1860: Reisinger tritt wieder an

1860-Fußballabteilung lädt am Dienstag zur Versammlung in die "Heide Volm" nach Planegg: Das Konfliktpotenzial ist überschaubar.
| Marco Plein
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Abteilungsleiter Robert Reisinger
Rauchensteiner/Augenklick Abteilungsleiter Robert Reisinger

1860-Fußballabteilung lädt am Dienstag zur Versammlung in die "Heide-Volm" nach Planegg: Das Konfliktpotenzial ist überschaubar.

MÜNCHEN Wieder Planegg, wieder die Heide-Volm, wieder der TSV 1860. 127 Tage nach der Delegiertenversammlung, bei der die Gräben zwischen Präsident Dieter Schneider und Investor Hasan Ismaik richtig gewahr wurden, tritt der Verein am Dienstag wieder im Südwesten Münchens auf. Diesmal lädt die Fußballabteilung die knapp 17500 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung. Die AZ beantwortet die Fragen zur Versammlung.

Was steht an?
Zum einen steht nach drei Jahren wieder die Wahl der Abteilungsleitung an, zum anderen wählen die Abteilungs-Mitglieder die Delegierten für die jährlichen Delegiertenversammlungen des Gesamtvereins. Als Abteilungsleiter stellen sich Robert Reisinger mit seinem Stellvertreter Daniel Bauer und Kassenwart Thomas Probst zur Wiederwahl. Gegenkandidaten gibt es nicht. „Wir haben gesucht, aber es hat sich niemand gefunden”, erklärt Arge-Vorstand Andreas Kern. „Die Leute stehen für so ein Amt nicht Schlange.” Reisinger wundert dies überhaupt nicht: „Das Amt ist mit viel Arbeit und wenig Ruhm verbunden. Man macht das ehrenamtlich und wird trotzdem angegriffen – die Rahmenbedingungen sind nicht gerade einladend.” Dennoch hat sich der Inhaber einer Speditionsfirma entschlossen, noch einmal anzutreten. Ihm liegt vor allem die Jugendarbeit des Vereins am Herzen. Auch die heuer zum ersten Mal antretende dritte und vierte 1860-Mannschaft war seine Idee.

Wird Reisinger wiedergewählt?
„Es gibt für uns keinen Grund, ihn nicht zu wählen”, sagt Pro1860-Vorstand Roman Beer. „Wir haben keine Wahlempfehlung ausgegeben. Aber die meisten denken wie ich. Reisinger ist ein Typ, der seine Meinung sagt. Das ist gut.” Bei den Arge-Vertretern könnte die Sache anders aussehen. Viele haben sich darüber beschwert, dass Reisinger die Versammlung nicht wie gewöhnlich an einem Wochenend-Tag angesetzt hat. „Der Termin stößt vielen sauer auf. Wer 200 Kilometer entfernt wohnt, kann nicht kommen. Gut möglich, dass die Anwesenden ihren Unmut durch ihre Stimmen zum Ausdruck bringen”, sagt Kern.

Welche Konfliktthemen gibt es?
Anders als im vergangenen Jahr, als bei der Versammlung sowohl Geschäftsführer Robert Schäfer als auch Präsident Dieter Schneider im Zuge der Sanierungsbemühungen scharf angegriffen worden waren, erwarten die Verantwortlichen heuer eine recht ruhige Versammlung. „Pro1860” hat gemeinsam mit den „Löwenfans gegen Rechts”, den „ Freunden des Sechzger Stadions” und den Ultra-Gruppierungen „Giasinga Buam” und „Cosa Nostra”, die derzeit die Mehrheit bei den Delegierten stellen eine Vorschlagsliste mit 172 Delegiertenkandidaten erstellt. Sollten sie gewählt werden, sollen sie bei der nächsten Delegiertenversammlung einen Antrag zur Abschaffung des als wenig demokratisch angesehen und einst von Karl-Heinz Wildmoser eingeführten Delegiertensystems stellen. „Nach dem Anteilsverkauf an den Investor hat ein Mitglied sowieso nicht mehr viel zu sagen”, klagt Beer. Auch die Arge (laut Selbstdarstellung gehören dem Fanklub-Dachverband 35000 Anhänger an) will die Satzung reformieren, über Einzelheiten muss man sich noch einigen. Kern: „Es gibt keine klare Tendenz. Aber das Delegiertensystem mit seinem Wahlkampf sehe auch ich als schädlich für den Verein an."

Wie viele Mitglieder werden erwartet?
Reisinger rechnet mit bis zu 600 Teilnehmern. Erwartet werden Jeweils rund 250 Arge- und Pro-1860-nahe -Anhänger und rund 100 unabhängige Mitglieder. 

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