Altlöwen als Aufpasser

Das Präsidium plant, einen Sportausschuss einzuführen – mit Heiß, Wettberg und Bierofka.
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Karsten Wettberg.
sampics/Augenklick Karsten Wettberg.

Das Präsidium plant, einen Sportausschuss einzuführen – mit Heiß, Wettberg und Bierofka.

MÜNCHEN Eines muss man Ewald Lienen lassen: Seinen Optimismus gibt der 55-Jährige nicht auf. Am Montag sagte er nach einer anderthalb stündigen Krisensitzung an der Grünwalder Straße zwischen Mannschaft und Trainerteam – ausgelöst durch das desaströse 2:3 beim Vorletzten FSV Frankfurt: „Jeder hat seine Meinung gesagt – und das war gut so. Die Spieler haben selbst die Nase voll davon, dass es so weiter geht wie bisher."

Lienen findet außerdem: „Wir laufen in zig Auswärtsspielen wie Falschgeld rum. Das kann nicht sein. Wir haben Qualität in der Mannschaft, aber jetzt ist jeder gefragt, Verantwortung zu übernehmen. Jeder. Auch ein Alexander Ludwig." Der bisher enttäuschende Neuzugang aus St. Pauli.

Sportdirektor Miki Stevic ist von der aktuellen Situation überrascht: „Es kann nicht sein, dass mit Ignjovski und Mlapa bei uns zwei 18-Jährige den Ton angeben. Da läuft doch was falsch."

Wahrscheinlich wird Stevic den dreifachen Torschützen Mlapa schon bald belohnen: „Der Junge hat zwar noch einen Vertrag bis 2011, aber wir wollen im Winter mit ihm verlängern."

Möglicherweise gibt's für Lienen und Stevic bald Unterstützung von außen: Das 1860-Präsidium um Rainer Beeck plant nach AZ-Informationen, einen Sportausschuss im Verein einzurichten – mit dem Meisterlöwen Fredi Heiß sowie den früheren Löwentrainer Karsten Wettberg und Willi Bierofka, dem Vater des verletzten 1860-Kapitäns Daniel. Die Altlöwen als Aufpasser für den Trainer und das Management?

Heiß bestätigt: „Ich bin gefragt worden, ob ich mich für den Sportausschuss zur Verfügung stellen würde. Langsam wird’s für unseren Klub bedrohlich. Der Klub muss jetzt rausfinden, welche Spieler für 1860 durchs Feuer gehen wollen und welche nicht. Die, die das nicht machen, müssen weg!"

Werden sie beim TSV 1860 aufgrund der sportlichen Talfahrt langsam nervös, weil man das Ziel, den Aufstieg 2010 aus den Augen verliert? Bereits beim Auswärtsspiel in Frankfurt stürmte der SPD-Politiker Franz Maget in der Halbzeit in die Kabine und motzte hinterher: „Der Auftritt war unmöglich. Das ist nicht der Anspruch von 1860."

Das könnte man bereits als Einmischung in die Arbeit der sportlichen Leitung werten. Trainer Ewald Lienen drückt sich diplomatisch aus: „Ich denke, dass er uns nur helfen wollte."

Ob Maget auch am Mittwoch im Pokalhit gegen Schalke beim Pausentee in der Allianz Arena wieder auftaucht?

Oliver Griss

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