1860 gegen Lautern: FCK-Verantwortliche kritisieren Polizei-Einsatz

Die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern verurteilen den harten Einsatz der Polizei beim Drittliga-Spiel in München gegen den TSV 1860 - und fordern "eine Aufklärung der Vorfälle". Die Fan-Freundschaft der beiden Klubs sei mit Füßen getreten worden.
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Die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern verurteilen den harten Einsatz der Polizei beim Drittliga-Spiel in München gegen den TSV 1860 - und fordern "eine Aufklärung der Vorfälle". Die Fan-Freundschaft der beiden Klubs sei mit Füßen getreten worden.

München/Kaiserslautern - Die Vorgänge rund um das traditionsreiche Drittliga-Duell zwischen dem TSV 1860 und dem 1. FC Kaiserslautern (3:1) ziehen weite Kreise. Die FCK-Verantwortlichen haben sich am Mittwoch in einer offiziellen Stellungnahme zum Einsatz der Polizei am vergangenen Samstag (28. September) geäußert - und kritisieren das Vorgehen der Polizei vor Ort. 

Der Klub machte deutlich, dass man "kein Verständnis für das [...] Verhalten der bayerischen Polizei" habe und sich "eine Aufklärung der Vorfälle" wünsche. Denn: "Gerade eine solch positive Fanfreundschaft wie zwischen den Fans des FCK und des TSV 1860 sollte gefördert und nicht verhindert werden."

FCK-Stellungnahme: Polizei schlägt "ohne ersichtlichen Grund" zu

Wie berichtet, waren Polizisten in den Lauterer Fan-Block eingedrungen, nachdem ein Rettungstor geöffnet worden war – dabei kamen auch Schlagstöcke zum Einsatz. "Vor allem die Tatsache, dass der Kontakt zwischen den befreundeten Anhängern beider Vereine vor und nach dem Spiel durch die zuständige Polizei unterbunden wurde, sorgte für Unverständnis", heißt es in der Mitteilung. 

Der Einsatz habe "einen unrühmlichen Höhepunkt" gefunden, als im Gästeblock "ohne ersichtlichen Grund" auf Lautern-Anhänger eingeschlagen worden sei. Die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern erklärten sich auch mit anderen Aktionen der Polizeikräfte nicht einverstanden.

FCK-Verantwortliche kritisieren strikte Fantrennung in München

Bei Ankunft des Sonderzuges mit 450 FCK-Fans am Münchner Hauptbahnhof vor dem Spiel seien alle Fans von der Polizei eingekesselt und bis zum Stadion eskortiert worden: "Dabei wurde den Fans sowohl das Aufsuchen von Toiletten als auch der Besuch des gemeinsamen Fantreffs im stadionnahen Gasthaus 'Giesinger Bräu' untersagt."

Hier hätten - wie im vergangenen Jahr - zahlreiche FCK-Fans friedlich mit den befreundeten 1860-Anhängern gefeiert. "Doch trotz der bundesweit bekannten Fanfreundschaft beider Fanszenen setzte die Polizei auch an diesem Tag eine strikte Fantrennung durch."

FCK-Stellungnahme: Polizei steigert "Unmut der Stadionbesucher"

Für die Lauterer Verantwortlichen war dies eine fatale Fehlentscheidung der Polizei: Denn diese Maßnahme habe in den Reihen der Fans für Missstimmung gesorgt, weil viele FCK- und 1860-Fans vor und nach dem Spiel rund um das Stadion verabredet waren. "Bereits hier zeichnete sich ab, dass die Maßnahmen der Polizei eher den Unmut der Stadionbesucher steigerten, statt deeskalierend zu wirken. Einen erkennbaren Grund dafür, befreundeten Fans das gemeinsame Zusammensein zu verbieten, gab es aus unserer Sicht nicht."

Die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern kritisieren allerdings auch das Verhalten vereinzelter FCK-Fans nach dem Schlusspfiff: Dass dabei ein Fluchttor zum Spielfeld hin geöffnet wurde, dafür hat der Klub "keinerlei Verständnis". Diese Situation sei aber schnell unter Kontrolle gebracht und das Tor wieder verschlossen worden.

"Ein Platzsturm, wie im Bericht der zuständigen Polizei im Nachgang zu lesen, war zu keinem Zeitpunkt zu befürchten." Die Situation im Gästeblock habe sich gerade wieder beruhigt, da sei die Polizei am linken äußeren Blockende durch ein Fluchttor in den Gästeblock gestürmt und habe Pfefferspray sowie Schlagstöcke gegen FCK-Fans eingesetzt: "Wie auf Videos zu erkennen und wie von vielen Fans bestätigt wurde, gab es in dieser Situation keinerlei körperliche Angriffe in Richtung der Polizei."

Polizei verweist auf "sehr aufgeheizte Stimmung" 

Aus dem Polizeipräsidium München war am Abend keine Stellungnahme zu den Lauterer Vorwürfen zu bekommen. Am vergangenen Montag hatte die Polizei allerdings bereits ihre Eindrücke zum Drittliga-Spiel zusammengefasst - und dabei festgestellt: "Nach Abpfiff herrschte aufgrund des sportlichen Misserfolgs im Gästeblock sehr aufgeheizte Stimmung."

Einige Anhänger des 1. FC Kaiserslautern seien auf den Zaun geklettert, es seien Becher in Richtung der eigene Mannschaft geflogen. Weiter hieß es: "Zeitgleich wurde durch die Gästefans ein Rettungstor zum Spielfeld aufgedrückt. Um einen Platzsturm zu verhindern, zogen Polizeibeamte eine Kette vor dem Gästeblock ein, hierbei kam es zu zahlreichen Becherwürfen und zu einem Tritt eines Gästefans in Richtung der Polizeibeamten. Ein Polizeibeamter wurde dadurch verletzt."

Um das Rettungstor wieder zu verschließen und die Gästefans zurückzuhalten, sei von Seiten der Polizei "unmittelbarer Zwang in Form von Schieben und Drücken angewendet" worden. Vereinzelt sei der Schlagstock eingesetzt und Pfefferspray gesprüht worden.

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