Eigentlich wollte er bleiben ‒ jetzt wechselt 1860-Keeper nach Heidenheim
Die Sechziger wollten sie unbedingt halten, ihre Nummer eins. Der Leistungsträger der Löwen hat lange und gründlich darüber nachgedacht, den Neustart mit den Sechzger gemeinsam anpacken zu wollen – trotz des Zwangsabstiegs in die Regionalliga Bayern, trotz des ganzen Giesinger Wahnsinns der vergangenen Tage und Wochen.
Letztendlich ist der weiß-blaue Geduldsfaden aber gerissen und es gilt, Abschied zu nehmen: Servus, Thomas Dähne.
Heidenheim verpflichtet Löwen-Keeper Dähne ablösefrei
Der Torhüter des TSV 1860, der erst im Sommer 2025 von Bundesliga-Absteiger Holstein Kiel an die Grünwalder Straße gewechselt und in die Fußstapfen der abgewanderten Identifikationsfigur Marco Hiller getreten ist sowie in der abgelaufenen Saison 2025/26 einer der besten Spieler der Giesinger war, hat einen neuen höherklassigen Verein gefunden.
Dähne bleibt nun doch dem Profifußball erhalten, der Wechsel zum Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim ist fix. Nach dem erfolgreich bestandenen Medizincheck am Mittwoch folgte direkt die Unterschrift unter einem Vertrag bis 2028. Dähne steigt auf!
Beim Zweitligisten dürfte er als Ersatz der designierten neuen Nummer eins Frank Feller (22) fungieren. "Wir sind überzeugt, dass unsere jungen Torhüter und unsere gesamte Mannschaft von seiner positiven Persönlichkeit profitieren werden. Thomas ist nach wie vor sehr ehrgeizig und gleichzeitig ein absoluter Teamplayer", sagte der Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald.
Und Dähne selbst sagte: "Bei 1860 München habe ich zuletzt auch mit Vitus Eicher als Torwarttrainer zusammengearbeitet, der mich darin bestärkt hat, dass der FCH ein ganz besonderer Verein ist."
Dähne wollte eigentlich bei 1860 bleiben
Besonders bitter für Sechzig: Der Wahl-Salzburger Dähne, um den Geschäftsführer Manfred Paula nach AZ-Informationen bis zum Schluss gekämpft hatte, hatte dem TSV ursprünglich bereits sein Ja-Wort gegeben. "Es ist einfach so, dass Sechzig ein extrem lebens- und liebenswerter Verein ist. Es macht jeden Tag Spaß, an die Grünwalder Straße zu fahren. Es ist immer was los, es ist ein Traditionsverein, der mehr verdient", erklärte Dähne nach seiner Vertragsverlängerung bis "mindestens" 2028.
Dabei erzählte er der AZ eine Geschichte, bei der den Giesinger Anhängern das Herz aufgehen könnte: "Ich war vor zwei, drei Jahren mal mit meinem besten Freund privat in München und habe zu ihm gesagt: ‚Ich würde mich schon freuen, wenn ich mal in München leben und das mit meinem Job verbinden könnte.’ Das war damals sehr weit weg für mich. Jetzt bin ich glücklich, dass es letzten Sommer geklappt hat und dass wir länger hierbleiben können."
Nun kehrt der 32 Jahre alte Dähne Sechzig und München wider Erwarten doch wieder den Rücken, nachdem sein Vertrag für die Vierte Liga keine Gültigkeit mehr hat.
Dähne gehörte bei 1860 vergangenes Jahr zu den Leistungsträgern
Der Oberbayer hatte zwar kürzlich seine Bereitschaft signalisiert, den Blauen unter Umständen sogar in den Niederungen der Regionalliga treu bleiben zu wollen. "Thomas fühlt sich grundsätzlich sehr wohl bei den Löwen und hatte seinen Vertrag eigentlich schon verlängert", hatte Berater Max Hagmayr der AZ Anfang Juni erklärt, aber angesichts der Unwägbarkeiten einer absehbaren Insolvenz ergänzt: "Wir prüfen natürlich auch andere Angebote und Optionen. Aber wenn es geordnet weitergehen kann, dann hat Sechzig erst einmal Vorrang."
In der vergangenen Spielzeit war Dähne 35 Mal im Kasten der Blauen gestanden, war dabei zum Leistungsträger avanciert und hat insgesamt 49 Gegentore gefangen. In neun Partien war der gebürtige Oberaudorfer ohne Gegentreffer geblieben.
Künftig wird er seinen Kasten nicht mehr für die Amateur-Löwen hüten, sondern an der Brenz seinen Mann stehen.

