1860: „Hohe Gehälter sind eine Bremse für die Spieler“

Sportchef Miki Stevic will bei den Löwen die Grundgagen deutlich senken – und nur noch stark leistungsbezogene Verträge abschließen.Ist Sascha Rösler das erste Opfer der Sparwelle?
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Miki Stevic will die Gehälter-Struktur beim TSV 1860 verändern.
sampics Miki Stevic will die Gehälter-Struktur beim TSV 1860 verändern.

Sportchef Miki Stevic will bei den Löwen die Grundgagen deutlich senken – und nur noch stark leistungsbezogene Verträge abschließen.Ist Sascha Rösler das erste Opfer der Sparwelle?

MÜNCHEN Die Löwen haben in die laufende Saison viel investiert – doch die Rückkehr in die Bundesliga ist ihnen wieder nicht gelungen. Am Freitag will der TSV 1860 im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld (18 Uhr, Allianz Arena) zumindest Platz sieben festigen. Weil es mit einem hohen Kostenaufwand nicht funktioniert hat, plant 1860 künftig anders – man will die fixen Personalkosten deutlich senken. „Wir werden unsere Strukturen verändern“, sagt Sportdirektor Miki Stevic der AZ, „wir werden bei neuen Verträgen in Zukunft schauen, dass sie stark leistungsbezogen sind.“

Heißt: 1860 will nur noch Leistung honorieren. „Hohe Fix-Gehälter und langfristige Verträge machen keinen Sinn“, sagt Stevic und nimmt sich einen ehemaligen Weltstar zum Vorbild: „Johann Cruyff hat gesagt: ’Leistung soll belohnt werden, für geringe Leistung gibt’s weniger.’ Das kann ich unterschreiben.“

Weiter meint Spar-Löwe Stevic: „Seien wir doch mal ehrlich: Hohe Gehälter sind eine geistige Bremse für unsere Spieler – und dem Verein tut man damit keinen Gefallen. Ich zahle lieber eine höhere Siegprämie statt ein übertriebenes Festgehalt.“ Doch wer verdient was bei 1860?

Die Gutverdiener

Dazu gehört neben Benny Lauth, Daniel Bierofka, Mathieu Beda, Gabor Kiraly und Antonio Rukavina zweifelsfrei auch Sascha Rösler. Mit ihm will der TSV 1860 nach AZ-Informationen zwar verlängern, aber für deutlicher weniger Grundgehalt als bisher. „Ich werde mit Sascha reden und ihm unsere Vorstellungen offenlegen“, sagte Miki Stevic, „und dann schauen wir, ob wir klarkommen.“ Zwar ist für den 32-Jährigen „1860 die erste Option“, doch sein Berater Dirk Lipps machte am Donnerstag gegenüber der AZ auch klar, dass sich „Sascha definitiv nicht unter Wert verkaufen“ werde. Lipps: „Sascha ist für alles offen, auch für einen Einjahres-Vertrag. Einen Renten-Vertrag braucht er nicht.“ Am Freitag soll’s zu einem ersten Gespräch zwischen Stevic und Rösler kommen – ob sie sich da schon einigen können? Interessant: Auch Zweitliga-Rivale Fortuna Düsseldorf soll schon seine Fühler nach Sascha Rösler ausgestreckt haben.

Die Normalverdiener

Ur-Löwe Stefan Aigner hat seinen Vertrag am Donnerstag zwar um ein weiteres Jahr bis 2012 vorzeitig verlängert (AZ berichtete) und sich auch finanziell verbessert, doch an die Gehaltsebene von Lauth & Co. kommt der 22-Jährige natürlich noch nicht heran. Aber Stevic sagt: „Wenn wir oft gewinnen, dann soll jeder profitieren.“ Freilich auch Aigner. Für seinen Preis spielen bei 1860 auch Alexander Ludwig, Mate Ghvinianidize, Torben Hoffmann, Radhouane Felhi, Charilaos Pappas, Michael Hofmann oder Manuel Schäffler.

Low-Budget-Löwen

Angreifer Djordje Rakic, die Salzburger Leihgabe, spielt für unter 10000 Euro im Monat an der Grünwalder Straße – der Serbe ist einer der Billiglöhner auf dem Gehaltskonto des TSV 1860. Und das macht für Stevic eine weitere Zusammenarbeit mit Rakic natürlich schmackhaft. Der einzige Nachteil aus finanzieller Sicht: Rakic müsste im Sommer für 300000 Euro aus dem Vertrag bei Red Bull rausgekauft werden. Neben Rakic sind auch noch Aleksandar Ignjovski, Eke Uzoma, Sandro Kaiser und Marcos Antonio besonders günstig. Oliver Griss

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