1860: Jetzt wird's stürmisch

Lienen und die Löwen verlieren auch auf St. Pauli. Lauth vom Kapitän zum Bankdrücker degradiert. Nach nur zwei Siegen in acht Spielen rutscht der TSV 1860 auf Rang 15 ab
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Jubel bei St. Pauli, hängende Köpfe bei den Löwen
dpa Jubel bei St. Pauli, hängende Köpfe bei den Löwen

HAMBURG - Lienen und die Löwen verlieren auch auf St. Pauli. Lauth vom Kapitän zum Bankdrücker degradiert. Nach nur zwei Siegen in acht Spielen rutscht der TSV 1860 auf Rang 15 ab

Es war einmal eine 1860-Mannschaft, die hatte mehr Vorschusslorbeeren bekommen als viele, viele andere Löwen-Teams zuvor. Und ihr Trainer, der erfahrene Ewald Lienen, war als Fachmann gepriesen worden. Das waren schöne Zeiten. Sie sind erst ein paar Monate her.

Davon ist nichts mehr übrig. Die Löwen haben am Sonntagnachmittag auch auf St. Pauli verloren, 1:3 diesmal. Die Truppe, die um den Aufstieg mitspielen sollte, belegt nach nur zwei Siegen in acht Spielen in der 2. Liga nur noch Platz 15, knapp vor den Abstiegsrängen. Lienens Sachverstand scheint wenig bis nichts ausrichten zu können bei 1860. Offensivspieler Alexander Ludwig: „Acht Punkte aus acht Spielen, das ist viel zu wenig.“ Das traf es genau.

Es war ein ungemütlicher Ausflug nach Hamburg. Das Tief Sören hatte eine Sturmwarnung verursacht, der Wind blies ungemütlich ins Millerntor. Und die Löwen? Da hatte Trainer Ewald Lienen quasi auch eine Sturmwarnung ausgesprochen – an Benny Lauth: Lienen setzte seinen Kapitän auf die Bank. Nach 46 Einsätzen in der 1860-Anfangself eine ganz neue Erfahrung für Lauth.

Lienen: „Wenn man die letzten Spiele gesehen hat, überrascht diese Maßnahme nicht. Das hätte man schon viel früher machen können. Ihm haben zuletzt Frische und Spritzigkeit gefehlt.“ Lauth selbst hatte über Müdigkeit geklagt. Seine Stelle im Angriff übernahm Alexander Ludwig, der letzte Saison noch für St. Pauli gespielt hatte. Lienen: „Alex ist gern in der Nähe des Tores, da soll er sich zeigen.“

Das machte Ludwig nur anfangs. Sein Freistoß vom linken Flügel, den Pauli-Torwart Hain mit einer Hand über die Latte wischte, war die erste Torchance des Spiels (8.). Überhaupt begannen die Löwen erfreulich lebhaft und energisch; Cooper vergab nach 25 Minuten eine weitere Chance.

Eine kollektive Unaufmerksamkeit machte den guten Anfangseindruck mit einem Schlag zunichte: Ein Ballverlust von Tarek Camdal, Stellungsfehler von Antonio Rukavina, Radi Felhi und Torben Hoffmann – schon war’s passiert; Carsten Rothenbach stolperte den Ball ins Tor (29.).

Danach war alle Löwen-Herrlichkeit dahin. Lienen stand im peitschenden Regen, sah ratlos und frustriert aus. Es kam noch schlimmer. Einer Indisponiertheit von Linksverteidiger Jose Holebas folgte das 0:2; eine Hereingabe von Charles Takyi drückte Marius Ebbers über die Linie (58.).

Es waren groteske Abwehr- und Abstimmungsfehler, die in die Niederlage führten. Fünf Minuten nach dem 0:2 brachte Lienen dann doch Lauth, dazu in Mlapa einen weiteren Angreifer. Letzterer vergab in Bedrängnis zunächst eine Großchance kläglich (79.), stocherte zehn Minuten später dann das Anschlusstor rein. Gleich im Gegenzug vollendete Naki (90.) zum 3:1 für St. Pauli.

Für 1860 und Trainer Lienen dürfte es nun noch stürmischer werden. ill, og

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