1860: Was wird aus Lienen?

Ausgerechnet Ex-Löwencoach Marco Kurz bringt 1860 in die Bredouille. Es folgen zwei schwere Auswärtsspiele. Gut möglich, dass der erfolglose Trainer nicht mehr in Fröttmaning auftreten wird
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Gesten der Hilflosigkeit: Löwen-Trainer Ewald Lienen während des 0:1 in der Allianz Arena gegen die Lauterer. Fotos: sampics/Augenklick, Bongarts/Getty Images
MIS Gesten der Hilflosigkeit: Löwen-Trainer Ewald Lienen während des 0:1 in der Allianz Arena gegen die Lauterer. Fotos: sampics/Augenklick, Bongarts/Getty Images

Ausgerechnet Ex-Löwencoach Marco Kurz bringt 1860 in die Bredouille. Es folgen zwei schwere Auswärtsspiele. Gut möglich, dass der erfolglose Trainer nicht mehr in Fröttmaning auftreten wird

MÜNCHEN Verkehrte Welt in Fröttmaning: Hörte man die Lauterer Fans singen, konnte man fast glauben, es handelt sich um ein Heimspiel der Roten Teufel. Die 3000 mitgereisten Anhänger übernahmen ebenso das Kommando in der Allianz Arena wie die selbstbewussten Gäste auf dem Platz. Und während Ewald Lienen, eigentlich als Aufstiegsheld 2010 eingeplant, beim 0:1 immer ratloser wurde, stand auf der anderen Seite ein triumphierender Marco Kurz. Einer, den die Löwen-Fans eher als Trainer von der traurigen Gestalt in Erinnerung haben. Und während die FCK-Anhänger Kurz feierten, klangen „Lienen raus!"-Rufe durch die Arena.

Dabei war es friedlich losgegangen. Pfiffe gab es zunächst keine - weder gegen Ex-Coach Kurz, noch gegen den aktuellen Übungsleiter Lienen. Zumindest bei Anpfiff standen die Löwen-Fans noch hinter ihm – trotz des Pokal-K.o.s unter der Woche, trotz der desolaten Platzierung. Doch schon nach dem 0:1 kamen erste Schmähgesänge: „Wir haben die Schnauze voll!" Mit Fortdauer des Spiels wurde es dann immer ruhiger in der 1860-Kurve.

Löwe Lienen – diesmal nicht in Anzug und Mantel, sondern im sportlichen Trainingsanzug – wirkte nervös, trippelte in seiner Coaching-Zone permanent von einem Fuß auf den anderen, energische Armfuchteleien inklusive. Erst Mitte der zweiten Halbzeit zog er sich, samt seines Blocks, auf die Bank zurück.

Dann die Situation beim 0:1 durch Jendrisek: Lautern-Coach Kurz jubelte, ballte die Faust – und fand noch Zeit, gleich mehrfach zum ratlosen Kollegen Lienen hinüber zu blicken. Eine Provokation? Auch als er bei einem Einwurf seinem früheren Spieler Rukavina den Ball übergab und dem Serben danach auch noch die Hand gab, fragte sich so mancher, ob die Geste von Kurz nur nett gemeint war. Sei's drum. Am Ende ging ein stolzer, entspannter Kurz runter in die Katakomben, Lienen - zuvor Daueraktivposten - schlich eher gesenkten Hauptes. Ob er noch einmal zurückkehrt in die Arena?

Die Perspektiven der beiden Trainer könntem unterschiedlicher kaum sein. Während der ehemalige 1860-Trainer Kurz, einst bei den Löwen auf Tabellenplatz 12 liegend gefeuert, mit den Roten Teufeln weiter in Richtung Aufstieg marschiert, kommen auf Lienen ganz schwierige Zeiten zu. Ob er nach dieser neuerlichen Pleite – nun auch im heimischen Stadion - seinen Job überhaupt behalten darf? Nun stehen für die Löwen zwei schwere Auswärtsspiele an in Cottbus und in Bielefeld. War Lienens Abklatschen mit dem Fans nach Schlusspfiff schon eine Verabschiedung?

J. Schlosser, H. Junker

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