1860: Die 1:0-Seriensieger

1860 holt zehn Punkte aus den letzten vier Spielen und klettert auf Platz 9. Die AZ kennt die Gründe, warum es bei den Löwen jetzt endlich läuft.
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Ewald Lienen scheint bei 1860 mittlerweile den richtigen Ton zu treffen.
sampics / Augenklick Ewald Lienen scheint bei 1860 mittlerweile den richtigen Ton zu treffen.

1860 holt zehn Punkte aus den letzten vier Spielen und klettert auf Platz 9. Die AZ kennt die Gründe, warum es bei den Löwen jetzt endlich läuft.

MÜNCHEN Vielleicht lag es ja wirklich an den Zeitungsartikeln. Unter der Woche hatte 1860-Sportdirektor Miki Stevic in der Mannschaftskabine am Trainingsgelände die Artikel von den vergangenen Derbys gegen Augsburg aufhängen lassen. „Ich habe in der Kabine immer nur 0:3 gelesen “, meinte Stefan Aigner, der im Spiel unermüdlich die Außenbahn entlang gelaufen war. „Eine solche Schmach wollten wir uns deshalb unbedingt ersparen“, sekundierte Sascha Rösler, der das Tor von Alexander Ludwig vorbereitet hatte.

Die Schmach haben sie sich erspart. Und mehr noch. Mit 1:0 fertigten die Löwen am Samstag den schwäbischen Rivalen und Angstgegner Augsburg ab. Ein Sieg gegen das Trauma. Ein Sieg, der Hoffnung macht. Aus den letzten vier Spielen holte 1860 zehn Zähler, sie kletterten auf Rang 9. Und sind mittendrin in einer Serie. Einer positiven.

„Wir sind immer noch weit von unserem Ziel entfernt“, sagte Aigner zwar, aber es gibt einige Argumente dafür, dass die restliche Saison für die Löwen etwas positiver verläuft.

Die Mannschaft hat sich gefunden:

Zum ersten Mal überhaupt startete am Samstag die gleiche Mannschaft wie in der Vorwoche. Trainer Ewald Lienen scheint endlich seine Stammelf gefunden zu haben. Die Neuzugänge scheinen endlich integriert. „Es sind vor der Saison einige gekommen, die vorher noch nie in der 2. Liga gespielt haben, die wussten nicht, was da abgeht“, meinte der Torschütze Ludwig. „Jetzt hat jeder verstanden, wie man hier Fußball spielen muss.“ Das gilt auch für ihn. Auf der für ihn ungewohnten Position im defensiven Mittelfeld zeigte Ludwig zuletzt starke Leistungen – und bekam dafür ein Sonderlob von Lienen: „Wie der Lude die Rolle definiert, ist toll“, sagte er.

Das Schlüsselspiel gegen Bielefeld:

Das 1:0 vor vier Wochen beim damaligen Tabellenführer Bielefeld war für Lienen mehr als nur der Beginn der positiven Serie. „Da hat die Mannschaft endlich gesehen, dass sie auch in der Lage ist, ein Spiel zu gewinnen. Für mich war das ein absolutes Schlüsselspiel“, sagte er, „Motivation und Selbstvertrauen kann man sich nur über Erfolge holen.“ Seitdem macht den Löwen das Fußballspielen wieder Spaß, meint Rösler: „Jeder zerreißt sich jetzt für den anderen, auf dem Platz spielen alle mit großer Leidenschaft“, sagte er.

Mentale Stärke:

Schon seit der Vorbereitung auf die Saison betreiben die Löwen einmal in der Woche das Konzentrationstraining Life Kinetic. Richtig konzentriert gehen sie aber erst seit den letzten Wochen zu Werke. Das Spiel am Samstag war eine Nervenprobe für die Spieler. Die Augsburger agierten stark, hatten mehr Spielanteile, das Gegentor lag einige Male in der Luft. Doch es fiel nicht. „Am Anfang der Saison haben wir auch mal 30 Minuten tollen Fußball gespielt und sind dann eingebrochen“, sagt Lienen, „damals konntest du zusehen, wie die Gegentore fallen.“

Mittlerweile hätte seine Mannschaft die „mentale Stärke, dem Druck standzuhalten“. Es ist kein Hurra-Fußball mehr, den die Löwen zeigen. Die letzten drei Siege endeten jeweils 1:0. Lienen gefällt das: „1:0 ist das beste Ergebnis. Wenn es 2:0 gestanden hätte, hätte ich mir Sorgen gemacht, dass es wieder 2:2 endet wie gegen Düsseldorf. Aber wenn es 1:0 steht, weiß jeder, dass er hochkonzentriert zu Werke gehen muss.“ Auch eine Logik.

Filippo Cataldo

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