Apache Benny und die Achse der Guten

1860-Trainer Uwe Wolf zählt künftig auf vier Spieler, die zuletzt nicht eben als Führungskräfte galten.
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1860-Trainer Uwe Wolf zählt künftig auf vier Spieler, die zuletzt nicht eben als Führungskräfte galten.

MÜNCHEN Wenn die Kraft des Wortes Tore schießen könnte, dann müssten die Löwen um die Meisterschaft mitspielen. Mindestens. Trainer Uwe Wolf jedenfalls scheint überzeugt zu sein, dass sein perfekter Einstand mit den zwei Siegen gegen St. Pauli und Ingolstadt vor allem der funktionierenden Kommunikation auf und neben dem Platz geschuldet war. „Ich bin ein Trainer, der gerne und viel kommuniziert“, sagt er, „und brauche Typen auf dem Platz, die ebenso viel kommunizieren, die viel sprechen.“

Logisch also, dass Wolf in Torhüter Michael Hofmann und Abwehrboss Torben Hoffmann zwei ausgesprochene Vielsprecher von der Ersatzbank reaktivierte und zu Führungsspielern beförderte. Tatsächlich sind die zwei Löwen-Dauerbrenner Hofmann und Hoffmann wahrscheinlich die wichtigsten Spieler im System Wolf. „Weil sie die anderen mitreißen“, wie Wolf sagt.

Auf lediglich zwei Spieler kann aber auch Wolf nicht seine gesamte Taktik ausrichten. Wolf braucht dafür laut eigener Aussage vier Spieler. Vor dem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt am Freitag (18 Uhr, Liveticker bei abendzeitung.de) hat Wolf nun seine Führungsspieler benannt. „Ich brauche eine funktionierende Achse auf dem Platz“, sagt er, „die von hinten nach vorne und von vorne nach hinten geht. Wenn die die Achse funktioniert, dann könnte ich daneben alle Spieler aus der U 23 problemlos einsetzen.“ Das sind Wolfs Achsenkräfte:

MICHAEL HOFMANN

Uwe Wolf holte den 36 Jahre alten Ur-Löwen wieder aus dem Vorruhestand auf der Löwen-Bank. Der Schlussmann dankte es dem Coach mit Leistung – und großer Motivation. Im Training unterstützt Hofmann seinen neuen Trainer Wolf bei der Motivation der jüngeren Spieler.

TORBEN HOFFMANN

Für den Verteidiger gilt das gleiche wie für den Torhüter. Auch er hatte unter Ex-Trainer Marco Kurz seinen Stammplatz zuletzt auf der Bank. Nun ist er Abwehrboss – weil er sich, laut Wolf, „immer wieder beschwert hat, dass er lieber in der Innenverteidigung spielen würde. Also habe ich ihn in die Pflicht genommen.“ Der Trainer kann sich der uneingeschränkten Loyalität des 34-jährigen sicher sein. „Uwe hat alles richtig gemacht“, sagt Hoffmann. Für ihn selbst gilt das seither auch. Die Abwehr hielt zuletzt dicht.

MATHIEU BEDA

Der Franzose, unter Ex-Trainer Kurz ebenfalls noch ein Pendler zwischen Bank, Mittelfeld und Innenverteidigung, ist in Wolfs System im Mittelfeld wichtiger als Super-Talent Lars Bender. „Mathieu steht in der Achse. Er muss das Zentrum dicht machen und unser Spiel organisieren“, sagt Wolf und lobt: „Das ist ihm gut gelungen.“ So schafft man sich als Trainer Verbündete.

BENNY LAUTH

Der Stürmer ist unter Wolfs Achsenkräften vermutlich mit Abstand der Leiseste. Lauth selbst weiß, dass ihm schon Phlegma vorgeworfen wurde. Trotzdem sagt Wolf: „Benny ist ein absoluter Leader, sonst wäre er nicht gesetzt.“ Auf die Frage, ob Lauth Indianer oder Häuptling sei, sagt Wolf: „Dann ist er jetzt Apache.“

Winnetou Lauth? Reden kann er, der Wolf. Auch wenn nicht gleich alles Sinn zu ergeben scheint.

Filippo Cataldo

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