude zum Training?

Ich habe immer Lust auf Fußball. Aber so, wie die Situation letztes Jahr zeitweise war, viel es mir schwer, zu 100 Prozent konzentriert zum Training zu kommen. Jetzt passt alles.

Wird es heuer wirklich einfacher mit dem aktuellen Kader?

Wir fahren gut, wenn wir das ruhiger angehen und nicht vom Aufstieg reden. Die Spieler, die gekommen sind, sind sehr gut. Wir haben eine schlagkräftige Truppe, auch wenn wir in der Breite noch nicht so gut aufgestellt sind.

Wie traurig sind Sie, dass Ihre alten Spezl Michael Hofmann und Torben Hoffmann nicht mehr bei 1860 sind?

Es ist schon schade, dass ich sie jetzt nicht mehr jeden Tag beim Training sehen kann. Es war natürlich nicht leicht für sie. Ich kenne beide ewig. Wir waren auch außerhalb des Platzes gut befreundet. Umso froher bin ich, dass sie einen Verein gefunden haben.

Interview: Reinhard Franke

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