1860-Sportchef Hinterberger kritisiert kopfloses Spiel

Die Sechzger müssen gegen Aue mit einem Punkt leben. Sportchef Florian Hinterberger kritisiert das kopflose Spiel in der Schlussphase: "Jeder wollte irgendwas machen"  
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1860 gegen Erzgebirge Aue - die Bilder des Spiels.
Sampics 1860 gegen Erzgebirge Aue - die Bilder des Spiels.

Die Sechzger müssen gegen Aue mit einem Punkt leben. Sportchef Florian Hinterberger kritisiert das kopflose Spiel in der Schlussphase: "Jeder wollte irgendwas machen"

MÜNCHEN Die Löwen sind der große Verlierer des jüngsten Spieltags der zweiten Liga. 1860 will ja eigentlich in dieser Saison unbedingt um den Aufstieg mitspielen und deswegen ganz nah dran bleiben an den Spitzenrängen. Doch nach der Pleite bei Hertha BSC im letzten Spiel leisteten sich die Sechzger nun schon wieder einen Ausrutscher: Das von Pfiffen begleitete 1:1 daheim gegen Aue entsprach bei weitem nicht ihren Erwartungen - und als das Spiel um 22.06 Uhr vorbei war, überkam sie dann auch erst mal bittere Enttäuschung.

„Natürlich bin ich nicht zufrieden mit dem einen Punkt“, sagte 1860-Trainer Reiner Maurer. „Wir haben nicht ins Spiel gefunden und müssen uns an die eigene Nase fassen. In der Defensive haben wir zu viel zugelassen.“ Der neue Rekordspieler Benny Lauth (140. Zweitliga-Einsatz für 1860) sagte: „Wir wollen oben dran bleiben, wir wollten gewinnen, das haben wir nicht gemacht, das war zu wenig. Mit so vielen Unentschieden verliert man langsam den Anschluss.“ Und Guillermo Vallori, der mit seinem Kopfballtor wenigstens noch einen Punkt gerettet hatte, erklärte: „Das waren nicht wir. Ich bin überrascht von uns. Wir haben nicht so gespielt wie immer.“

Schon zur Halbzeit an diesem schmuddeligen Montagabend hatte es Pfiffe für 1860 gegeben. Denn im ersten Abschnitt gelangen den Löwen gegen die auswärts zuvor punktlosen Auer nur zu Beginn starke Aktionen. Bei seiner Rückkehr nach zehn Wochen Pause trieb Grigoris Makos die Blauen zunächst entschlossen an, rechts dribbelte der bewegliche Moritz Stoppelkamp einige gute Chancen heraus – doch alles blieb ohne Erfolg. Bis auf einen Kopfball an die Latte von Stoppelkamp und einen knapp zu hoch angesetzten Heber von Kapitän Benny Lauth gelang nicht viel.

Nach der Pause kam es für die ungeduldigen Löwen sogar noch unschöner: Erst setzte Lauth einen Fallrückzieher zu hoch an, dann bestrafte Aue einige Unachtsamkeiten der 1860-Defensive; Stürmer Jakub Sylvestr traf mit einem wuchtigen Schuss aus 14 Metern ins linke Eck zum 0:1, nachdem er Löwen-Verteidiger Guillermo Vallori vernascht hatte. Der Spanier aber machte seinen Fehler vorne schnell wieder gut und donnerte eine Ecke von Stoppelkamp mit der Stirn zum Ausgleich ins Netz. Den Sechzgern blieben also rund 20 Minuten für den erhofften (und erwarteten) Heimsieg.

Doch weder der eingewechselte Ismael Blanco noch Marin Tomasov brachten den erhofften Schwung ins Spiel – und so verpuffte die Zeit ohne das erlösende Tor. „Wir haben nicht entschlossen auf das nächste Tor gespielt“, haderte Lauth mit dem eigenen Spiel. Und Sportchef Florian Hinterberger klagte: „Am Ende haben wir unseren Kopf vergessen. Da wollte jeder irgendwas machen, um die Führung zu erzwingen. Dabei haben wir aber vergessen, Fußball zu spielen.“

Folglich musste 1860 also mit der unschönen Erkenntnis leben, mal wieder – wie schon so oft in der letzten Saison – daheim gegen eine Kellermannschaft Punkte verschenkt zu haben. „Heute waren wir nicht gut, sagte Vallori später noch und erklärte: „Wir hätten mehr Druck machen müssen. Das Ergebnis reicht uns nicht.“ Und Trainer Maurer? Der war enttäuscht, hofft auf Wiedergutmachung: „Wir müssen schauen, dass wir wieder auf Touren kommen. Jetzt müssen wir am Freitag nachlegen, um wieder aufzuholen.“ Ende der Woche also steht schon wieder ein richtungsweisendes Spiel an für die Löwen – in Cottbus bei Ex-Trainer Rudi Bommer

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