Arroganz, Aigner und viel Arbeit

Mit Mühe überstehen die Löwen die erste Pokalrunde. Beim 2:1 in Verl sieht Coach Maurer, was er bis zum Spiel in Bochum ändern muss.
| Abendzeitung
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Zwei Matchwinner in einem erschreckend schachem Spiel: Talent Moritz Leitner und Doppeltorschütze Stefan Aigner  (r.).
Rauchensteiner/Augenklick Zwei Matchwinner in einem erschreckend schachem Spiel: Talent Moritz Leitner und Doppeltorschütze Stefan Aigner (r.).

Mit Mühe überstehen die Löwen die erste Pokalrunde. Beim 2:1 in Verl sieht Coach Maurer, was er bis zum Spiel in Bochum ändern muss.

MÜNCHEN Sie wählten klare Worte, ermahnten sich selbst und gelobten Besserung. Nein, das erste Pflichtspiel der Löwen in dieser Saison, das knappe 2:1 im Pokal beim Regionalligisten SC Verl, war wahrlich nichts, worauf man stolz sein könnte. Hinterher waren sie beim TSV 1860 einfach froh, einer Blamage entgangen zu sein und weiterhin für Zusatzeinnahmen sorgen zu können. „Am Samstagabend habe ich Sportstudio geschaut und war erleichtert, dass wir nicht zu den Pokalblamagen gehört haben", sagte Stefan Aigner, der die Sechzger mit zwei Kopfballtoren gerettet hatte. „Hauptsache, wir sind noch drin", bilanzierte Trainer Reiner Maurer., „jetzt wünsche ich mir ein Spiel, durch das wir ins Achtelfinale kommen können. Vielleicht ein Derby zu Hause gegen Ingolstadt. Das wär’s.“

Selbstkritik gab’s am Sonntag zuhauf: von Coach Maurer („Das war viel weniger, als ich erwartet hatte“), Matchwinner Aigner („Drecksspiel“), Kapitän Daniel Bierofka („Mittlere Katastrophe“) und Stürmer Benny Lauth: „Das war nichts, worauf wir stolz sein können.“ Wohl wahr.

Kein Wunder, hatte doch am Samstag in Verl Sportdirektor Miki Stevic so richtig gepoltert. „Einige von uns sind arrogant aufgetreten. Darüber wird noch zu reden sein.“ Offenbar hatte Stevic die Selbsteinsicht der Kritisierten bereits vernommen, denn gestern war er wieder versöhnlich gestimmt. Der Serbe meinte: „Wenn ein paar Leistungsträger einen grottenschlechten Tag erwischen, dann hat man es schwer. Immerhin haben wir die richtige Einstellung gezeigt, um das Spiel umzubiegen. Das war das einzig Positive."

Somit gibt es bis kommenden Montag, wenn die Löwen in Bochum in die Zweitligasaison starten, noch einiges zu tun. Coach Maurer sagte nun: „Wir sind noch immer in einem Prozess.“ Und zwar in folgenden Bereichen:

Taktik

Maurer hatte in der Vorbereitung oft zwischen einem 4-4-2 und einem 4-2-3-1 gewechselt. In Verl wollte er mit zwei echten Stürmern (Lauth, Rakic) Druck aufbauen. Das Problem: Hinter dem Duo klaffte eine Riesenlücke, weil die zentralen Mittelfeldspieler Florin Lovin und Aleks Ignjovski zu defensiv agierten. Erst nach der Pause, als der junge Leitner (siehe unten) kam, lief es besser.

Personal

In Verl agierte neben Lovin und Ignjovski auch Kai Bülow schwach. „Er hatte nicht seinen besten Tag", sagte Maurer über den Innenverteidiger. Am Dienstag soll Stefan Bell ins Löwen-Training einsteigen. Der talentierte 18-Jährige wird den Konkurrenzdruck in der Abwehr verschärfen.

Moral

Daran – frag’ nach bei Stevic – hat es in Verl gehapert. Maurer musste in der Halbzeit richtig laut werden. „Wir können viel über die richtige Einstellung erreichen“, sagte der Trainer gestern. Und Aigner ergänzte: „In Bochum müssen wir von Anfang an heiß sein.“

Marco Plein

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren