1860: Ein Eklat und 17 Endspiele

„Wir müssen arbeiten!“ Weil Löwen-Coach Lienen sein Team beim ersten Rückrunden-Training zum Laufen schickt, fühlen sich manche Fans brüskiert. Der Trainer bittet um Verständnis: Er hat ja so viel vor
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Gibt am Sonntag seinen Reservisten eine Chance: Ewald Lienen.
Ronald Zimmermann Gibt am Sonntag seinen Reservisten eine Chance: Ewald Lienen.

„Wir müssen arbeiten!“ Weil Löwen-Coach Lienen sein Team beim ersten Rückrunden-Training zum Laufen schickt, fühlen sich manche Fans brüskiert. Der Trainer bittet um Verständnis: Er hat ja so viel vor

MÜNCHEN Es waren ziemlich viele gekommen. Rund 200 Fans wollten bei angenehmer Wintersonne den Rückrunden-Trainingsauftakt des TSV 1860 am Montagnachmittag an der Grünwalder Straße verfolgen – und wurden bitter enttäuscht. Trainer Ewald Lienen schickte sein Team nicht auf den Platz, sondern an die Isar zu einer Konditionseinheit. Einer der aufgebrachten Fans schimpfte: „Ich fahre extra von Ingolstadt mit dem Auto her, und dann geht der Lienen mit den Spielern zum Joggen. Ich bin stinksauer.“

Der Trainer hatte zwar Verständnis für die verärgerten Fans, doch umstimmen ließ er sich nicht: „Wir müssen arbeiten“, sagte er vor einer Traube von Fans, „wir können euch kein Showtraining anbieten. Bitte habt Verständnis dafür.“

Lienen will keine Zeit verlieren. Sie haben ja ein überaus ehrgeiziges Ziel bei 1860: die Rückkehr in die Bundesliga.

Der Rückstand des Tabellenzwölften auf Platz 3, der zu Relegationsspielen berechtigt, beträgt aktuell acht Punkte. Jetzt auf eine erfolgreiche Aufholjagd zu hoffen, wirkt aussichtslos, zumindest verwegen. Aber das wollen die blauen Optimisten nicht gelten lassen. Verteidiger Torben Hoffmann (35) erzählt: „Ich erinnere mich da nur an mein Jahr bei Eintracht Frankfurt. Wir hatten in der Winterpause elf Punkte Rückstand und sind trotzdem als Dritter noch aufgestiegen.“ Das war in der Saison 2004/2005; die Löwen wurden damals übrigens hinter Frankfurt undankbarer Vierter. Hoffmann: „Alles ist möglich im Fußball, wir müssen nur richtig aus der Pause kommen.“

Das würde Lienen gefallen. Der Trainer sagt: „Wenn wir noch mal nach oben reinstoßen wollen, dann brauchen wir so eine Serie wie Kaiserslautern in der Vorrunde.“ Der FCK ist mit Chefcoach Marco Kurz, dem Ex-Löwen, Herbstmeister geworden. Jetzt taugt Kurz, den sie an der Grünwalder Straße davon gejagt haben, ebendort als Vorbild. Lienen sagt es so: „Wir haben jetzt 17 Endspiele.“

Das erste steigt in 20 Tagen - in Koblenz (17. Januar, 13.30 Uhr). Dann möglicherweise mit einem Spieler, der als erklärter Wunschspieler von Sportdirektor Miki Stevic gilt: Eke Uzoma (20), der Dauerreservist des SC Freiburg. Stevic will den Wechsel am Dienstag per Telefon vorantreiben: „Der Spieler will zu uns, und auch Freiburgs Trainer Robin Dutt hat sein Einverständnis für einen Wechsel gegeben.“

Der Nigerianer, der perfekt deutsch spricht, soll den Platzhalter für den dauerverletzten Florin Lovin geben – auf Leihbasis bis zum Saisonende. Nach AZ-Informationen wird Uzoma am Samstag an der Grünwalder Straße erwartet.

Vorher, bereits am Dienstag um 9.30 Uhr, trainieren die Löwen wieder. Dann angeblich auf dem Rasen. Oliver Griss

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