1860 beschwert sich nach Buchbach-Pleite: "Die Spielansetzung ist katastrophal"

Der TSV 1860 erlebt einen historischen Dienstag, der allerdings durch das Aus im Toto-Pokal gegen den TSV Buchbach getrübt wird.
Ruben Stark
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1860-Kapitän Dennis Dressel war mit der Ansetzung des Spiels gegen Buchbach nur 48 Stunden nach der Partie gegen Landsberg alles andere als zufrieden.
1860-Kapitän Dennis Dressel war mit der Ansetzung des Spiels gegen Buchbach nur 48 Stunden nach der Partie gegen Landsberg alles andere als zufrieden. © IMAGO/Frank Hoermann

Verhältnismäßig ruhig war es auf Giesings Höhen, ruhiger jedenfalls, als man es nach den Nachrichten des Dienstages erwartet hatte. Das Grünwalder Stadion war lediglich etwa halbvoll. Ein Toto-Pokal-Achtelfinale gegen den TSV Buchbach ist offenbar nicht gerade das, was die Fans des TSV 1860 an einem Abend unter der Woche die Tribünen in Massen bevölkern lässt.

Mit der Westkurve als Vorklatscher wachte das Grünwalder dann das erste Mal auf, als Stadionsprecher Sebastian Schäch auf die Rückkehr des Löwen und die Ereignisse des Tages hinwies. "Man bekommt natürlich ein bisschen was mit, aber trotzdem liegt der Fokus auf dem Spiel. Für uns ist das Entscheidende, was auf dem Platz passiert, darauf haben wir uns konzentriert", sagte Alper Kayabunar ganz Trainer-like vor dem Spiel bei DF1.

Dressel über verpasste DFB-Pokal-Chance: "Tut brutal weh"

Es stand ja doch einiges auf dem Spiel – nämlich, ob sich Sechzig eine Chance offenhält, erneut den Sprung in den DFB-Pokal zu schaffen. Und das gegen den aktuellen Tabellenführer der Regionalliga Bayern. Aber diese Chance ist nun dahin, denn die Löwen kassierten eine verdiente und deftige 1:3-Pleite und flogen aus dem Landespokal, weil sie in einer fatalen Spendierlaune waren.

"Tut brutal weh, vor allem weil heute schon ein besonderer Tag war für alle Löwen-Fans", sagte Kapitän Dennis Dressel: "Das wollten wir eigentlich schon mit einem Sieg krönen, mit dem Weiterkommen. Aber wir haben heute wirklich phasenweise Geschenke verteilt und der Gegner bestraft es halt."

1860-Trainer Alper Kayabunar bei der Löwen-Niederlage gegen Buchbach.
1860-Trainer Alper Kayabunar bei der Löwen-Niederlage gegen Buchbach. © IMAGO/Frank Hoermann

Kayabunars Mannschaft geriet durch Tobias Stoßberger (23.) mit 0:1 in Rückstand und musste nach dem nicht eindeutigen Handelfmeter von Samed Bahar (41.) gar mit einer Zwei-Tore-Hypothek in die Pause.

Nach dem Wechsel keimte Hoffnung auf, als Arian Calderon (54.) per Foulelfmeter auf 1:2 verkürzte. Doch fast postwendend nutzte Albano Gashi (56.) einen Riesenschnitzer von Julian Bell zum dritten Buchbacher Treffer. Davon erholte sich Sechzig nicht mehr.

Kayabunar muss 48 Stunden nach Landsberg-Remis rotieren

Kayabunar hatte zwei Tage nach dem enttäuschenden 1:1 gegen den TSV Landsberg sechs neue Spieler für die Startelf gebracht. Neben Torhüter Paul Bachmann, der Vitus Eicher vertrat, erhielten auch Julian Bell, Fabio Wagner, Cristian Leone und Mark Gevorgyan eine Bewährungsmöglichkeit von Beginn an. Nach seinem Löwen-Comeback als Einwechselspieler rückte zudem Raphael Ott in die erste Formation. "Zwei Tage nach einem Pflichtspiel hat der eine oder andere Spieler noch ein bisschen Wehwehchen oder Probleme. Deswegen müssen wir auch rotieren", erklärte der Coach.

Dass die Partie überhaupt 48 Stunden nach dem Landsberg-Spiel angesetzt wurde, sorgte bei 1860-Kapitän Dennis Dressel für Unverständnis. "Die Spielansetzung ist katastrophal. Für mich ist es eigentlich Wettbewerbsverzerrung in zwei Tagen zwei Spiele zu machen. Habe ich bisher auch noch nie erlebt, dass es das überhaupt geben darf, dass es sowas gibt", wetterte der Löwen-Kapitän im Anschluss.

Buchbach war nach ein paar Anpassungsminuten torgefährlich und ging robust zur Sache. Die Münchner dagegen agierten in der Offensive erst einmal zu umständlich, es mangelte zudem an Passgenauigkeit. Einem Tor am nächsten kamen in der Anfangsphase Lasse Faßmann (16.) per Kopf und Ott (19.) mit einem Schlenzer. Doch die Nachlässigkeiten blieben – und wurden bestraft. Daniel Muteba spielte Stoßberger frei und der traf mit einem satten Schuss unter die Latte.

TSV 1860 müht sich gegen Buchbach vergeblich

Der TSV mühte sich in der Folge und versuchte, Druck auszuüben, doch der Dorfverein aus der oberbayerischen Gemeinde mit knapp 3400 Einwohnern und der privaten Eisarena von NHL-Star JJ Peterka, war spielerisch reifer und cleverer. Ergebnis dessen war das zweite Tor der Gäste durch Bahar, nachdem Gevorgyan im Strafraum womöglich leicht mit der Hand berührte.

Sechzig erhöhte nach der Pause den Aufwand und schien nach dem Foul an Wagner im Strafraum mit anschließendem Tor von Calderon im Aufwind. Doch das nächste Geschenk war eines zu viel.

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