1860: Auf Fragen vorbereitet

Die Bosse ahnen wohl schon, dass sie bei der Delegiertenversammlung am Samstag die nächste Auswärtspleite von Lienens Löwen rechtfertigen müssen
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Ewald Lienen ist zur Zeit richtig sauer auf seine Spieler. Er will jetzt Taten sehen.
dpa Ewald Lienen ist zur Zeit richtig sauer auf seine Spieler. Er will jetzt Taten sehen.

Die Bosse ahnen wohl schon, dass sie bei der Delegiertenversammlung am Samstag die nächste Auswärtspleite von Lienens Löwen rechtfertigen müssen

MÜNCHEN Christl Estermann ist nicht nur 1860-Vereinswirtin im Löwenstüberl, sondern hat noch eine andere wichtige Aufgabe im Klub: Die 66-Jährige ist seit zehn Jahren Delegierte. Am Samstag soll sie bei der Delegiertenversammlung im Ballhaus in Unterschleißheim (14 Uhr) mal wieder ihren Pflichten nachkommen – und abstimmen.

Es geht um die Neubesetzung des Aufsichtsrates. OB Christian Ude scheidet aus, fünf neue Mitglieder – darunter Hep Monatzeder, Otto Steiner, Siegfried Schneider – sollen per Blockwahl ins Amt kommen. Zudem soll die Versammlung das Präsidium um Rainer Beeck entlasten.

Die Bosse rechnen mit einem ruhigen Nachmittag. Aber da ist ja noch dieses Fußballspiel keine 20 Stunden vorher. 1860 muss bei Zweitliga-Spitzenreiter Bielefeld antreten (Freitag, 20.30 Uhr, Liveticker bei abendzeitung.de). Sollten die Löwen, seit dem 3:2 in Ingolstadt Anfang März auswärts sieglos, die nächste Pleite kassieren, dürften sich die Klubbosse bei der Versammlung auf unangenehme Fragen einstellen.

Präsident Beeck hatte vor dieser Saison den Aufstieg versprochen, man wolle zur 150-Jahr-Feier des Klubs wieder in der Bundesliga sein. Doch die Löwen dümpeln aktuell auf Platz 15 – mit nur elf Punkten. Verteidiger Torben Hoffmann zur AZ: „Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft bei uns eine Riesenlücke. Dass wir uns im November im Abstiegskampf befinden, damit hätte bei uns keiner gerechnet.“ Ein Blick zurück macht die Sache nicht erfreulicher: In der Saison 2006/2007 hatte Wacker Burghausen nach 12 Spieltagen ebenfalls 11 Punkte - und stieg am Ende ab.

Die Situation der Löwen ist also alles andere harmlos. Estermann, die Delegierte, sagt: „Ich habe schon ein bisschen Angst um diesen Verein, den wir alle leben und lieben.“

Die Klub-Oberen brauchen kein seismographisches Gespür, um die Unzufriedenheit im Umfeld wahrzunehmen. Sportdirektor Miki Stevic etwa sagt: „Wenn man die Ziele nicht erreicht, dann ist man immer enttäuscht. Ich bin's auch. Aber ich glaube an diese Mannschaft.“

Bloß ist diese Mannschaft derzeit arg ersatzgeschwächt. Womöglich gibt Trainer Ewald Lienen in Bielefeld zwei Debütanten eine Chance: dem Brasilianer Marcos Antonio und Amateur-Verteidiger Mathias Wittek. Das Duo stand am Donnerstag beim Abschlusstraining in der A-Elf. „Namen spielen bei mir keine Rolle“, sagt Lienen. Erfolg hat er bei 1860 allerdings bisher nicht.

Stevic ist offenbar darauf vorbereitet, die erfolglose Truppe und deren Trainer am Tag nach dem Bielefeld-Spiel verteidigen zu müssen: „Wenn die Delegierten mich hören wollen, dann werde ich mich stellen – auch wenn ich nicht auf dem Platz stehe." Und Präsident Rainer Beeck kündigte an, Lienen werde auch im Falle einer Niederlage in Bielefeld im Amt bleiben. Beeck am Donnerstag zur AZ: „Die Trainerfrage stellt sich bei uns nicht. Wir sehen mit diesem Trainerteam immer noch die Perspektiven.“ Warum? Das könnte er am Samstag erklären. Christl Estermann hört zu. Oliver Griss

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