Ausrede-Verbot gegen den Aue-Fluch

Drei Pleiten, drei Unentschieden: Nie haben die Löwen im Erzgebirge gewonnen. Ein Insider erklärt, warum die Spiele dort so brutal schwierig sind. Trainer Schmidt sagt, wie es diesmal klappen soll
| Dominik Hechler
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Arne Feick (rechts) spielte mal in Aue, dem nächsten 1860-Gegner
dpa Arne Feick (rechts) spielte mal in Aue, dem nächsten 1860-Gegner

MÜNCHEN Es sind Szenen, die Gui Vallori nicht mehr aus dem Kopf gehen. „Das war echt Wahnsinn”, sagt der Innenverteidiger. „Mein erstes Spiel für die Löwen und das gleich bei Erzgebirge Aue.” Valloris Gesichtszüge frieren jetzt ein wenig ein und der Ton des sonst so fröhlichen Spaniers wird ernster: „Die haben 90 Minuten lang immer wieder nur lange Bälle nach vorne gehauen. Das habe ich vorher noch nie erlebt.”

Willkommen in Aue.

Die Partie im März des vergangenen Jahres endete 0:0. Sechs Mal sind die Löwen seit 2004 schon in Aue angetreten – nie konnten sie gewinnen. Drei Niederlagen, drei Unentschieden, so die ernüchternde Bilanz. Der Aue-Fluch.

„Deswegen wird es endlich Zeit, dass wir auch dort mal gewinnen”, sagt Trainer Alexander Schmidt vor dem nächsten Gastspiel (Do., 18 Uhr, Sky und Liga total live). Aber er weiß auch: „Das wird ein knallhartes Spiel. Wir müssen mental und körperlich voll auf der Höhe sein.”

Das sieht auch Arne Feick so. Der 24-Jährige hat in der Saison 2008/2009 selbst im Erzgebirge gespielt. „Es ist total interessant: Fast alle Mannschaften haben Respekt vor den Spielen in Aue. Und das wissen sie dort genau. Sie freuen sich schon auf spielstarke Teams wie uns, weil sie mit ihrem Spiel unseres kaputtmachen können.”

Die AZ erklärt, warum Aue trotz Tabellenplatz 14 so ein unangenehmer Gegner ist – und wie der TSV 1860 dieses Mal erfolgreich dagegen halten will.

Die Bedingungen: „Der Platz in Aue ist immer sehr speziell”, erklärt Feick, „dort herrscht ja gefühlt das ganze Jahr Winter. Der Rasen ist entsprechend tief und lädt nicht gerade zum Kombinationsspiel ein. Das nutzen sie zu ihrem Vorteil.” Das will Trainer Schmidt aber nicht als Entschuldigung gelten lassen. „Wir müssen die Bedingungen annehmen, Punkt”, sagt er, „es nutzt doch nichts, wenn jeder jammert, dass der Rasen nix ist und auch das Wetter nicht so toll ist.” Heißt: Ausrede-Verbot!

Die Einstellung: Im Erzgebirge wird gegrätscht, gekämpft und gerannt bis zum Umfallen. „Sie gehen von der ersten Sekunde an aggressiv in die Zweikämpfe und versuchen so, dem Gegner den Schneid abzukaufen”, sagt Feick. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie sich nicht einschüchtern lassen darf. Wir müssen von Beginn an körperlich dagegenhalten, zeigen, dass wir da sind”, fordert Schmidt. Im Training versuchte der Coach unter der Woche, seiner Mannschaft dieses Gefühl schon zu vermitteln: Schmidt ließ bei Trainingsspielen nach ruppigen Szenen weiterlaufen.

Der Spielstil: Die Veilchen sind zunächst einmal um Spielverhinderung bemüht. „Wir müssen wieder sehr kompakt stehen. So wie in Sandhausen. Aue wird ein ähnliches Spiel”, sagt Schmidt und nimmt neben seinen Abwehrspielern auch seinen 1,95 Meter-Stürmer Rob Friend in die Pflicht. „Er kann nicht nur im Sturm Bälle verlängern, sondern muss bei Standardsituationen auch in der Abwehr helfen.”

Die Heimstärke: 20 der 28 Punkte hat Aue vor eigenem Publikum geholt. Die Löwen kann das aber nicht schocken, schon seit sieben Spielen sind sie in der Fremde ungeschlagen. Schmidt: „Diese Serie wollen wir auch aufrecht erhalten. Ich erwarte, dass wir in Aue keinen Millimeter verloren geben.

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