"Also ein Tor zu schießen für Sechzig": Fiedler mit Liebeserklärung nach Doppelpack für den TSV 1860

Der TSV 1860 gewinnt gegen Schwaben Augsburg. Dabei trifft Youngster Lance Fiedler doppelt.
von  Matthias Eicher
Trafen für den TSV 1860: Lance Fiedler (links) und Tunay Deniz.
Trafen für den TSV 1860: Lance Fiedler (links) und Tunay Deniz. © IMAGO

Dieser Mann bricht keine Lanzen, er bricht fiese Sieglos-Serien: In der 35. Minute legte sich Lance Fiedler den Ball an der Strafraumgrenze zurecht, schlug einen Haken - und jagte die Kugel wunderschön ins Kreuzeck. Sechzig? Zwei! Augsburg? Null! Und schon der zweite Streich des Youngsters (19), der seine Traum-Woche erlebt.

Fiedler findet keine Worte für seine ersten Tore im Grünwalder Stadion

Vor wenigen Tagen den Vertrag bis 2028 verlängert, an einem frenetischen Flutlicht-Freitagabend seine Sechzger fast im Alleingang zum Sieg gegen den TSV Schwaben Augsburg geschossen: Nach erst zwei Siegen und vier Unentschieden in der Regionalliga, darunter noch kein einziger Heim-Triumph, ist dem TSV 1860 der Giesinger Befreiungsschlag gelungen. Sechzigs Nummer 47, in Person des Linksverteidigers, schoss 1860 mit einem Doppelpack zu einem verdienten Feier-Dreier (10., 35.). Augsburg weggefiedlert!

"Also ein Tor zu schießen für Sechzig, vor allem jetzt hier im Stadion, endlich. Das ist unglaublich, nicht in Worte zu fassen. Ich freue mich wirklich riesig. Geil!", sagte der Mann des Abends bei den Löwen: "Das gibt dem Team Selbstvertrauen! Es war wichtig, den ersten Heimsieg zu holen." 

Dressel stand trotz Blessur unter der Woche in der Startelf

Chefcoach Alper Kayabunar veränderte seine Startelf im Vergleich zum bitteren Remis in Vilzing auf zwei Positionen: Mark Gevorgyan ersetzte Rechtsverteidiger Julian Bell, der vor dem 2:2 in letzter Sekunde die Flanke zugelassen hatte. Rückkehrer Raphael Ott kam für Emre Erdogan, der unter der Woche seinen Vertrag verlängert hatte. Gut für 1860: Kapitän Dennis Dressel konnte trotz einer Blessur unter der Woche auflaufen.

Nach einer ersten Schrecksekunde, als Verteidiger Lasse Faßmann den Schwabenrittern den Ball unfreiwillig vor die Füße servierte und diese die Steilvorlage nicht nutzen konnten, machte Sechzig mächtig Dampf und die erste Großchance saß direkt: Nach einem Schwaben-Fehlpass vollendete der erst 19-jährige Fiedler gekonnt in die lange Ecke zum 1:0. "Einmal Löwe, immer Löwe!", skandierten die Fans freudetrunken.

Zufrieden mit dem 3:0 gegen Schwaben Augsburg: Die Löwen um Florian Niederlechner.
Zufrieden mit dem 3:0 gegen Schwaben Augsburg: Die Löwen um Florian Niederlechner. © IMAGO

Niederlechner hätte 2:0 nachlegen können

Oldie Niederlechner hätte fast ein schnelles Zwei-Null daraus gemacht, doch er scheiterte, nachdem Torhüter Maximilian Reil bereits geschlagen war, an einem Augsburger Verteidiger, der auf der Linie klären konnte (14.). Man bekam aber schon eine Ahnung davon, wie sehr der späte Vilzing-Ausgleich und die Heim-Sieglosigkeit die Kayabunar-Elf gewurmt hatten.

Doppeltes Glück aber wenig später für die Sechzger: Torwart Vitus Eicher hechtete vergeblich einem abgefälschten Ball hinterher, der haarscharf vorbeiging - und blieb bei der folgenden Ecke wie angewurzelt stehen, als der nächste abgelenkte Ball auf der anderen Seite knapp vorbei ging. Trotz einiger frecher Angriffe der in lila gekleideten Fuggerstädter zeigte Sechzig durch viel Ballbesitz, wer Herr im Hause war.

Jubelte nach seinem Treffer gegen Schwaben Augsburg ausgelassen: Tunay Deniz.
Jubelte nach seinem Treffer gegen Schwaben Augsburg ausgelassen: Tunay Deniz. © IMAGO

Deniz traf zum 3:0 für den TSV 1860

Noch vor der Pause tat die TSV-Truppe ein zweites Mal, was an diesem Abend wohl das gewinnbringendste Mittel war: Fiedler in Strafraumnähe einsetzen. Prompt legte der Außenverteidiger mit einem absoluten Traumtor in den Winkel das 2:0 nach. "Sechzig München olé!", tönte es aus der Westkurve und dem ganzen Wohnzimmer.

Nach der Pause nutzte Schlitzohr Tunay Deniz eine von zahlreichen Chancen zum nächsten unnachahmlichen Traumtor (48.). "Wir haben gesagt, dass wir das dritte Tor für Ruhe brauchen", meinte der Routinier, der anschließend ausgelassen jubelte. Deniz rutschte auf den Knie in Richtung Westkurve.

Deniz jubelt ausgelassen nach Treffer 

Was dahintersteckt? "Ich mache einfach das, was ich in dem Moment fühle", so der Mittelfeldspieler: "Der Vogel war letzte Woche, weil ich auch wie ein Vogel geflogen bin. Heute wollte ich einen Knierutscher machen."

Mit 13 Punkten ist 1860 dank Fiedlers Füßchen auf dem Vormarsch, weiter ungeschlagen und zumindest über Nacht schon Fünfter. 

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