1860-Präsidium freut sich über Fan-Spende – Dauerkarten-Zwist zwischen Ismaik und Walch

Die Fanszene der Löwen sammelt schon über eine Viertelmillion an Spendengeldern für den Neustart. Präsident Mang dankt, Investor Ismaik ärgert das Dauerkarten-Drama – Ex-Funktionär Walch kontert.
Matthias Eicher
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1860-Präsident Gernot Mang freut sich über die große Spendenbereitschaft der Löwen-Fans.
1860-Präsident Gernot Mang freut sich über die große Spendenbereitschaft der Löwen-Fans. © IMAGO/Ulrich Wagner

Treu, treuer, Sechzig: Am vergangenen Sonntag startete die aktive Fanszene der Löwen unter dem Namen "Westkurve Sechzig München" einen emotionalen Spendenaufruf, um in ihrem Befreiungskampf gegen Investor Hasan Ismaik möglichst zahlreiche Unterstützer zu finden. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gelangten sie ans Ziel.

Über 250.000 Euro hat die Anhängerschaft des TSV 1860 bereits eingesammelt. In Worten: Eine Viertel-Million. "Wir haben unser gesetztes Ziel erreicht! Wir sind überwältigt und danken allen Unterstützern von nah und fern für ihre Solidarität", schrieben die Ultras der Blauen auf dem Crowdfunding-Portal "gofundme" – und beschlossen, einfach weiter zu sammeln: "Weiterhin hilft jeder Betrag dabei unseren Verein neu zu gestalten und wir freuen uns daher über jede zusätzliche Unterstützung. Unsere Kampagne läuft daher noch weiter!"

„Danke für 250.000“: Löwen-Fans feiern am Giesinger Berg den Erfolg der Spenden-Aktion
„Danke für 250.000“: Löwen-Fans feiern am Giesinger Berg den Erfolg der Spenden-Aktion © Screenshot Instagram

Die Kurven-Löwen schlossen mit dem Spruch, der fortan auf den neuen Trikots zu sehen sein soll: "Football for the People" – Fußball für das Volk.

Sammelaktion war mit 1860-Präsidium abgestimmt

Prompt ließ eine Stellungnahme des Vereinspräsidiums der Löwen, mit der die Aktion nach AZ-Informationen abgestimmt war, nicht lange auf sich warten.

"Liebe Löwinnen und Löwen, was in den vergangenen drei Tagen geschehen ist, ist außergewöhnlich. Es ist ein beeindruckendes Zeichen dafür, was unsere Gemeinschaft beim TSV 1860 München wirklich ausmacht", schrieben Vereinspräsident Gernot Mang und Co.: "Unglaubliche 250.000 Euro wurden innerhalb von nur 3 Tagen für das Rückensponsoring unserer Regionalligamannschaft in der Saison 2026/2027 gesammelt. Dieses Ergebnis erfüllt uns mit großem Respekt und tiefer Dankbarkeit."

Nachvollziehbare Worte der Bosse, denn sie wissen, dass sie angesichts des nach wie vor nicht gesicherten Regionalliga-Neustarts, einem Weg voller Unwägbarkeiten und eines Finanzbedarfs von drei bis vier Millionen Euro jegliche Unterstützung gebrauchen können.

Insolvenz als "Masterplan": 1860-Präsidium distanziert sich

Um sich vom angeblichen, von Ismaiks Anwalt Peter Gauweiler unterstellten "Masterplan" gegen den Investor zu distanzieren, schrieben die Mang und Co.: "Der Weg, den wir derzeit gehen, ist keiner, den wir uns ausgesucht haben. Aber er ist nun unsere Realität und eine große Chance." Man sei "umso mehr beeindruckt", dass eine Vielzahl an Fans mithelfe, "anzupacken, statt abzuwarten".

Man beschwört daher eine Art Giesinger Geist: "Der einzig existente Masterplan ist und war immer der unerschütterliche Zusammenhalt für unseren Verein, auch oder besonders in schwierigen Zeiten."

Wie Ismaiks Masterplan ausschaut, um seine Anteile zu schützen, ist derweil schwerlich erkennbar: Kürzlich hatte sich der Jordanier in den Sozialen Medien dafür ausgesprochen, dass die Dauerkarten ihre Gültigkeit behalten sollten.

Dauerkarten-Ansage: Walch kontert Ismaik

Nun wandte er sich in seiner neusten Nachricht mit der Überschrift "Wussten Sie?" an jene Fans, die im Kartenvorverkauf der KGaA, die sich im vorläufigen Insolvenzverfahren befindet, für die Saison 2026/27 schon zugeschlagen haben: "Wenn Sie Ihre Dauerkarte bereits bezahlt haben, haben Sie das Recht, deren rechtlichen Status zu erfahren, bevor sie aufgefordert werden, eine neue zu kaufen. Fordern Sie eine schriftliche Klärung an."

Rechtsanwalt und 1860-Fan Nicolai Walch, der kürzlich aus sämtlichen Gremien ausgeschieden ist, hängte prompt eine schriftliche Klärung unter Ismaiks Post: "Der rechtliche Status der Dauerkarten ist so klar wie bitter und bedarf insbesondere keiner individuellen Abfrage", stellte Walch klar und zeichnete das zu erwartende Insolvenz-Prozedere vor: "Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die betroffenen Käufer erst in einiger Zeit über eine noch zu bestimmende Quote maximal einen Bruchteil des bezahlten Preises zurückerhalten."

Ex-Verwaltungsrat Nicolai Walch.
Ex-Verwaltungsrat Nicolai Walch. © IMAGO/Ulrich Wagner

Und wie geht es mit 1860 weiter? Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig hatte in der SZ erklärt, dass die Eröffnung des Insolvenzverfahrens nicht vor September zu erwarten sei. Die Fans, die 1860 sehen wollen, müssen wohl oder übel eine neue Dauerkarte kaufen. Teuer, teurer, Sechzig. . .

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