Alfred Kohlhäufl über die Löwen: Moniz muss reagieren

Alfred Kohlhäufl, Mitglied der Meisterlöwen von 1966, schreibt in der AZ. Heute über das tragischen Auftaktspiel des TSV 1860 gegen den 1. FC Kaiserslautern und die vergebene 2:0-Führung.
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Ganz oben nach dem Aufstieg 1977: Heinz Lucas auf den Schultern von Torwart Bernd Hartmann und Alfred Kohlhäufl.
Horstmüller Ganz oben nach dem Aufstieg 1977: Heinz Lucas auf den Schultern von Torwart Bernd Hartmann und Alfred Kohlhäufl.

Alfred Kohlhäufl, Mitglied der Meisterlöwen von 1966, schreibt in der AZ. Heute über das tragische Auftaktspiel des TSV 1860 gegen den 1. FC Kaiserslautern und die vergebene 2:0-Führung.

Vorwort von AZ-Chefredakteur Michael Schilling: Willkommen, Löwe!

 

Er gehörte zur Meistermannschaft der Löwen 1966. Nun analysiert frühere 1860-Profi die Spiele für die Abendzeitung

Auf die Löwen ist wenigstens Verlass. Also, nicht auf die in Hellabrunn. Die hatten ja ein wenig Pech mit ihren Löwen und mussten fürs ausgestorbene Gehege zwei neue Tiere anschaffen: Max und Benny, benannt nach den Torjägern Martin Max und Benjamin Lauth vom TSV 1860, der die Patenschaft für das gefräßige Duo übernommen hat. Womit wir bei jenen Löwen wären, auf die Verlass ist: Die Blauen aus Giesing, die seit einer Dekade jährlich in eine Aufstiegssaison starten, unverhofft auf Schwierigkeiten treffen und ihr Ziel dann zuverlässig verfehlt haben – trotz des neuen, vermeintlich besseren Personals als zuvor.

News zur 2. Liga

Mancher Fan kann sich die Namen der Neuen kaum noch einprägen. Drum ist es uns eine Ehre, ab heute einen Neuzugang an Bord zu haben aus einer 1860-Epoche, deren Akteure der Fan bis heute namentlich kennt: Alfred Kohlhäufl schreibt jetzt wöchentlich in der AZ. 1966 ist er Meister geworden mit 1860. Zusammen mit Radi, Grosser, Brunnenmeier. Das waren noch Löwen-Namen.

Lesen Sie hier Kohlhäufls Kolumne:

Alfreds Ansichten: Die AZ-Fußball-Kolumne von Alfred Kohlhäufl

Moniz muss reagieren!

 

Neuer Sportdirektor Gerhard Poschner, neuer Trainer Ricardo Moniz, fünf neue Spieler in der Anfangsformation, neues Spielsystem (3:4:3), neuer Versuch in die Bundesliga aufzusteigen – aber wieder die alte Leier: Der TSV 1860 München kann gegen den 1. FC Kaiserslautern nicht gewinnen, verliert nach einer 2:0-Führung noch 2:3, obwohl man 70 Minuten lang einen Mann mehr auf dem Platz hatte.

Ricardo Moniz hat, für Holländer nicht untypisch, ein hohes Ziel ausgegeben, nämlich die Meisterschaft in der 2. Liga. Daran wird er sich messen lassen müssen. Seine Mannschaft hat im Fritz-Walter-Stadion nur phasenweise bewiesen, dass sie um den Aufstieg mitspielen kann. Ihre Stärke liegt im spielerischen Bereich, weniger im kämpferischen.

News zum TSV 1860

Die drei südländischen Mittelfeldspieler, die beiden Spanier vom FC Barcelona, Edu Bedia und Ilie Sanchez, sowie der Brasilianer Leonardo, sind augenscheinlich ausgezeichnete Techniker und können gelungene Angriffe vortragen. Wenn sie ins Spiel kommen, sind sie kaum zu stoppen. Ihre Defizite haben sie allerdings in der Rückwärtsbewegung. Sie können kaum einmal Bälle zurückerobern.

Wer die Spiele auf dem Betzenberg regelmäßig verfolgt, und das müssen die gegnerischen Trainer, weiß, dass vor allem in der zweiten Halbzeit die Heimmannschaft mit der Unterstützung ihres fanatischen Publikums auch in Unterzahl alles geben und um jeden Zentimeter Boden kämpfen wird.

Deshalb hätte der „Löwen“-Coach Moniz reagieren und im Mittelfeld einen Defensivmann bringen müssen. Sicherlich hat das verletzungsbedingte Fehlen der defensiven Spieler wie Kai Bülow, Moritz Volz, Grzegorz Wojtkowiak und vor allem Dominik Stahl keine großen Möglichkeiten gelassen, aber ein Yannick Stark hätte mehr Stabilität ins defensive Mittelfeld bringen können.

Vor allem nach dem 1:2-Anschlusstreffer der Roten Teufel durch einen sehr zweifelhaften, aus meiner Sicht unberechtigten Elfmeter (nichts Neues auf dem Betzenberg) hätte Moniz reagieren und die Abwehr verstärken müssen. Da nach vorne sowieso nichts mehr ging, hätte die Devise lauten müssen, hinten dicht zu machen. Bei einem Konter hätte man den Gastgebern, die ja alles riskieren und ihre Abwehr entblößen mussten, den „Todesstoß“ in Form des entscheidenden dritten Gegentreffers zufügen können. Das Spiel in Kaiserslautern war ein sehr intensives und für den neutralen Beobachter interessantes Match. Zu keiner Zeit kam Langeweile auf, was in einigen anderen Partien der 2. Liga am vergangenen Wochenende der Fall war. Es hat die Stärken und die Schwächen der Münchner deutlich aufgezeigt: Offensive stark, Defensive verbesserungswürdig.

Alfred Kohlhäufl

 

 

 

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