1860-Fans kündigen nach "Desaster" Rückkehr eines wichtigen Kurven-Symbols an

Ein Pyrotechnik-Unfall gegen Ende der letzten Saison hinterließ in der aktiven Fanszene des TSV 1860 Narben. Der Neustart des Vereins aber sorgt für ein "Jetzt-erst-recht"-Gefühl und mündet in einem emotionalen Comeback auf Giesings Höhen.
von  Florian Weiß
Schalparade der Löwenfans in der Westkurve des Grünwalder Stadions. Gut zu erkennen: Das große Banner „Mein Verein für alle Zeit“ links und rechts der Anzeigetafel.
Schalparade der Löwenfans in der Westkurve des Grünwalder Stadions. Gut zu erkennen: Das große Banner „Mein Verein für alle Zeit“ links und rechts der Anzeigetafel. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Heike Feiner

Neustart beim TSV 1860 – das gilt nicht nur für die Löwen auf dem Platz, sondern in gewissem Maße auch für die Fans auf den Rängen. Vor allem in der aktiven Fanszene ist trotz des Zwangsabstiegs in die Regionalliga eine Aufbruchstimmung zu spüren, da sich der Spielbetrieb bekanntlich vom verhassten Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik abgespalten hat. Dieser neue Giesinger Weg sorgt auch dafür, dass im Grünwalder Stadion ein für den harten Kern des Löwen-Anhangs wichtiges Symbol zurückkehren wird – nachdem es gegen Ende der letzten Saison erheblichen Schaden erlitten hatte.

Die Rede ist vom großen Banner "Mein Verein für alle Zeit", das seit der Rückkehr Sechzigs auf Giesings Höhen links und rechts der legendären Anzeigetafel in der Westkurve hängt. In einem Statement der Fanszene beschreibt diese das Banner als "ein Symbol, mit dem wir uns alle – egal welcher Gruppenzugehörigkeit – identifizieren." Doch dieses Symbol wurde durch eigenes Verschulden per Pyrotechnik beim Drittliga-Auswärtsspiel am 2. Mai in Schweinfurt in Brand gesetzt. Man müsse "bei dem entstandenen Schaden von nichts anderem als einem Desaster sprechen".

Folgenschwerer Einsatz von Pyrotechnik im 1860-Fanblock in Schweinfurt. Bei der Zündelei fängt das Banner „Mein Verein für alle Zeit“ Feuer.
Folgenschwerer Einsatz von Pyrotechnik im 1860-Fanblock in Schweinfurt. Bei der Zündelei fängt das Banner „Mein Verein für alle Zeit“ Feuer. © IMAGO/Max Kilian

Nach dem Vorfall wurde die Unterstützung von den Rängen eingestellt, der Block wurde von den Ultras verlassen. Eine Narbe blieb, in diesem Sommer sollte über die Zukunft des beschädigten Banners beraten werden. Dann aber drehte sich im Löwen-Kosmos bekanntlich der Wind – und damit die Dynamik bei den Fans.

1860-Fans: "Wir können und wollen nicht auf dieses Symbol verzichten"

"Unser Verein überwand endlich eine Zeit, die ohne Zweifel immer ein Teil von uns bleiben wird. Stolz werden wir darauf nie sein, und trotzdem war es eine Zeit, die uns geprägt hat und aus der wir unsere Lehren ziehen", schreibt die Fanszene nun und schlussfolgert: "Wenn man so auf die Geschichte unseres Vereins blickt, stellte sich für uns die Frage, warum wir es bei unserem so wichtigen Symbol anders handhaben sollten."

Der Feuerunfall aus Schweinfurt werde "immer ein Teil unserer Kurve bleiben, und doch ändert sich nichts an dem, wofür diese Fahne steht. Wir können und wollen nicht auf dieses Symbol verzichten. Vor allem nicht in einer Zeit, in der sich unser Verein befreit und selbstbestimmt nach vorne schaut. Eine Zeit, die schwierig für uns alle wird und gleichzeitig eine solche Euphorie auslöst. Egal, was vorher war, und egal, was noch passiert."

Heißt wohl: Spätestens zum ersten Heimspiel auf Giesings Höhen gegen den FC Augsburg II am 7. August wird das Banner "Mein Verein für alle Zeit!" in die Westkurve zurückkehren. Oder vielleicht doch schon zum ersten Regionalliga-Spiel am 1. August  – ausgerechnet in Schweinfurt?

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