AZ-Info: 1860 wollte ehemaligen Löwen zurückholen – Ex-Boss Pfeifer grätscht dazwischen

Ex-Boss Marc-Nicolai Pfeifer holt den Leih-Löwen Dickson Abiama, der nach AZ-Infos zurückkommen sollte, zu Rivale Essen.
Matthias Eicher
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Ehemaliger kaufmännischer Geschäftsführer beim TSV 1860 und heute Vorstandsboss bei Rot-Weiss Essen: Marc-Nicolai Pfeifer
Ehemaliger kaufmännischer Geschäftsführer beim TSV 1860 und heute Vorstandsboss bei Rot-Weiss Essen: Marc-Nicolai Pfeifer © IMAGO/Markus Endberg

Wenn nicht nur die Löwen, sondern die ganze Liga auf die Pirsch geht und alle fündig werden, nur die Sechzger nicht - dann ist Winter-Transferfenster 2025/26.

Während die Drittliga-Konkurrenz weitgehend fleißig auf Einkaufstour gegangen ist, um sich den Aufstiegstraum zu erfüllen oder alternativ im Abstiegskampf den ein oder anderen hochkarätigen Trumpf auf das Spielfeld werfen zu können, herrscht beim TSV 1860 Ebbe. Null Neuzugänge hat die Sportliche Leitung um Geschäftsführer Manfred Paula und Cheftrainer Markus Kauczinski getätigt. Null. Nada. Niente!

Ex-Boss Pfeifer schnappt 1860 Dickson Abiama weg

Umso bitterer ist, dass ausgerechnet Ex-Löwe Marc-Nicolai Pfeifer, der jetzt ausgerechnet bei Rivale Rot-Weiss Essen Vorstandsboss ist, den Blauen nach AZ-Informationen einen anderen alten Bekannten weggeschnappt hat: Dickson Abiama. Essen sicherte sich die Dienste des 27-jährigen Stürmers, der noch bis Sommer 2027 bei Zweitligist 1. FC Kaiserslautern unter Vertrag steht, auf Leihbasis bis Saisonende. Ziemlich genau vor einem Jahr war es ein gewisser Dr. Christian Werner, der den Deutsch-Nigerianer von Lautern zu den Löwen gelotst hatte - und Abiama kräftig mitgeholfen hat, den TSV vor dem Absturz in den Amateurfußball zu bewahren.

Dickson Abiama spielte in der Rückrunde der vergangenen Saison auf Leihbasis für 1860.
Dickson Abiama spielte in der Rückrunde der vergangenen Saison auf Leihbasis für 1860. © IMAGO/Revierfoto

"Dickson hat uns in die Hand versprochen, dass er zu uns zurückkommt, wenn er nochmal in die Dritten Liga geht", hatte Werner der AZ damals nach beendeter Löwen-Leihe gesagt. Verändert haben sich seitdem zwei Dinge: 1860 hat Werner freigestellt und Abiama ging doch nicht zum TSV, sondern zu RWE.

1860 wollte auf dem Transfermarkt aktiv werden, ging aber leer aus

Er hat es also schon wieder getan: Bereits bei der Verpflichtung von Dominik Martinovic (28), ebenfalls vor einem Jahr, hatte Pfeifer die Blauen ausgestochen. Und dann wäre da ja auch noch Torjäger Patrick Hobsch, den Pfeifer fast in den Pott gelockt hätte. Was manchem Löwenfan bitter aufstoßen dürfte, ist schlicht das ganz normale Geschäft im Haifischbecken Profifußball, um den eigenen Klub zu stärken und im Optimalfall die Konkurrenz gleich noch zu schwächen. Eine Klappe, zwei Transfer-Fliegen.

Und wie ist die weiß-blaue Ausbeute einzuschätzen? Der TSV, der relativ kurzfristig bei "TransferRoom" eine Annonce für einen ablösefreien Stürmer aufgegeben hatte, hat nun also keine einzige Winter-Verstärkung verpflichtet. "Wir halten Augen und Ohren offen, aber wir informieren uns nur", hatte Kauczinski vor einigen Wochen erklärt, um kurz vor der Schließung des Transferfensters nochmal zu verkünden: "Es kann noch etwas passieren!" Unter dem Strich steht nun, dass 1860 zwar offensichtlich wollte, aber aus finanziellen und oder verhandlungstechnischen Gründen nicht konnte. Wenn dieser Schuss mal nicht nach hinten losgeht im Aufstiegsrennen?

Beim TSV 1860 ruhen die Hoffnungen auch auf den Rückkehrern

Zur weiß-blauen Bilanz gilt es allerdings drei Junglöwen zu ergänzen: Loris Husic (18), Damjan Dordan (23) und Noah Klose (21) sind ins türkische Trainingslager mitgereist und Bestandteil des Profikaders. Abräumer Dordan durfte sein Können bereits zwei Mal zeigen, eine Schlüsselrolle zuschreiben kann man einem Youngster allerdings kaum.

Ansonsten hoffen die Giesinger wohl, mit ihrem Bestandskader um Kevin Volland und Co. sowie einer Vielzahl an Rückkehrern nach ihren ganzen Verletzungen zur Aufholjagd zu blasen: Routinier Florian Niederlechner (35) hat am Dienstag sein Trainings-Comeback gefeiert, Kapitän Jesper Verlaat, Abwehr-Kollege Sean Dulic und Schienenspieler Manuel Pfeifer dürften demnächst folgen.

Der weiß-blaue Fußballschuh drückt besonders in der Offensive (erst 33 Tore). Beim jüngsten 2:2 gegen Aachen ist der Mann, der das Runde bisher am häufigsten ins Eckige manövrieren konnte (sieben Saisontore) zurückgekehrt. Fraglich ist aber: Kann Sigurd Haugen die kollektiven Hoffnungen schultern und nach seinem Kieferbruch mit seiner Gesichtsmaske zur alten Höchstform auflaufen?

Die Rest-Rückrunde wird es zeigen. . .

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