Titelverteidiger Real Madrid scheitert an Ajax Amsterdam

Nach dem Auswärtssieg im Hinspiel schien der Viertelfinal-Einzug für Real Madrid eigentlich Formsache. Doch auch gegen Ajax Amsterdam fand der Champions-League-Sieger keinen Weg aus seiner Krise - und verspielte die wohl letzte realistische Titelchance der Saison.
| dpa
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Die Spieler von Ajax Amsterdam tanzen vor Freude über ihren Sieg gegen Real Madrid im Estadio Santiago Bernabeu.
Bernat Armangue/AP/dpa 3 Die Spieler von Ajax Amsterdam tanzen vor Freude über ihren Sieg gegen Real Madrid im Estadio Santiago Bernabeu.
Toni Kroos (r) lässt nach der Niederlage den Kopf hängen und verlässt das Spielfeld.
Manu Fernandez/AP/dpa 3 Toni Kroos (r) lässt nach der Niederlage den Kopf hängen und verlässt das Spielfeld.
Hakim Ziyech (r) von Ajax Amsterdam freut sich über sein Eröffnungstor im Spiel gegen Real Madrid.
Enrique de la Fuente/Shot for pr/gtres/dpa 3 Hakim Ziyech (r) von Ajax Amsterdam freut sich über sein Eröffnungstor im Spiel gegen Real Madrid.

Madrid - Die Ajax-Profis hüpften, klatschten und tanzten vor ihren Fans, Toni Kroos schlich mit versteinerter Miene vom Platz.

Nach einer lange nicht erlebten Demütigung ist Real Madrid im Lieblingswettbewerb Champions League schon im Achtelfinale gescheitert und hat im Jahr eins nach Cristiano Ronaldo seine wohl letzte realistische Titelchance verspielt. Der Titelverteidiger mit dem deutschen Fußball-Nationalspieler Kroos verlor gegen Ajax Amsterdam auch in dieser Höhe verdient mit 1:4 (0:2) und schied damit trotz des 2:1-Hinspielsieges vor drei Wochen aus.

Nach dem Scheitern im spanischen Pokal und bei mittlerweile zwölf Punkten Rückstand in der Meisterschaft auf den FC Barcelona ist Real endgültig in eine schlimme sportliche Krise geschlittert. In einer spektakulären Partie unter der Leitung des deutschen Schiedsrichters Felix Brych schossen Hakim Ziyech (7.), David Neres (18.), Dusan Tadic (62.) und Lasse Schöne (72.) den Sieg für die wie entfesselt aufspielenden Gäste aus den Niederlanden heraus. Marco Asensio war nur das zwischenzeitliche 1:3 gelungen (70.). In der Nachspielzeit sah auch noch Nacho nach einem Frustfoul Gelb-Rot (90.+3).

"Wir wussten, dass es möglich war", sagte Ajax-Kapitän Matthijs de Ligt. "Wenn man sich traut, Fußball zu spielen, kann man auch Madrid das Leben schwer machen". Dabei schien der Einzug ins Viertelfinale nach dem 2:1 bei Ajax eigentlich Formsache für Real, das in den vergangenen drei Jahren den Titel in der Königsklasse gewonnen hatte.

Doch von Normalität konnte bei den Königlichen zuletzt keine Rede sein. Sowohl im Pokal als auch in der Liga musste sich der Rekordmeister in den vergangenen Wochen dem Erzrivalen aus Barcelona geschlagen geben. "In einer Woche haben wir zu Hause alles verloren", sagte Real-Profi Dani Carvajal nach der dritten Niederlage in Serie. "Wir müssen damit jetzt professionell umgehen und weiterarbeiten."

Die Champions League war die letzte verbliebene realistische Titelchance - doch diese Hypothek schien die ganz in weiß gekleideten Profis aus der spanischen Hauptstadt mehr zu lähmen als zu beflügeln. Von Beginn an lief so ziemlich alles gegen die Gastgeber, die auf ihren gesperrten Kapitän Sergio Ramos verzichten mussten. Nach einem Ballverlust des zuletzt heftig kritisierten Toni Kroos schoss der marokkanische Nationalspieler Ziyech die Niederländer in Führung.

Ajax war nach den jüngsten drei Siegen und 13:1 Toren in der Eredivisie mit reichlich Selbstvertrauen ins Estadio Santiago Bernabéu gereist - und trat von Beginn an auch so auf. Elf Minuten nach dem Führungstreffer erhöhte Neres nach einer sehenswerten Kombination sogar auf 2:0. Und es sollte noch schlimmer kommen. In der 29. Minute musste Lucas Vazquez verletzt vom Platz, Gareth Bale wurde bei seiner Einwechslung von lauten Pfiffen der Fans begrüßt.

Wenig später humpelte dann auch noch Vinicius Junior unter Tränen vom Feld, für den zuletzt so stark aufspielenden 18-Jährigen aus Rio de Janeiro kam Marco Asensio (35.). Die Zuschauer sahen ein unterhaltsames Spiel. Vinicius Junior war am Außennetz gescheitert (31.), Bale traf nach einem schönen Pass von Kroos nur den Pfosten (42.). "Wir stehen vor einem sehr gefährlichen Spiel.

Der Gegner hat nichts zu verlieren. Es werden sehr komplizierte 90 Minuten", hatte Weltfußballer Luka Modric gesagt - und sollte auch in der zweiten Halbzeit recht behalten. Tadic mit einem herrlichen Schuss in den Winkel (und nach Überprüfung durch den Videobeweis, weil der Ball zuvor die Außenlinie überquert haben könnte) und Schöne mit einem nicht minder schönen Freistoß sorgten für das krachende Real-Aus.

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