1860: Niemann regt sich über Fans auf

Euphorie nach dem 2:1 gegen Aachen? Nicht mit 1860-Boss Niemann – er legt sich mit Fans an, die für den Auszug aus der Arena sind.
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Die Allianz Arena wird wohl auch in Zukunft die Spielstätte beider Münchner Profiklubs sein.
dpa Die Allianz Arena wird wohl auch in Zukunft die Spielstätte beider Münchner Profiklubs sein.

MÜNCHEN - Euphorie nach dem 2:1 gegen Aachen? Nicht mit 1860-Boss Niemann – er legt sich mit Fans an, die für den Auszug aus der Arena sind.

Es könnte alles so wunderschön sein bei 1860. Die Mannschaft wirkt gefestigt, und nachdem sie zuletzt schon auswärts geglänzt hatte, gelang ihr nun auch endlich zu Hause ein umjubelter Erfolg. 2:1 gegen Aachen (Tore Alexander Ludwig, Benny Lauth); die in der Liga acht Mal nacheinander unbesiegten Sechzger sind jetzt Sechster, Trainer Reiner Maurer spricht von „ein bisschen Euphorie“ und sagt an: „Wir sind vorne dabei und haben auch die Klasse, uns noch weiter nach vorne zu orientieren.“

Alles schön und gut also? Weit gefehlt. Denn anstatt die Euphorie zu schüren, legt sich Geschäftsführer Robert Niemann mit den eigenen Fans an. Zur Unzeit. Nicht nur, dass er aus heiterem Himmel (nach einer „kurzen Regieabsprache“ mit Präsident Rainer Beeck) erklärte, „die Tendenz geht dahin, dass wir überlegen, wie wir unsere Zukunft langfristig in der Allianz Arena planen können“ – und damit die Hoffnungen vor allem der lauten Löwen-Fans zunichte machte. Zudem stänkerte er gegen jene Fangruppen, die Stimmung gegen die Arena machen.

Weil ihm das hinter dem Tor aufgehängte Plakat mit der Aufschrift „Raus aus der Arena“ missfiel, erzählte Niemann von seinem Versuch, das Banner durch Stadionordner entfernen zu lassen. „Doch die Fans haben sich geweigert, einige unserer Ordner wurden sogar getreten", berichtete Niemann. Das Spruchband und auch die regelmäßigen „Scheiß Arena!"-Rufe nannte er „extrem destruktiv". Niemann: „Ich respektiere die Wünsche der Fans. Und am liebsten wäre ich ein Freund eines jeden Fans. Aber als Kaufmann bin ich an Realität und Fakten gebunden. Jeder darf seine eigene Meinung haben, aber wenn einige ihre Stadionmeinung überproportional gewichtet nach außen tragen, dann hilft uns dieses Verhalten der Fans nicht weiter."

Von der Auseinandersetzung zwischen Anhängern und Ordnern wollten der Fanbeauftragte Axel Dubelowski sowie der Leiter des Fanprojekts, Günther Krause, nichts mitbekommen haben. Krause sagte: „Es werden immer sehr, sehr viele Fans gegen die Arena sein, so lange sie für die 1860-Fans als Untermieter des roten Vereins einen ungeliebten Spielort darstellt."

Niemann, der beim Verbleib in der Arena auf eine günstigere Stadionmiete, also die Gnade der Bayern, angewiesen ist, wollte davon nichts hören. „Das Stadion ist eines der modernsten in Europa. Dort zu günstigeren Bedingungen zu spielen, ist unsere einzige Überlebenschance", sagt er. Denn Bayern will 1860 wohl nicht ohne Entschädigungszahlung aus den Arena-Verträgen aussteigen lassen. Auch Beeck sprach von einer „Spielstätte der Zukunft". Von einem Umzug ins Olympiastadion wollen die Bosse nichts mehr wissen – und das ohne sie – wie Niemann kurz nach seinem Amtsantritt in Aussicht gestellt hatte – eine Mitgliederbefragung über die Stadionfrage durchgeführt hätten. „Man wird es nie allen recht machen können", sagte Niemann nun.

„Ich kann mir vorstellen, dass diese Äußerungen nicht gut ankommen“, betont Krause, „denn die Fans erwarten im Stadion immer Meinungsfreiheit. Man wird das Thema mit Sicherheit sehr kontrovers diskutieren." Und das nach so einem Tag, an dem die Mannschaft bewiesen hatte, dass sie zu Höherem berufen ist.

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