1860: Kapitän in Not

Daniel Bierofka hat beim TSV 1860 unter dem neuen Trainer Wolf keine Sonderrolle mehr – und fällt nun wegen einer gemeinen Verletzung aus.
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Wird den Löwen weiter fehlen: Daniel Bierofka.
Rauchensteiner/Augenklick Wird den Löwen weiter fehlen: Daniel Bierofka.

Daniel Bierofka hat beim TSV 1860 unter dem neuen Trainer Wolf keine Sonderrolle mehr – und fällt nun wegen einer gemeinen Verletzung aus.

MÜNCHEN Nein, es läuft nicht gut für Daniel Bierofka (30), seit Uwe Wolf der Trainer der Löwen ist. Ganz und gar nicht. Der Kapitän ist verletzt. Wieder mal. Bierofka brach die Einheit am Donnerstagvormittag ab, die Schmerzen im Leistenbereich waren zu heftig. Bierofka, erst im Herbst an der Bandscheibe operiert, wird den Löwen auch im Zweitliga-Derby in Ingolstadt (Sonntag, 14 Uhr, Liveticker bei abendzeitung.de) fehlen. Eine Kernspintomografie erbrachte am Nachmittag die Diagnose: Schambeinentzündung.

Bereits vor dieser Untersuchung war Trainer Wolf klar gewesen: „Bierofka ist am Sonntag nicht dabei.“ Wolf wirkte allerdings nicht so, als würde ihn der Ausfall sehr bekümmern. Vielmehr hatte er gesagt: „Bierofka ist zwar der Kapitän und in Topform unersetzlich. Aber es ist nicht so, dass der Kapitän einen Freibrief bei mir hat. Er muss sich bei mir erst wieder zeigen.“

Schon vorher hatte Wolf klar gestellt, dass bei ihm nur zwei Spieler gesetzt seien: Torwart Michael Hofmann und Benny Lauth. Von Bierofka, dessen Genesung zu diesem Zeitpunkt noch möglich erschien, war nicht die Rede gewesen. War der Kapitän von Wolfs Vorgänger Marco Kurz noch als „Vorbild“ und für unverzichtbar erklärt worden, so ist er nun in Not geraten. Wolf sagt es deutlich: „Bei mir kann sich keiner mehr sicher sein.“ Und: „Wenn einer damit nicht zurechtkommt, dann bin ich gesprächsbereit.“

Ehe Bierofka beim Trainer um seinen internen Status kämpfen kann, muss er freilich erst mal gesund werden. Er werde „zwei bis drei Wochen ausfallen“, glaubt Teamarzt Dr. Willi Widenmayer. In der Pressemitteilung über die Diagnose ließ 1860 unerwähnt, dass eine Schambeinentzündung zu den hartnäckigsten und langwierigsten Verletzungen zählt. Fast nur Leistungssportler sind betroffen; die Therapie ist oft schwierig. Altin Lala (33), Profi von Hannover 96, hat mit dieser Verletzung mal neun Monate pausiert. Er war vom Dauerschmerz schließlich so entnervt, dass er einen Nerv operativ durchtrennen ließ. Zuletzt spielte der frühere 96-Kapitän in Hannovers zweiter Mannschaft. Bei Ümit Davala (35, ehemals Werder und Inter Mailand) führte eine Schambeinentzündung zum vorzeitigen Karriereende.

Und Bierofka? An seiner Stelle wird Fabian Johnson gegen Ingolstadt am linken Flügel spielen; dem war beim 5:1 gegen St. Pauli auf dieser Position gleich ein Tor gelungen. Michael Koppold, der Berater von Bierofka, sagt zur AZ: „Wir alle wissen, was Daniel kann“, sagt er der AZ: „Wenn er gesund ist, wird er auch wieder spielen.“

og., ill

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