2:1-Sieg für 1860 - Wahnsinns-Löwen werfen Mainz 05 raus!

Zweitliga-Krisenclub TSV 1860 München hat im DFB-Pokal die zweite dicke Überraschung geschafft und nach 1899 Hoffenheim auch den FSV Mainz 05 aus dem Wettbewerb geworfen.
| dpa/AZ
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Die Löwen haben die Sensation perfekt gemacht und den 1. FSV Mainz 05 aus dem DFB-Pokal geworfen!
KUNZ, Augenklick Die Löwen haben die Sensation perfekt gemacht und den 1. FSV Mainz 05 aus dem DFB-Pokal geworfen!

Mainz - In der Liga stecken sie im Keller – aber im Pokal mausern sich die Löwen zum Pokal-Schreck: Gegen den FSV Mainz 05 dreht der TSV 1860 ein 0:1 zur Halbzeit in einen 2:1-Sieg. Damit wiederholt sich Geschichte: Vor fast exakt acht Jahren, am 30. Oktober 2007, hatte der TSV in der zweiten Pokalrunde die Mainzer mit 2:1 aus dem Pokal gehauen.

Interims-Coach Kurt Kowarz sprang Sportdirektor Necat Aygün in die Arme, Stefan Ortega brachte Gary Kagelmacher vor lauter Jubel fast um. Egal, die Löwen waren an diesem Abend in Mainz wieder der Pokal-Schreck. Erst Hoffenheim, jetzt Mainz. In der Liga gewinnen die Löwen keinen Blumentopf. Aber im Pokal hauen sie den zweiten Erstligisten weg.

Stefan Mugosa (70.) und Rubin Okotie (77.) drehten eine zunächst triste und am Ende dramatische Partie für Sechzig zum Sieg. Und das, nachdem Kapitän Christopher Schindler die Löwen mit einem frühen Eigentor (6.) eigentlich auf die Verliererstraße gebracht hatte. Doch eine umstrittene Rote Karte gegen Pierre Bengtsson (45.) stellte die Partie mit dem Halbzeitpfiff auf den Kopf.

„Wahnsinn, wie sich am Ende jeder reingeschmissen hat“, jubelte hinterher ein euphorisierter Stefan Ortega, die blaue Pokal-Nummer-eins. „In den ersten 20 bis 30 Minuten waren wir echt daneben. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir uns dann keinen Stress gemacht, sondern uns den Gegner zurechtgelegt. Und hinten raus war es dann der Wahnsinn. Gary klärt den einen Ball auf der Linie, Maxi den anderen (Kagelmacher und Wittek, d. Red.). Es war eine gute Antwort, zu zeigen, dass wir doch ein Team sind.“

Wahnsinn! Ja, das waren zumindest die letzten 20 Minuten einer Partie, die die Löwen eigentlich schon verloren hatten. Sechs Minuten hatte es gedauert, da landete einen Freistoß am Oberarm Schindlers, von wo das Leder zum 0:1 für die Hausherren ins Netz fiel. Und wenn Niko Bungert nach zwölf Minuten völlig alleine zentral vor dem Tor nicht Ortega in die Arme, sondern ins Tor geköpft hätte – es wäre alles so gelaufen wie befürchtet.

Ticker zum Nachlesen: Löwen mit Pokalsensation in Mainz

Doch dann kam die 44. Minute. Ein Steilpass auf Krisztian Simon, eine Berührung mit Bengtsson, ein Fall – Rot! „Der Platzverweis hat uns in die Karten gespielt“, gab Kowarz zu, der für den an der Gallenblase operierten Trainer Benno Möhlmann an der Linie stand. „Danach haben wir das Spiel aber bestimmt und am Ende verdient gewonnen.“

Verdient, weil die Löwen ruhig blieben und beharrlich auf ihre Chance lauerten. Aber auch glücklich, weil sich Sechzig bis zum 1:1 keine Torchance erarbeitete. Und weil Bungert vor dem Ausgleich einen langen Ball falsch einschätzte, ein Luftloch schlug und Mugosa so die Tür zu seinem ersten Tor für die Löwen öffnete.

„Die Aktion von Mugi war der Dosenöffner“, freute sich Schindler hinterher. Matchwinner war aber ein anderer: Daylon Claasen war bester Mann auf dem Platz und sorgte mit einer perfekten Flanke auf den Kopf von Torjäger Okotie für die Vorlage zum 2:1. „Das war eine Super-Flanke von Daylon“, sagte Okotie, „das Gefühl eines Sieges haben wir lange nicht mehr gehabt.“

Dieses Gefühl wäre am Ende beinahe sogar noch einmal verraucht. Doch Kagelmacher und Wittek klärten für ihren bereits geschlagenen Keeper. So wahren die Löwen ihren Ruf als Pokal-Schreck. Jetzt müssen sie es nur noch in der Liga hinbekommen.

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