1860: Angstspiel in Ahlen

Die Löwen stehen schon am vierten Spieltag unter Druck. Verlieren sie nach zwei Niederlagen auch am Freitag beim Tabellenletzten, wäre der Fehlstart perfekt. Lienen im Blickpunkt, Lovin unter Beobachtung
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Ewald Lienen scheint bei 1860 mittlerweile den richtigen Ton zu treffen.
sampics / Augenklick Ewald Lienen scheint bei 1860 mittlerweile den richtigen Ton zu treffen.

Die Löwen stehen schon am vierten Spieltag unter Druck. Verlieren sie nach zwei Niederlagen auch am Freitag beim Tabellenletzten, wäre der Fehlstart perfekt. Lienen im Blickpunkt, Lovin unter Beobachtung

MÜNCHEN Eigentlich ist Vize-Präsident Franz Maget in seiner 1860-Amtszeit bislang nicht als großer Stadion-Tourist aufgefallen – doch für das brisante Duell in Ahlen (Freitag, 18 Uhr, Liveticker bei abendzeitung.de) hat der SPD-Politiker im fernen Westfalen VIP-Karten geordert.

Will sich Maget nur bei den mitreisenden Löwen-Fans sehen lassen, schließlich ist Wahlkampf, oder ist er einfach besorgt angesichts des Fehlstarts des TSV 1860 in der Zweite Liga? Die Löwen krebsen nach dem 1:3 gegen Karlsruhe auf Platz 13 rum – nicht ihr Anspruch. Erst recht nicht, weil nächstes Jahr der 150. Geburtstag des Klubs ansteht und sich der Verein gerne selbst beschenken würde. Mit der Rückkehr in die Fußball-Bundesliga.

So aber wird der Trip nach Westfalen zum Angstspiel für den TSV 1860. Verlieren die Blauen auch beim punktlosen Tabellenletzten, stehen an der Grünwalder Straße turbulente Wochen bevor. Der Fehlstart wäre mit drei Pleiten am Stück perfekt. „Ich halte nichts von dieser Kurzfristigkeit im Fußball“, sagt Geschäftsführer Manfred Stoffers – und Trainer Ewald Lienen ergänzt: „Wir wissen, was auf dem Spiel steht. Wir wollen versuchen, das Bild zu korrigieren.“ Was diesmal im Blickpunkt steht:

Lienens Arbeit: Klar, Ewald Lienen kommt gut an in Giesing. Er verkörpert 1860, ist freundlich und arbeitet akribisch an seinen Zielen. Aber noch bleibt der durchbrechende Erfolg aus. Seine 1860-Bilanz ist ernüchternd: In fünf Zweitliga-Spielen (inklusive der beiden letzten Partien der alten Saison) gab’s bislang nur einen Sieg. Lienen: „Ich habe nicht angenommen, dass wir mit neun neuen Spielern die Liga überrennen.“ Eine positive Serie würde trotzdem mal nicht schaden, auch um seine Reputation auszubauen...

Die Aussortierten: Lienen hat’s unmittelbar nach dem blamablen 1:3 gegen Karlsruhe angekündigt, dass einige Stars auf die Bank strafversetzt werden. Der Trainer macht nun ernst: Verteidiger Mate Ghvinianidze ist der Degradierung durch Lienen zuvorgekommen und meldete sich unter der Woche mit Wadenproblemen verletzt ab. Für den Georgier verteidigt Torben Hoffmann (siehe unten). Auf die Bank müssen auch Alexander Ludwig (Formtief) und Sandro Kaiser, der zwar ein belebendes Element ist, aber sich noch zu unreif präsentiert. Lienen: „Wir denken darüber nach, dass es die ein oder andere Veränderung gibt.“ Neu ins Team kommen Stefan Aigner und Sascha Rösler.

Lovin – und die Cheffrage: Lienen hat den Champions League-erfahrenen Rumänen Florin Lovin nach dem 1:3 gegen den KSC in aller Öffentlichkeit abgewatscht: „Er attackiert überall und nirgendwo, aber nicht da, wo er soll. Er hält die takischen Vorgaben nicht ein.“ Diesmal spielt der Neuzugang von Steaua Bukarest auf Bewährung. Ob Lovin die Verbal-Attacke des Trainer zu Herzen genommen hat? Er steht unter besonderer Beobachtung.

Geschäfsführer Stoffers glaubt, dass die Mannschaft nach zahlreichen intensiven Gesprächen unter der Woche aufgewacht ist. „Die Spieler“, sagt Stoffers, „haben begriffen, wer ihr Chef ist: Der Boss ist der Fan aus Kirchanschöring oder Tittmoning, die mit seiner Arena-Karte das Gehalt der Spieler bezahlt. Und diesen Boss werden sie nicht enttäuschen.“ Und wenn doch?

Oliver Griss

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