AZ-Analyse: Ängstlichen Löwen versagen die Nerven

Der TSV 1860 enttäuschte beim klaren 0:3 bei Schlusslicht Fortuna Düsseldorf auf ganzer Linie und konnte dabei nur in der Anfangsphase ansatzweise überzeugen. Die AZ-Spielanalyse.
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Kleinlaut und betreten verließen die Löwen den Platz. Aber auch während des Spiels war zu keiner Zeit Selbstbewusstsein zu spüren.
Rauchensteiner/Augenklick Kleinlaut und betreten verließen die Löwen den Platz. Aber auch während des Spiels war zu keiner Zeit Selbstbewusstsein zu spüren.

München - Neues Spiel, altes (Löwen-)Klagelied: Auch im sechsten Liga-Spiel gelang den Löwen nicht der erhoffte erste Saisonsieg – ganz im Gegenteil: Während bisher, den Liga-Auftakt beim 1. FC Heidenheim ausgenommen – zumindest die Leistungen stimmten, agierte Sechzig diesmal mutlos, kraftlos, ängstlich. Und so kam es, dass die Elf von Trainer Torsten Fröhling dem bisherigen Schlusslicht Aufbauhilfe leisteten.

Das Spiel: Die Löwen hatten über die gesamte Spielzeit gesehen den Fortunen nicht ansatzweise genug entgegen zu setzen. Die wenigsten Torschüsse der Partie, jene Chancen, die Sechzig sich doch erspielen konnte, nicht genutzt und am Ende die wenigsten Torschüsse der laufenden Saison. Weil Düsseldorf dagegen eiskalt zuschlug, gab es an der Frage, ob die Löwen-Pleite verdient war, diesmal nichts zu rütteln.

Die Tore: Die ersten beiden Löwen-Gegentore entstanden jeweils über die rechte Abwehr-Seite: Erst lassen die Löwen Axel Bellinghausen flanken, Ihlas Bebou wird von Innenverteidiger Kai Bülow nicht am Kopfball gehindert und der Ball landet zum ersten Mal im Kasten (10.). Nächstes Tor, ähnliche Entstehung: Diesmal war sie Szene allerdings eigentlich schon geklärt, als Kapitän Christopher Schindler aus der Abwehr herausrückt. Dann gelangt der Ball doch nochmal auf den linken Flügel, Bellinghausens Hereingabe landet bei Didier Ya Konan und wieder ist es Bülow, der zu weit weg ist von seinem Gegenspieler. Keeper Vitus Eicher kann den Schuss des Ivorers nur noch ins eigene Tor lenken (30.). Schließlich legte Ya Konan nach: Nach einem Demirbay-Schuss lässt Eicher abklatschen, der ehemalige 96-Stürmer bedankt sich mit einem Kopfball-Aufsetzer und trifft zum 3:0 (66.).

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Die Szene des Spiels: Es läuft die fünfte Minute, als die Löwen ihren ersten hoffnungsvollen Angriff starten: Daylon Claasen spielt mit viel Übersicht auf die rechte Seite zu Neu-Löwe Michael Liendl, der flankt punktgenau an den zweiten Pfosten und Valdet Rama steigt zum Kopfball hoch. Weil der Albaner aber an Düsseldorf-Keeper Michael Rensing scheiterte und die Löwen solche Hochkaräter nicht nutzen, machen ebensolche Szenen derzeit den Unterschied und die Fröhling-Elf schafft es nicht, sich mit dem ersten Saisonsieg zu belohnen.

Das war gut: Die eben besprochene Anfangsphase war einmal mehr vielversprechend: Neben Rama hatte zwei Minuten später auch Claasen selbst die Chance, der die erste Möglichkeit noch einleitete: Der Südafrikaner scheiterte mit seinem Linksschuss aber ebenso an Ex-Bayern-Keeper Rensing. Während die Löwen solche Chancen nicht nutzen konnten, war Düsseldorf zwingender und nutzte seine ersten Torchancen eiskalt.

Das war schlecht: Die Reaktion der Löwen auf den Rückstand. Kein Aufbäumen, kein Ankämpfen gegen die nächste drohende Niederlage, Sechzig zeigte sich ängstlich. Obwohl noch 80 Minuten Zeit blieben, fügten sich die Löwen ihrem Schicksal. Düsseldorf blieb griffig, torgefährlich und nutzte zwei der weiteren vielen Chancen, Sechzig hatte nichts mehr entgegen zu setzen. Ob den Löwen beim Gedanken, schon wieder im Tabellenkeller angekommen zu sein, die Nerven versagten?

Das sagt Löwen-Trainer Torsten Fröhling: "Wir haben im gesamten Spielverlauf zu viele einfache Fehler gemacht. Ich weiß nicht, wie es gelaufen wäre, wenn wir das Tor gemacht hätten. Aber mit dem 1:0 hat sich Düsseldorf in einen Rausch gespielt, was wir aber auch zugelassen haben. Wir haben mit den Wechseln noch einmal versucht ins Spiel einzugreifen. Aber nach dem 3:0 und Rubins Verletzung haben wir dann nur noch verwalten können. Das war heute eines unser schlechtesten Spiele"

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Das sagt Düsseldorf-Trainer Frank Kramer: "Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, hat gepasst. Wir hatten permanent das Gefühl, dass was passieren kann. Es tut gut, wenn man sich für den enormen Aufwand auch mal belohnt. Das haben wir heute gemacht. Aber das darf nur der Anfang sein."

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